Haben Sie Kapital über die Internetseite festgeldpro(.)com angelegt, dann liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit kein seriöses Angebot, sondern ein Täuschungsmodell vor. Hinter der Plattform steckt ein System, das gezielt Vertrauen erzeugt, um Kontaktdaten abzugreifen und Einzahlungen auszulösen, während echte Transparenz bewusst verhindert wird. Im Folgenden erfahren Sie, wie dieses unseriöse Vorgehen funktioniert und welche Schritte helfen können, verlorene Geldbeträge zurückzuholen.
Existiert FestgeldPro als echter Festgeld-Vergleichsanbieter?
Auf den ersten Blick vermittelt FestgeldPro den Eindruck eines professionellen Vermittlers für Festgeldanlagen. Formulierungen wie ein angeblich kostenfreier Wechselservice, täglich aktualisierte Zinssätze oder individuelle Beratungsgespräche sollen Seriosität suggerieren. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Die gesamte Darstellung ist wohl eher Teil einer gezielt aufgebauten Täuschung.
Ein deutliches Warnsignal liefert die Domain selbst. Die Internetadresse wurde erst am 31.03.2026 bei Nics Telekomunikasyon A.S. registriert – ein typisches Merkmal von Plattformen, die nur kurzfristig betrieben werden. Ergänzend fällt auf, dass wesentliche rechtliche Inhalte wie Datenschutzbestimmungen oder Cookie-Richtlinien nicht abrufbar sind. Dadurch wird Transparenz lediglich vorgetäuscht, ohne tatsächlich vorhanden zu sein.
Wie läuft der Kontakt mit Anlegern ab?
Die Erfahrungen von Betroffenen zeigen ein wiederkehrendes Muster. Nach einer Registrierung erfolgt meist sehr schnell ein telefonischer Kontakt, häufig über Nummern wie +49(0)69348773446. Wer seine Daten hinterlässt, muss zudem mit wiederholten Anrufen rechnen, die kein Ende zu nehmen scheinen, bis letzten Endes Geld fließt.
In diesen Gesprächen geben sich die Ansprechpartner als fachkundige Finanzberater aus. Sie stellen vermeintlich sichere Renditen in Aussicht und präsentieren exklusive Angebote. Obwohl dies überzeugend wirkt, handelt es sich nicht um reale Anlageprodukte, sondern um eine konstruierte Fassade.
Nach ersten Überweisungen erscheinen auf der Plattform angebliche Guthaben oder Gewinne. Diese angezeigten Werte haben jedoch keinen realen Hintergrund. Versuche, Geld auszahlen zu lassen, scheitern regelmäßig. Stattdessen werden zusätzliche Zahlungen verlangt, beispielsweise unter dem Vorwand von Gebühren oder notwendigen Freischaltungen.
Warum keine Auszahlungen erfolgen
Ein zentrales Element dieses Modells besteht darin, Auszahlungen konsequent zu verhindern. Betroffene werden hingehalten oder unter Druck gesetzt, weitere Beträge zu leisten. Jede Begründung dient letztlich nur dazu, zusätzliche Zahlungen zu generieren.
Rechtlich betrachtet erfüllt dieses Vorgehen den Tatbestand des Betrugs nach § 263 StGB, da gezielt falsche Tatsachen geschaffen werden, um Vermögenswerte zu erlangen. Darüber hinaus kann § 264a StGB einschlägig sein, weil irreführende Angaben über Kapitalanlagen verbreitet werden.
Welche Rolle Bankkonten spielen
Damit Gelder überhaupt transferiert werden können, greifen die Täter auf reale Kontoverbindungen zurück. Diese werden häufig durch sogenannte Geldwäschestrukturen bereitgestellt. Ohne diese Infrastruktur wäre die Umsetzung des Modells kaum möglich.
Genau an diesem Punkt setzen juristische Maßnahmen an: Durch die Nachverfolgung von Zahlungsströmen lassen sich Kontoinhaber identifizieren. Daraus können zivilrechtliche Ansprüche entstehen, etwa auf Grundlage von § 812 BGB oder § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB.
Wer hinter FestgeldPro steht
Die Organisation hinter der Plattform weist typische Merkmale strukturierter Betrugsnetzwerke auf. Es handelt sich nicht um Einzelpersonen, sondern um arbeitsteilig organisierte Gruppen, häufig unterstützt durch professionell agierende Callcenter.
Diese Strukturen sind meist international ausgerichtet und nutzen digitale Kanäle gezielt aus. In diesem Zusammenhang spielt auch der Straftatbestand der Geldwäsche nach § 261 StGB eine Rolle, da das Weiterleiten oder Entgegennehmen entsprechender Gelder strafbar sein kann.
Zudem ist Vorsicht geboten: Auch Rückflüsse von Geldern können rechtliche Risiken bergen und sollten daher sorgfältig geprüft werden.
Was Betroffene jetzt tun sollten
• Keine weiteren Überweisungen vornehmen
• Sämtliche Kommunikation sichern
• Zahlungsnachweise und Kontodaten vollständig dokumentieren
• Strafanzeige stellen
• Rechtlichen Beistand durch spezialisierte Anwälte einholen
Fazit: FestgeldPro ist Nepp im Internet – Finger weg!
Die vorliegenden Erkenntnisse zeichnen ein eindeutiges Bild: FestgeldPro ist kein seriöser Anbieter, sondern Teil eines systematisch aufgebauten Anlagebetrugs. Ziel ist es, Anleger durch überzeugende Darstellung zu Einzahlungen zu bewegen.
RESCH Rechtsanwälte verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Bank- und Kapitalmarktrecht und unterstützt Betroffene bei der Verfolgung von Ansprüchen. Im Fokus steht die Nachverfolgung der Geldströme, um Verantwortliche zu identifizieren und Rückforderungen durchzusetzen.
Wenn Sie betroffen sind und Ihr investiertes Geld zurückfordern möchten, kann eine rechtliche Prüfung sinnvoll sein. Eine Kontaktaufnahme ist telefonisch unter +49 30 / 88 59 77 0 oder über das Online-Formular möglich.
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