Wer über piu41.international investiert hat und auf Auszahlungen wartet, sieht sich sehr wahrscheinlich mit einem Betrugsszenario konfrontiert. Die unter der Domain piu41(.)international erreichbare Seite wurde am 17.06.2026 von der FINMA öffentlich beanstandet. Berichte von Betroffenen deuten auf ausbleibende Rückflüsse hin. Entscheidend ist jetzt ein zügiges und strukturiertes Vorgehen, um verlorene Beträge zurückzuholen.
Existiert piu41.international als legitimer Anbieter?
Die Darstellung der Plattform vermittelt den Eindruck eines etablierten Krypto-Dienstleisters mit Präsenz in Martigny und Lugano. Die genannten Anschriften (Avenue de la Gare 56, 1920 Martigny; Via Luigi Canonica 8, 6900 Lugano) erfüllen jedoch lediglich eine Tarnfunktion. Besonders gravierend ist, dass der Name der realen più 41 International SA (CHE-162.367.616) missbraucht wird. Auch die präsentierten Personenprofile – etwa Antonio Affinito oder Arpad Habony – sind Teil eines inszenierten Erscheinungsbildes. Insgesamt entsteht ein professionell gestaltetes Konstrukt, das Vertrauen erzeugen soll, was durch die FINMA-Warnung zusätzlich eingeordnet wird.
Typische Abläufe: Erfahrungen im Krypto-Trading mit der Plattform
Schilderungen von Anlegern verlaufen nach einem ähnlichen Muster: Nach einer ersten Einzahlung zeigt das System vermeintliche Gewinne an, die tatsächlich nur intern dargestellt werden. Wird eine Auszahlung verlangt, folgen neue Zahlungsforderungen, häufig unter dem Vorwand von Steuern oder angeblichen Gebühren. Diese Vorgehensweise ist charakteristisch für betrügerische Online-Investments und verdeutlicht ein systematisch angelegtes Täuschungsmodell.
Auszahlungen werden verhindert
Im Zentrum steht die Verweigerung der Rückzahlung. Entweder werden Auszahlungswünsche blockiert oder an immer neue Bedingungen geknüpft. Betroffene werden gezielt vertröstet, um weitere Einzahlungen zu provozieren. Wer durch falsche Angaben Vermögen erlangt, erfüllt den Betrugstatbestand (§ 263 StGB); darüber hinaus kommt Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB) in Betracht.
Rolle von Bankkonten und Geldflüssen
Für die Umsetzung des Systems werden reale Kontoverbindungen genutzt, die auf Dritte laufen und als Empfänger fungieren. Ohne diese Infrastruktur ließe sich das Modell nicht durchführen. Durch die Nachverfolgung der Zahlungswege können Anspruchsgegner identifiziert werden. Daraus ergeben sich Rückforderungsansprüche nach § 812 BGB sowie Schadensersatzansprüche gemäß § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB.
Hintergründe und technische Spur
Die Domain wurde am 23.02.2026 über Porkbun LLC registriert und wenige Tage später aktualisiert (28.02.2026). Kurze Registrierungszeiträume sind häufig bei unseriösen Angeboten zu beobachten. Angegebene Kontaktwege wie info@piu41.international oder +41 41 520 61 52 ermöglichen zwar eine Ansprache, schaffen aber keine echte Transparenz. Vielmehr spricht vieles für ein arbeitsteilig organisiertes Netzwerk, bei dem auch der Straftatbestand der Geldwäsche (§ 261 StGB) relevant ist.
Rechtliche Einordnung
Das Angebot erfolgt ohne die erforderliche Erlaubnis für Finanzdienstleistungen und verstößt damit gegen § 32 KWG. Parallel liegen strafrechtlich relevante Handlungen vor. Geschädigte können die Rückzahlung ihrer Einlagen verlangen. Zudem ist zu prüfen, inwieweit Zahlungsempfänger selbst rechtlich in Anspruch genommen werden können, da die Entgegennahme entsprechender Gelder geldwäscherechtliche Risiken birgt.
Konkrete Schritte für Betroffene
- Keine weiteren Überweisungen tätigen
- Alle Belege zu Zahlungen sichern
- Kommunikation vollständig festhalten
- Strafanzeige bei den zuständigen Behörden erstatten
- Einen spezialisierten Anwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht konsultieren
Perspektive: Wege zur Rückholung
RESCH Rechtsanwälte ist auf Fälle von Anlagebetrug und Geldwäsche spezialisiert und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung. Die Vorgehensweise umfasst insbesondere die Analyse von Zahlungsströmen und die Identifikation beteiligter Kontoinhaber. Da solche Modelle ohne reale Konten nicht funktionieren, ergeben sich hier Ansatzpunkte für die Durchsetzung von Ansprüchen. Wer eine Rückforderung prüfen möchte, kann telefonisch unter +49 30 / 88 59 77 0 Kontakt aufnehmen oder das Online-Formular nutzen. Eine rechtliche Ersteinschätzung zeigt die möglichen nächsten Schritte auf.
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