Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 12.11.1976, Az.: BVerwG 4 C 34/75
Höhere Verwaltungsbehörde; Notwendige Beiladung; Verwaltungsorganisation; Widerspruchsverfahren; Reformatio in peius; Bauwerk; Landwirtschaftlicher Betrieb
Bibliographie
- Gericht
- BVerwG
- Datum
- 12.11.1976
- Aktenzeichen
- BVerwG 4 C 34/75
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1976, 11175
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- VG Stuttgart 18.05.1973 - VRS V 59/72
- VGH Mannheim 03.05.1974 - III 908/73
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BVerwGE 51, 310
- NJW 1977, 1894
Amtlicher Leitsatz
1. Die höhere Verwaltungsbehörde (§ 36 Abs. 1 Satz 2 BauGB) ist nicht notwendig beizuladen, wenn Beklagter nicht eine Behörde, sondern das Land ist, in dessen Verwaltungsorganisation die zuständige höhere Verwaltungsbehörde eingegliedert ist (Aufgabe der Ansicht im Urteil vom 13. Dezember 1974 - BVerwG IV C 22.73 - DVBl. 1975, 504 (506) und VerwRspr. 26 Nr. 208 S. 953 (957)).
2. Ob im Widerspruchsverfahren die "reformatio in peius" zulässig ist, ist nicht in der Verwaltungsgerichtsordnung geregelt, sondern richtet sich nach dem jeweils anzuwendenden Bundes- oder Landesrecht. Ihre Zulässigkeit ist bundesrechtlich begrenzt durch den Kernbestand der Grundsätze des Vertrauensschutzes und von Treu und Glauben.
3. Zur Frage, wann ein Bauwerk einem landwirtschaftlichen Betriebe "dient" (in Übereinstimmung mit dem Urteil vom 3. November 1972 - BVerwG IV C 9.70 - BVerwGE 41, 138).