Nova Collective Invest - Betrug geht weiter!

05.02.2026 42 Aufrufe
Auf den Webseiten novainvest-overview.com und novacollfdn.com wird weiterhin betrogen!

Die deutsche Finanzaufsicht hat mit einer öffentlichen Mitteilung vom 10.12.2025 vor Angeboten gewarnt, die unter der Bezeichnung „Nova Collective Invest“ verbreitet werden. Nach den Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde werden Anlegerinnen und Anleger über verschiedene digitale Kanäle gezielt zu Investitionen in Finanzinstrumente und Kryptowährungen bewegt, obwohl die dafür notwendige behördliche Erlaubnis fehlt.

Die Ansprache erfolgt unter anderem über Messenger- und Chat-Gruppen – darunter Gruppennamen wie „N3 Nova Collective Invest“ – sowie über mehrere Webseiten und ein angeblich automatisiertes Handelssystem mit der Bezeichnung „Intelligent Trading System 7.0“. Nach Bewertung der Finanzaufsicht handelt es sich hierbei um unerlaubte Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen.

Arthur Wilms – Rechtsanwalt für Kryptobetrug & Online-Investmentbetrug
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Nova Collective Invest - Auftreten über Chat-Gruppen und fiktive Ansprechpartner

Ein zentrales Element der Angebote von Nova Collective Invest ist die Kommunikation über Chat-Gruppen. Dort werden Anlageempfehlungen durch eine angebliche Assistentin mit dem Namen „Lucy Blake“ ausgesprochen, die vorgibt, im Auftrag eines „Professor Rodriguez“ zu handeln. Beide Personen werden als erfahrene Marktkenner, Analysten oder KI-Experten dargestellt.

Nach Klarstellung der Finanzaufsicht bestehen jedoch keine Erkenntnisse darüber, dass diese Personen tatsächlich existieren oder in Verbindung zu einer realen Gesellschaft stehen. Auch ein Zusammenhang mit einer angeblichen NOVA COLLECTIVE INVEST LTD mit Sitz in London ist nicht bekannt.

Die Nutzung erfundener Expertenprofile stellt ein typisches Täuschungsmittel dar, das gezielt eingesetzt wird, um fachliche Autorität vorzutäuschen und das Vertrauen potenzieller Anleger zu gewinnen.

Fehlende Erlaubnis für Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen

Nach den Feststellungen der Aufsichtsbehörde erbringen die unbekannten Betreiber Leistungen, die rechtlich als erlaubnispflichtig einzustufen sind, darunter:

  • Anlageberatung und konkrete Handelsempfehlungen
  • Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wertpapieren
  • Tätigkeiten im Bereich von Kryptowerten und digitalen Assets

Für solche Angebote ist eine behördliche Genehmigung erforderlich. Maßgeblich sind unter anderem die gesetzlichen Regelungen des Kreditwesengesetzes, des Wertpapierinstitutsgesetzes sowie des Kryptomärkteaufsichtsgesetzes. Liegt eine entsprechende Zulassung nicht vor, handelt es sich rechtlich um unerlaubte Geschäfte.

Die Warnung der Finanzaufsicht beruht auf ihrer gesetzlichen Befugnis, die Öffentlichkeit vor nicht genehmigten Finanzangeboten zu schützen.

Keine Registrierung und keine staatliche Kontrolle

Eine Überprüfung der einschlägigen Unternehmensregister ergibt, dass weder „Nova Collective Invest“ noch eine gleichnamige oder ähnlich bezeichnete Gesellschaft über eine Zulassung für den deutschen Finanzmarkt verfügen. Auch die im Zusammenhang genannten Webseiten und Systeme sind nicht in eine staatliche Aufsicht eingebunden.

Damit fehlt jede Form regulatorischer Kontrolle, etwa in Bezug auf:

  • ordnungsgemäße Geschäftsorganisation
  • Trennung von Kundengeldern
  • Einlagenschutz oder Anlegerentschädigung
  • Transparenz der Geldflüsse

Typisches Ablaufmuster eines strukturierten Anlagebetrugs

Die von der Finanzaufsicht beschriebenen Strukturen entsprechen einem international bekannten Betrugsschema, das regelmäßig in mehreren Stufen abläuft:

1. Erstkontakt und Vertrauensaufbau
Anleger werden über Chat-Gruppen oder persönliche Ansprache kontaktiert und mit angeblich exklusiven Informationen, KI-gestützten Handelssystemen und außergewöhnlichen Renditeversprechen angesprochen.

2. Autoritätsinszenierung
Durch die Bezugnahme auf vermeintliche Professoren, Analysten oder Assistenten wird gezielt ein professioneller und wissenschaftlicher Eindruck erzeugt.

3. Verlagerung auf Kryptowährungen
Einzahlungen erfolgen häufig über Kryptowährungen, um Nachverfolgung, Rückbuchungen und aufsichtsrechtliche Eingriffe zu erschweren.

4. Darstellung fiktiver Gewinne
Über Plattformen oder Dashboards werden steigende Kontostände angezeigt, die technisch manipulierbar sind und keinen realen Marktbezug haben.

5. Blockierte Auszahlungen
Bei Auszahlungswünschen werden zusätzliche Forderungen erhoben, etwa angebliche Steuern, Gebühren oder Freischaltungen.

6. Abbruch der Kommunikation
Sobald weitere Zahlungen ausbleiben, bricht der Kontakt häufig vollständig ab oder das System tritt unter neuem Namen erneut in Erscheinung.

Risiken für Anlegerinnen und Anleger

Aus rechtlicher Sicht bestehen bei Angeboten wie Nova Collective Invest erhebliche Gefahren, insbesondere:

  • vollständige Tätigkeit außerhalb des regulierten Finanzmarkts
  • kein Anleger- oder Einlagenschutz
  • fehlende Transparenz über Zahlungswege
  • hohes Risiko eines Totalverlusts
  • erhöhte Gefahr weiterer Betrugsversuche nach dem Erstschaden

Was Betroffene jetzt beachten sollten

Betroffene sollten unverzüglich handeln:

  • keine weiteren Zahlungen leisten, auch keine angeblichen Gebühren oder Steuern
  • sämtliche Beweise sichern (Chats, Wallet-Adressen, Transaktionsdaten, Screenshots)
  • jegliche Kommunikation einstellen
  • den Sachverhalt rechtlich prüfen lassen

Ein frühes und konsequentes Vorgehen kann entscheidend sein, um weitere Schäden zu vermeiden und die eigene rechtliche Position zu sichern.

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