Wer über die Seite multi-manager-investments(.)com vermeintlich sichere Festgelder abgeschlossen hat, ist höchstwahrscheinlich Opfer eines gezielten Täuschungssystems geworden. Hinter der professionellen Fassade verbirgt sich kein regulierter Anbieter, sondern ein strukturiertes Betrugsmodell, welches nicht nur die Daten eines seriösen, gleichnamigen Schweizer Handelsakteurs missbraucht, sondern auch sonst in keiner Weise achtbar ist. Sind Sie in die Falle der falschen Multi-Manager Investments AG getappt? Wir helfen Ihnen da raus.
Identitätsmissbrauch als zentrales Täuschungselement
Die Bezeichnung „Multi-Manager Investments AG“ wird missbräuchlich genutzt, um Seriosität vorzutäuschen. Tatsächlich existiert zwar eine gleichnamige Gesellschaft in der Schweiz, doch die hier verwendete Internetadresse wurde erst am 10.02.2026 registriert. Diese zeitliche Kontroverse ist ein klares Warnsignal: Ein angeblich etabliertes Institut kann nicht gleichzeitig auf einer frisch angelegten Domain operieren.
Um Vertrauen zu erzeugen, übernehmen die Betreiber zentrale Identitätsmerkmale des echten Unternehmens. Dazu zählen die Anschrift in der Tödistrasse 36 in Zürich ebenso wie scheinbar offizielle Kontaktmöglichkeiten, etwa E-Mail-Adressen mit der Domain multi-manager-investments(.)com. Ergänzend werden Logos und Bezeichnungen von Institutionen wie FINMA, VSV oder Ombud Finanzen Schweiz eingebunden. Eine tatsächliche Verbindung zu diesen Stellen besteht jedoch nicht. Auch angebliche Auszeichnungen sind frei erfunden. Das Gesamtbild wirkt dadurch glaubwürdig, ist aber in Wirklichkeit eine sorgfältig konstruierte Kulisse.
Typischer Ablauf nach der Einzahlung
Charakteristisch für diese Art von Festgeldangeboten ist der Ablauf nach der Einzahlung. Zunächst locken überdurchschnittliche Zinsen und vermeintlich sichere Anlagebedingungen. In vielen Berichten wird geschildert, dass hohe Gewinne in Aussicht gestellt werden. Sobald jedoch eine Auszahlung verlangt wird, verschiebt sich das Verhalten: Es werden zusätzliche Kosten behauptet, etwa für Steuern oder Bearbeitungsgebühren, oder es werden weitere Einzahlungen verlangt. Die versprochene Rückzahlung bleibt aus. Dieses Muster spricht klar gegen ein legitimes Investment.
Die Rolle von Bankkonten im System
Damit solche Modelle funktionieren, benötigen die Verantwortlichen reale Bankverbindungen. Über diese Konten fließen die Einzahlungen der Anleger. Hinter den Konten stehen jedoch keine regulierten Vermögensverwalter, sondern Personen, die Teil eines Netzwerks zur Verschleierung von Geldflüssen sind. Die Identifizierung dieser Kontoinhaber ist ein zentraler Ansatzpunkt, um zivilrechtlich gegen die Beteiligten vorzugehen. Ohne diese Infrastruktur wäre die Durchführung des Betrugs nicht möglich.
Strukturen im Hintergrund
Die organisatorische Struktur ist in der Regel arbeitsteilig aufgebaut. Kommunikationszentren, häufig im Ausland, übernehmen die Ansprache der Anleger. Parallel dazu werden technische Mittel eingesetzt, um Professionalität zu simulieren. Die kurzfristige Registrierung der Domain bei Hello Internet Corp zeigt, wie schnell solche Plattformen erstellt und ebenso rasch wieder aufgegeben werden können. Durch den Diebstahl einer etablierten Unternehmensidentität wird gleichzeitig ein langjähriger Hintergrund vorgetäuscht.
Rechtliche Bewertung
Rechtlich handelt es sich um Anlagebetrug, wenn bewusst falsche Angaben gemacht werden, um Investitionen zu erlangen. Strafrechtlich kommen insbesondere § 263 StGB sowie – bei der Bewerbung von Kapitalanlagen – § 264a StGB in Betracht. Da die Gelder über verschiedene Konten geleitet werden, ist häufig auch der Tatbestand der Geldwäsche gemäß § 261 StGB erfüllt. Zivilrechtlich ergeben sich Ansprüche auf Schadensersatz, etwa aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB, sowie Rückforderungsansprüche nach § 812 BGB.
Darüber hinaus liegt es nahe, dass unerlaubt Finanzdienstleistungen angeboten werden, was gegen § 32 KWG verstößt. Auch gesetzliche Informationspflichten werden missachtet, insbesondere wenn die tatsächlichen Betreiber nicht transparent benannt werden (§ 5 DDG).
Vorsicht bei scheinbaren Rückzahlungen
Vereinzelt berichten Betroffene, dass zunächst kleinere Beträge ausgezahlt wurden. Solche Rückzahlungen dienen jedoch lediglich dazu, Vertrauen zu festigen und weitere Einzahlungen zu provozieren. Wer Gelder aus solchen Quellen erhält, sollte prüfen lassen, ob rechtliche Risiken bestehen, insbesondere im Zusammenhang mit Geldwäsche.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Betroffene sollten strukturiert vorgehen: Weitere Überweisungen unbedingt stoppen, sämtliche Kommunikation sichern, Zahlungsdaten vollständig dokumentieren und Strafanzeige erstatten. Zudem empfiehlt sich die Einschaltung eines spezialisierten Rechtsanwalts.
Der Weg zur Rückforderung
RESCH Rechtsanwälte verfügt über langjährige Erfahrung im Bank- und Kapitalmarktrecht und verfolgt systematisch die Spur der Gelder. Ziel ist es, die involvierten Kontoinhaber zu identifizieren und Ansprüche durchzusetzen.
Wer eine Rückforderung in Betracht zieht, sollte zeitnah handeln und rechtliche Unterstützung in Anspruch nehmen. Eine Prüfung des Einzelfalls zeigt, welche Schritte konkret möglich und sinnvoll sind.
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