Bundesarbeitsgericht
Beschl. v. 18.09.1997, Az.: 2 ABR 15/97
Tarifliche Unkündbarkeit; Betriebsratsmitglied; Betriebsbedingte Kündigung; Zustimmung des Betriebsrats; Ersetzung der fehlenden Zustimmung; Ersetzungsantrag; Kündigungsschutzverfahren
Bibliographie
- Gericht
- BAG
- Datum
- 18.09.1997
- Aktenzeichen
- 2 ABR 15/97
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1997, 10193
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- ArbG Hamburg 08.08.1996 - 27 BV 4/96
- LAG Hamburg - 22.01.1997 - AZ: 8 TaBv 8/96
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BAGE 86, 298 - 311
- AiB 1998, 344-345 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
- AuR 1998, 36 (amtl. Leitsatz)
- BB 1998, 482-484 (Volltext mit amtl. LS)
- BB 1997, 2660 (amtl. Leitsatz)
- DB 1998, 210-213 (Volltext mit amtl. LS)
- EWiR 1998, 245-246 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
- FA 1998, 23
- FA 1998, 55
- FAr 1998, 23
- FAr 1998, 55
- NJW 1998, 2238 (Volltext mit amtl. LS)
- NZA 1998, 189-193 (Volltext mit amtl. LS)
- RdA 1998, 125
- SAE 1999, 136-141
Amtlicher Leitsatz
1. Im Falle sog. tariflicher Unkündbarkeit eines Betriebsratsmitglieds bedarf es für dessen (außerordentliche) betriebsbedingte Kündigung nach § 15 Abs. 4 oder Abs. 5 KSchG nicht der Zustimmung des Betriebsrats.
2. Dies ist im Verfahren auf Ersetzung der fehlenden Zustimmung des Betriebsrats nach § 103 Abs. 2 BetrVG auch ohne dahingehenden ausdrücklichen Antrag des Arbeitgebers in der den Ersetzungsantrag abweisenden Entscheidung - ggf. nach Hinweis gemäß § 139 ZPO - festzustellen (im Anschluß an BAG Beschluß vom 21. September 1989 - 1 ABR 32/89 = AP Nr. 72 zu § 99 BetrVG 1972).
3. Diese Entscheidung präjudiziert auch für ein nachfolgendes Kündigungsschutzverfahren, daß es einer Zustimmung des Betriebsrats zur Kündigung nicht bedurfte (im Anschluß an Senatsurteil vom 24. April 1975 - 2 AZR 118/74 - BAGE 27, 113 = AP Nr. 3 zu § 103 BetrVG 1972).