Aivoris: Geld zurückholen bei Verdacht auf Anlagebetrug

11.05.2026 39 Aufrufe
Aivoris soll Anleger mit Fake-Gewinnen täuschen. Auszahlungen bleiben aus. Betroffene sollten jetzt Zahlungen stoppen und Beweise sichern.

Sie haben über Aivoris investiert und stoßen bei Auszahlungen auf Hürden? Das spricht stark für ein betrügerisches Krypto-Trading-Modell. Die Seite aivoris(.)net/de lockt mit hohen Renditen, arbeitet jedoch mit Irreführung und gestohlenen Identitäten. Teilweise tritt der Anbieter unter dem Namen „Capital Trading Group“ auf – ein Hinweis auf Identitätsmissbrauch. Im Folgenden erfahren Sie, wie das System funktioniert und welche Schritte Ihnen helfen können, Ihr Geld zurückzufordern.

 

Existiert Aivoris tatsächlich?

Der Auftritt von Aivoris vermittelt den Eindruck einer professionellen Handelsplattform. Genau dieser Eindruck soll Vertrauen schaffen. Tatsächlich handelt es sich um ein konstruiertes Szenario: Die angebliche Anschrift in der Badenerstrasse 47 in Zürich dient lediglich als seriös wirkende Fassade. Auch die Verwendung des Namens „Capital Trading Group“ deutet darauf hin, dass fremde Identitäten gezielt eingesetzt werden. Die präsentierten Trading-Erfolge, vor allem im Kryptobereich, sind keine echten Ergebnisse, sondern inszenierte Darstellungen. Wer hier investiert, sieht Zahlen, die nicht aus realen Geschäften stammen.

 

Warum Auszahlungen ausbleiben

Ein typisches Muster zeigt sich bei der Auszahlung: Betroffene berichten, dass immer neue Voraussetzungen erfüllt werden sollen, bevor angebliche Gewinne freigegeben werden. Mal werden Steuern verlangt, dann zusätzliche Gebühren oder weitere Einzahlungen. Der Zweck ist stets derselbe – weitere Gelder zu generieren. Eine tatsächliche Auszahlung findet nicht statt. Dieses Vorgehen erfüllt die Kriterien des Betrugs nach § 263 StGB sowie des Kapitalanlagebetrugs gemäß § 264a StGB.

 

Illegales Trading-Angebot

Aivoris wirbt mit Hebeln bis zu 1:300. Solche Konditionen sind für Privatkunden im regulierten europäischen Markt nicht zulässig. Daraus folgt ein Verstoß gegen § 32 KWG, da eine entsprechende behördliche Erlaubnis erforderlich wäre – diese fehlt. Die Plattform bietet somit unerlaubt Finanzdienstleistungen an. Hinzu kommen fehlende Transparenz und aggressive Kontaktaufnahme, beides bekannte Warnsignale unseriöser Anbieter.

 

Die Rolle der Zahlungswege

Damit das System funktioniert, müssen Einzahlungen über reale Bankverbindungen laufen. Genau hier setzen rechtliche Maßnahmen an. Häufig werden Konten Dritter genutzt, sogenannter Geldwäscher, die sich nach § 261 StGB strafbar machen können. Diese Kontoinhaber lassen sich identifizieren. Auf dieser Grundlage können zivilrechtliche Ansprüche auf Rückzahlung verfolgt werden, denn ohne diese Konten wäre das Modell nicht umsetzbar.

 

Wer steckt hinter dem System?

Hinter Aivoris stehen in der Regel keine Einzelpersonen, sondern arbeitsteilig organisierte Strukturen. Callcenter, technische Infrastruktur und Finanzabwicklung greifen ineinander. Oft operieren diese Netzwerke aus dem Ausland. Dennoch hinterlassen sie Spuren – insbesondere über Zahlungsflüsse, die sich nachverfolgen lassen. Genau hier ergeben sich in der Praxis häufig die besten Chancen, Ansprüche durchzusetzen.

 

Rechtliche Einordnung

Das Vorgehen basiert darauf, ein falsches Bild zu erzeugen, um Anleger zur Zahlung zu bewegen – ein klassischer Fall von Anlagebetrug. Die suggerierten Gewinne existieren nicht. Parallel werden Gelder über verschiedene Konten verschoben, was regelmäßig auch den Tatbestand der Geldwäsche nach § 261 StGB erfüllt. Zivilrechtlich kommen insbesondere Ansprüche aus § 812 BGB sowie § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB in Betracht.

Wichtiger Hinweis: Wer Geld zurückerhält, sollte prüfen lassen, ob dieses aus Geldwäsche stammt. Andernfalls kann unter Umständen ein eigenes strafrechtliches Risiko entstehen.

 

Gesamtbewertung

Die Einordnung fällt eindeutig aus: Aivoris ist ein illegal agierender Anbieter im Bereich Krypto-Trading. Die Kombination aus Identitätsmissbrauch, unerlaubten Finanzdienstleistungen und systematisch verhinderten Auszahlungen entspricht einem bekannten Betrugsschema. Einzelne Erfahrungen sind kein Zufall, sondern Teil eines wiederkehrenden Musters.

 

Was Sie jetzt tun sollten

Stellen Sie sämtliche Zahlungen sofort ein. Sichern Sie alle Kommunikationsverläufe und Zahlungsnachweise. Gewähren Sie keinen Fernzugriff auf Ihren Computer. Erstatten Sie Anzeige bei den zuständigen Behörden. Und vor allem: Holen Sie so schnell wie möglich rechtlichen Rat ein.

 

Ihr Weg zur Rückforderung

RESCH Rechtsanwälte ist seit Jahrzehnten auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert, mit besonderem Fokus auf Anlagebetrug und Geldwäsche. Ziel ist es, Zahlungsströme nachzuvollziehen, beteiligte Kontoinhaber zu identifizieren und Rückforderungen durchzusetzen.

Wenn Sie Geld an Aivoris überwiesen haben, zögern Sie nicht. Kontaktieren Sie RESCH Rechtsanwälte unter +49 30 / 88 59 77 0 oder über das Kontaktformular der Kanzlei. Ihr Fall wird geprüft und Sie erhalten eine klare Einschätzung zu den nächsten Schritten.

 

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