FIFA spricht FIFA von Korruptionsvorwürfen frei

FIFA spricht FIFA von Korruptionsvorwürfen frei
16.12.2014243 Mal gelesen
Die FIFA hat ein Beispiel dafür geliefert, wie organisationsinterne Compliance-Verfahren nicht ablaufen sollten. Als Reaktion auf das Ergebnis der Untersuchungen hat der Deutsche Fußball-Bund bereits einen Austritt aus der FIFA öffentlich in Betracht gezogen.

Im Rahmen der Vergabe der FIFA-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar waren erhebliche Vorwürfe aufgetaucht, dass es zu Zahlungen an Funktionäre gekommen sei, die Einfluss auf die Vergabe hatten. Die FIFA beauftragte darauf den renommierten US-Juristen Michael J. Garcia, die Vorwürfe zu untersuchen. Er erstellte als interner FIFA-Ankläger einen Bericht. Der deutsche Jurist Hans-Joachim Eckert hat nun als Richter der Ethikkommission einige Unregelmäßigkeiten im Vergabeverfahren erkannt, aber insgesamt die Korruptionsvorwürfe verneint.

Das Medienecho auf diese Entscheidung war immens. Der schärfste Kritiker des Urteils ist jedoch der Ankläger Garcia selbst. Die entscheidende Beanstandung war dabei nicht, dass ihm bei den Untersuchungen von Russland die Einreise verweigert wurde. Oder dass Russland behauptete, Computer mit entscheidenden Dokumenten seien nur geleast gewesen und mittlerweile verschrottet. Der entscheidende Vorwurf ist, dass seine Anklageschrift über 350 Seiten mit Bezug auf über 200.000 Dokumente nicht veröffentlicht werden soll. Eckert, der FIFA-Richter, hatte dies mit Verweis auf die FIFA-Statuten abgelehnt.

Insbesondere die Vergabe der WM 2022 an Katar ist auch in der Sache stark umstritten. So wird kritisiert, dass ein Turnier in dem Emirat, das nur gut 2 Millionen Einwohner zählt, im Juni und Juli wegen der extremen Hitze gar nicht möglich sei. Zudem wurden zahlreiche Menschenrechtsverstöße beim Bau der Stadien bekannt. Es bleibt abzuwarten, ob die FIFA für Transparenz bei der Aufarbeitung aller Vorwürfe sorgen wird.

 

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Dr. Thomas Rinne, Rechtsanwalt und Abogado

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