Bundesgerichtshof
Beschl. v. 10.10.2013, Az.: IX ZR 265/12
Gelten des Rechts des Staats der Verfahrenseröffnung (lex fori concursus) für das Insolvenzverfahren
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 10.10.2013
Referenz: JurionRS 2013, 47000
Aktenzeichen: IX ZR 265/12
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Ravensburg - 28.09.2011 - AZ: 6 O 395/09

OLG Stuttgart - 28.09.2012 - AZ: 5 U 17/12

nachgehend:

BGH - 16.01.2014 - AZ: IX ZR 265/12

BGH - 15.10.2015 - AZ: IX ZR 265/12

Rechtsgrundlagen:

Art. 4 Abs. 1 EuInsVO

Art. 13 EuInsVO

Fundstellen:

BB 2013, 2689

DB 2013, 8

EuLF 2014, 44-46

EWiR 2014, 185

GWR 2014, 67

JZ 2013, 679

MDR 2013, 1493

NZG 2014, 71-74

NZI 2013, 5

NZI 2013, 1042-1046

NZI 2013, 1066

RIW 2014, 453-456

WM 2013, 2138-2142

ZInsO 2013, 2266-2270

ZIP 2013, 2167-2171

BGH, 10.10.2013 - IX ZR 265/12

Amtlicher Leitsatz:

EuInsVO Art. 13

Dem Gerichtshof der Europäischen Union werden zur Auslegung des Gemeinschaftsrechts gemäß Art. 267 Abs. 1 Buchst. b, Abs. 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) folgende Fragen vorgelegt:

  1. 1.

    Ist Art. 13 der Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 des Rates vom 29. Mai 2000 über Insolvenzverfahren (ABl. L 160 S. 1) anwendbar, wenn die vom Insolvenzverwalter angegriffene Auszahlung eines vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gepfändeten Betrags erst nach der Eröffnung erfolgt ist?

  2. 2.

    Sofern die erste Frage zu bejahen ist: Bezieht sich die Einrede nach Art. 13 EuInsVO auch auf die Verjährungs-, Anfechtungs- und Ausschlussfristen des Wirkungsstatuts (lex causae) der angegriffenen Rechtshandlung?

  3. 3.

    Sofern die zweite Frage zu bejahen ist: Bestimmen sich auch die für die Geltendmachung des Anspruchs im Sinne von Art. 13 EuInsVO beachtlichen Formvorschriften nach der lex causae oder richten sich diese nach der lex fori concursus?

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 10. Oktober 2013 durch den Richter Vill, die Richterin Lohmann, die Richter Dr. Fischer, Dr. Pape und die Richterin Möhring

beschlossen:

Tenor:

  1. I.

    Das Verfahren wird ausgesetzt.

  2. II.

    Dem Gerichtshof der Europäischen Union werden zur Auslegung des Gemeinschaftsrechts gemäß Art. 267 Abs. 1 Buchst. b, Abs. 3 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) folgende Fragen vorgelegt:

    1. 1.

      Ist Art. 13 der Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 des Rates vom 29. Mai 2000 über Insolvenzverfahren (ABl. L 160 S. 1) anwendbar, wenn die vom Insolvenzverwalter angegriffene Auszahlung eines vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gepfändeten Betrags erst nach der Eröffnung erfolgt ist?

    2. 2.

      Sofern die erste Frage zu bejahen ist: Bezieht sich die Einrede nach Art. 13 EuInsVO auch auf die Verjährungs-, Anfechtungs- und Ausschlussfristen des Wirkungsstatuts (lex causae) der angegriffenen Rechtshandlung?

    3. 3.

      Sofern die zweite Frage zu bejahen ist: Bestimmen sich auch die für die Geltendmachung des Anspruchs im Sinne von Art. 13 EuInsVO beachtlichen Formvorschriften nach der lex causae oder richten sich diese nach der lex fori concursus?