Wer über die Seite meyer-asset.com investiert hat, ist sehr wahrscheinlich auf ein gezielt konstruiertes Täuschungssystem gestoßen. Hinter mehreren Login-Adressen wie user.digitalentrygate.com und wt.digitalentrygate.com verbirgt sich kein seriöser Anbieter namens PR Meyer Asset Management, sondern ein organisiertes Betrugsmodell, inklusive Firmendatenmissbrauch. Im Folgenden wird erklärt, woran sich das erkennen lässt und welche Schritte zur Rückforderung möglich sind.
Existiert die hier eruierte PR Meyer Asset Management überhaupt?
Die angebliche Investmentplattform existiert in der dargestellten Form nicht als legitimer Anbieter. Stattdessen nutzen die Verantwortlichen den Namen eines realen Schweizer Unternehmens, der PR Meyer Asset Management AG aus Ebikon, um Seriosität vorzutäuschen. Zwischen diesem echten Unternehmen und den Domains meyer-asset.com sowie den zugehörigen Login-Seiten besteht jedoch keinerlei Verbindung. Dieses Vorgehen – die Übernahme realer Firmendaten – ist ein typisches Muster im Anlagebetrug.
Ein weiteres klares Warnsignal ergibt sich aus den Registrierungsdaten der Domain: meyer-asset.com wurde erst am 12.03.2026 über Realtime Register B.V. eingerichtet. Gleiches gilt für die angebundenen Login-Domains. Gleichzeitig wird auf der Website eine Unternehmensgründung im Jahr 2020 behauptet. Dieser zeitliche Widerspruch lässt sich kaum plausibel erklären und spricht deutlich gegen die Echtheit des Angebots.
Täuschung durch erfundene Kennzahlen und Versprechen
Um Vertrauen zu erzeugen, arbeitet die Plattform mit frei erfundenen Kennzahlen wie „über eine Million Nutzer“, „mehr als 120 Länder“ oder „zahlreiche Branchenauszeichnungen“. Auch der in Aussicht gestellte Bonus von 100 Prozent in einer internen Einheit namens ZUSD gehört zu dieser Inszenierung.
Solche Elemente dienen dazu, den Eindruck eines etablierten und erfolgreichen Trading-Anbieters zu erzeugen. Tatsächlich existiert weder ein regulierter Handelsbetrieb noch eine überprüfbare Investmentstruktur.
Warum Auszahlungen scheitern und Anleger hellhörig werden sollten
Aus Berichten von Betroffenen ergibt sich ein wiederkehrendes Muster: Anfangs werden im Benutzerkonto hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind jedoch lediglich Teil einer manipulierten Oberfläche und haben keinen realen Gegenwert.
Sobald Anleger eine Auszahlung verlangen, ändert sich das Verhalten der Betreiber. Plötzlich werden zusätzliche Zahlungen verlangt, etwa für angebliche Steuern, Gebühren oder Freischaltungen. Trotz dieser Forderungen erfolgt keine Auszahlung.
Dieses Vorgehen entspricht einem bekannten Schema im Bereich des Trading-Betrugs, bei dem immer neue Hürden aufgebaut werden, um weitere Zahlungen zu erzwingen.
Die Rolle von Bankkonten im Betrugssystem
Damit die Geldflüsse überhaupt funktionieren, greifen die Täter auf reale Bankkonten zurück. Diese stehen häufig auf Namen Dritter, die bewusst oder unwissentlich in ein System der Geldverschleierung eingebunden sind. Ohne solche Konten wäre die Umsetzung des Betrugs kaum möglich.
Aus rechtlicher Sicht eröffnen genau diese Kontoverbindungen Ansatzpunkte: Nach § 812 BGB sowie § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB können unter bestimmten Voraussetzungen Rückforderungsansprüche gegen die Kontoinhaber bestehen.
In der Praxis bedeutet das, dass sich Zahlungsströme nachvollziehen und Verantwortliche identifizieren lassen.
Wer hinter dem System steckt
Die hinter dem System stehenden Personen agieren international und verwenden unterschiedliche Bezeichnungen wie „PRM“ oder „Meyer Asset“. Zudem bestehen Verbindungen zu weiteren bekannten Betrugsplattformen, darunter RCE Banque. Auffällig ist auch, dass diese Gruppierungen teilweise aggressiv vorgehen und selbst vor Angriffen auf Kanzleien (wie die unsere), die über ihre Betrügereien in Form von Warnungen berichten, nicht zurückschrecken.
Die angegebenen Kontaktdaten – etwa eine Adresse in der Sagenblickstrasse 17 in Ebikon (CH), die E-Mail-Adresse support@meyer-asset.com oder die Telefonnummer +441224076031 (UK) – dienen lediglich der Tarnung. Ein tatsächlich operierendes, reguliertes Investmentunternehmen lässt sich dahinter nicht feststellen (Achtung, die Adresse gehört der echten PR Meyer Asset Management AG, die meyer-asset.com-Website-Betreiber trifft man dort aber nicht an).
Rechtliche Bewertung des Vorgehens
Strafrechtlich erfüllt das geschilderte Vorgehen mehrere Tatbestände. Im Mittelpunkt steht der Betrug nach § 263 StGB sowie der Kapitalanlagebetrug gemäß § 264a StGB.
Zusätzlich ist regelmäßig von Geldwäsche im Sinne des § 261 StGB auszugehen, da die Gelder über verschiedene Konten weitergeleitet und verschleiert werden.
Auch zivilrechtlich bestehen Möglichkeiten, investierte Beträge zurückzufordern. Diese richten sich insbesondere gegen die Empfänger der Zahlungen, also die Kontoinhaber, über die die Transaktionen abgewickelt wurden.
Wichtig ist dabei: Selbst Rückzahlungen aus solchen Systemen können rechtliche Risiken bergen, etwa im Zusammenhang mit Geldwäsche. Deshalb sollte jede Bewegung von Geldern juristisch geprüft werden.
Was Betroffene jetzt unbedingt tun sollten
Wer bereits mit der Abzock-Plattform in Kontakt stand oder investiert hat, sollte unverzüglich handeln, um weitere Schäden abzuwenden:
- Keine weiteren Zahlungen leisten
- Alle Belege sichern
- Kommunikationsverläufe vollständig dokumentieren
- Strafanzeige erstatten
- Einen spezialisierten Anwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht einschalten
Möglichkeiten zur Rückforderung
RESCH Rechtsanwälte ist seit vier Jahrzehnten auf Fälle von Anlagebetrug und Geldwäsche spezialisiert. Die Kanzlei verfolgt systematisch die Spur der Gelder, identifiziert beteiligte Konten und setzt Rückforderungsansprüche durch.
Betroffene können telefonisch oder über das Online-Kontaktformular Unterstützung anfordern. Eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls zeigt auf, welche konkreten Schritte zur Wiedererlangung des investierten Kapitals möglich sind.
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