Das US Rechtssystem und die (Nicht) Akzeptanz von Risiko

24.05.2010742 Mal gelesen
In US Rechtsblog www.usa-recht.de finden Sie hin und wieder Einträge zum Thema " Gesunder Menschenverstand und Allgemeinwohl", zuletzt am 16. Mai 2010. Es handelt sich um Gedanken zu den Auswüchsen des Rechtssystems, was nicht zuletzt auch dazu führt, dass sich das "Recht" ab und an gegen die Interessen der Allgemeinheit wendet und nicht zuletzt eine Risikoaversion der Gesellschaft und ihrer Bürger begründet, die der Gesellschaft und der Wirtschaft (einschließlich der notwendigen Innovationsfreude) mehr schadet als nützt.

Warum etwas Neues wagen, wenn man im Zweifeslfall eines Scheiterns oder Schäden sofort verklagt wird. Dann lieber keine neuen Behandlungsmethoden (trotz Aufklärung) riskieren, auch wenn sie in ansonsten aussichtslosen Fällen Leben retten könnten. Warum Kinder Spielmöglichkeiten auf öffentlichen Plätzen geben, wenn die Stadt befürchten muss, (trotz Sicherheitshinweisen) beim ersten Sturz von den Eltern verklagt zu werden? Dann lieber nichts riskieren und am besten alle Spielstätten schließen. Also Nachteile für alle zum Schutze des einen Kindes, was möglicherweise fallen und sich verletzen könnte.  Man kann es einem behandelnden Arzt oder der Gemeinde nicht verdenken, wenn diese sich angesichts (bislang überwiegend nur in den USA) klagewütiger Anwälte besser mit einem Unterlassen begnügen als mit Tun im Rahmen des Möglichen.  Der gesunde Menschenverstand, Ermessensspielräume, die Bereitschaft zu Risiko, die Lust auf Verantwortung  und die Abwägung von Interessen bleiben zugunsten der Gefahr, von Einzelnen verklagt zu werden, auf der Strecke.

Wir weisen in diesem Zusammenhang auf eine lesenwerte Rede von Tony Blair aus dem Jahre 2005 , die von ihrer Aussage her auch und insbesondere auf das US Rechtssystem (zudem mit einem Hinweis auf den über das Ziel geschossenen Sarbanes -Oxley Act) passt. Auszugsweise Zitat:

So: there needs to be a proper and proportionate way of assessing risk and the response to it. Government cannot eliminate all risk. A risk-averse scientific community is no scientific community at all. A risk-averse business culture is no business culture at all. A risk-averse public sector will stifle creativity and deny to many the opportunities to be creative while supplying a few with compensation payments.

There is usually a seductive logic to any new regulation. There is almost always a case that can be made for each specific instrument. The problem is cumulative. All these good intentions can add up to a large expense, with suffocating effects.

Sometimes, we need to pause for a moment and think whether we will not do more damage with a hasty response than was done by the problem itself. We cannot respond to every accident by trying to guarantee ever more tiny margins of safety. We cannot eliminate risk. We have to live with it, manage it.

Sometimes we have to accept: no-one is to blame (Hervorhebung durch das Blog)Link zur Rede:

http://webarchive.nationalarchives.gov.uk/+/http://www.number10.gov.uk/Page7562


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