ColmexPrime: Verdacht auf Trading-Betrug und Wege zur Rückforderung

14.07.2026 1 Aufruf
Wer über colmex-prime(.)com bei ColmexPrime bzw. ColPrime investiert hat, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einem Betrugsfall.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 10.07.2026 vor dem Anbieter gewarnt. Zahlreiche Betroffene schildern verweigerte Auszahlungen sowie wiederholte Aufforderungen zu weiteren Einzahlungen. Im Folgenden wird erläutert, wie das System funktioniert und welche Schritte zur Rückholung des investierten Geldes möglich sind.

 

Täuschende Seriosität statt realer Handelsplattform

ColmexPrime präsentiert sich nach außen als professioneller Broker mit attraktiven Renditeversprechen und hohen Hebeln. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine künstlich geschaffene Umgebung, in der angezeigte Gewinne lediglich simuliert werden. Die Plattform ist darauf ausgelegt, Vertrauen aufzubauen und Anleger zu weiteren Einzahlungen zu bewegen. Auch die genannten Standorte, etwa in London, sowie unterschiedliche E-Mail-Adressen und Telefonnummern dienen vor allem dazu, Glaubwürdigkeit vorzutäuschen. Die BaFin hat genau diese Praktiken ausdrücklich kritisiert.

 

Auszahlungen bleiben aus – stattdessen neue Forderungen

Berichte von Anlegern zeichnen ein wiederkehrendes Bild: Auszahlungsanfragen werden abgelehnt oder verzögert, während gleichzeitig neue Gebühren verlangt werden. Diese werden häufig als Steuern oder Provisionen dargestellt. In Wirklichkeit verfolgen sie das Ziel, weitere Zahlungen zu erzwingen. Eine tatsächliche Rücküberweisung findet in der Regel nicht statt, was ein typisches Merkmal von Anlagebetrug ist.

 

Die Rolle von Bankkonten im System

Damit Einzahlungen möglich sind, greifen die Verantwortlichen auf reale Kontoverbindungen zurück. Diese Konten bilden das Fundament des gesamten Vorgehens. Durch die Analyse von Zahlungsflüssen lassen sich die Empfänger identifizieren. Gegen diese können rechtliche Ansprüche auf Rückzahlung bestehen, etwa auf Grundlage von § 812 BGB oder § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB.

 

Hinweise auf organisierte Strukturen

Die Art und Weise, wie ColmexPrime aufgebaut ist, deutet auf koordinierte und möglicherweise international vernetzte Aktivitäten hin. Es besteht der Verdacht, dass eine kriminelle Organisation im Sinne von § 129 StGB beteiligt sein könnte. Die Registrierung der Domain am 13.05.2026 über NameCheap, Inc. entspricht bekannten Mustern kurzfristig betriebener Betrugsseiten. Mehrere Kontaktangaben und wechselnde Kommunikationswege verstärken diesen Eindruck.

 

Rechtliche Bewertung des Vorgehens

Das bewusste Vortäuschen falscher Tatsachen zur Erlangung von Geld erfüllt den Straftatbestand des Betrugs nach § 263 StGB. Darüber hinaus kann Kapitalanlagebetrug gemäß § 264a StGB vorliegen. Auch Geldwäsche nach § 261 StGB ist relevant, da Gelder über verschiedene Konten verschoben werden. Unter Umständen kann selbst der Empfang von Auszahlungen strafrechtliche Risiken bergen.

 

Fehlende Zulassung nach Kreditwesengesetz

ColmexPrime bietet Finanzdienstleistungen an, ohne über die erforderliche Genehmigung zu verfügen. Dies stellt einen Verstoß gegen § 32 KWG dar. Die Warnung der BaFin bestätigt, dass keine behördliche Erlaubnis vorliegt. Für Anleger ist dies ein deutliches Warnsignal, das bei der Bewertung der Plattform berücksichtigt werden sollte.

 

Typische Erfahrungsberichte von Anlegern

Viele Betroffene berichten von einem ähnlichen Ablauf: Anfangs werden scheinbar hohe Gewinne angezeigt, anschließend folgen Forderungen nach zusätzlichen Einzahlungen. Schließlich bricht der Kontakt ab. Dieses Muster ist charakteristisch für betrügerische Anlageangebote und wird auch in unabhängigen Berichten bestätigt.

 

Empfohlene Schritte für Betroffene

Wer betroffen ist, sollte umgehend handeln. Weitere Einzahlungen sollten unterbleiben. Es ist wichtig, sämtliche Transaktionen und Kommunikationsversuche zu dokumentieren. Zudem sollte eine Strafanzeige gestellt und rechtlicher Beistand durch einen spezialisierten Anwalt eingeholt werden.

 

Unterstützung durch erfahrene Rechtsanwälte

RESCH Rechtsanwälte verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bank- und Kapitalmarktrecht sowie in Fällen von Anlagebetrug und Geldwäsche. Betroffene können ihren Fall prüfen lassen und konkrete Handlungsempfehlungen erhalten, um mögliche Rückforderungen durchzusetzen. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme kann entscheidend sein, um Chancen auf Rückzahlung zu wahren.

 

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