Wer über die Seite digital.finanz-info.com vermeintlich sichere Festgeldanlagen abgeschlossen hat, könnte Opfer eines strukturierten Täuschungsmodells geworden sein. Die Plattform präsentiert sich als vertrauenswürdiger Vergleichsdienst, doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich deutliche Widersprüche und fragwürdige Angaben. Im Folgenden wird erläutert, wie das System funktioniert und welche Möglichkeiten bestehen, eingezahlte Gelder zurückzufordern.
Existiert ZinsRadar by Finanz Info tatsächlich?
Auf den ersten Blick vermittelt ZinsRadar by Finanz Info den Eindruck eines langjährig etablierten Finanzdienstleisters. Es wird von mehr als 15 Jahren Erfahrung gesprochen – eine Behauptung, die sich bei Überprüfung nicht bestätigt. Tatsächlich wurde die Domain digital.finanz-info.com erst Anfang Januar 2026 registriert. Eine so kurze Existenz passt kaum zu der dargestellten Historie. Auch die angebliche TÜV-Süd-Zertifizierung wirkt wenig glaubwürdig und scheint vor allem dem Zweck zu dienen, Vertrauen aufzubauen. Insgesamt entsteht der Eindruck einer künstlich aufgebauten Plattform ohne nachweisbaren operativen Hintergrund.
Warum Auszahlungen ausbleiben
Charakteristisch für diese Art von Anlagebetrug ist ein wiederkehrendes Muster: Zunächst werden überdurchschnittlich attraktive Konditionen in Aussicht gestellt. Nach einer Einzahlung jedoch treten Probleme auf. Auszahlungen verzögern sich oder werden von zusätzlichen Forderungen abhängig gemacht, etwa angeblichen Steuern, Gebühren oder weiteren Einzahlungen. Dieses Vorgehen dient ausschließlich dazu, weiteres Geld zu generieren. Betroffene stellen häufig fest, dass hinter der angeblichen Geldanlage keine reale Investition steht.
Unklare Angaben zu Verantwortlichen
Es wird eine Firma namens Initial Merit Secure Ltd aus Limassol, Zypern, aufgeführt. Zwar ist ein Unternehmen mit dieser Bezeichnung auf Zypern verzeichnet, jedoch fehlt ein belastbarer Nachweis für eine tatsächliche Verbindung zur hier eruierten Festgeld-Plattform. Gleiches gilt für den genannten Geschäftsführer Marios Zantis, dessen Bezug zur Website nicht eindeutig belegt werden kann. Solche Konstruktionen werden häufig genutzt, um Verantwortlichkeiten zu verschleiern und Seriosität vorzutäuschen.
Die Rolle der Bankkonten
Damit Zahlungen überhaupt abgewickelt werden können, greifen die Betreiber auf reale Konten zurück. Diese werden in vielen Fällen von sogenannten Finanzagenten bereitgestellt. Ohne diese Konten wäre das Modell nicht funktionsfähig. Genau hier setzen rechtliche Schritte an: Die Identifizierung der Kontoinhaber ermöglicht es, Ansprüche geltend zu machen und Gelder zurückzufordern.
Wer hinter den Geldflüssen steht
Die organisatorischen Strukturen wirken durchdacht. Gelder werden über mehrere Stationen geleitet, um ihre Herkunft zu verschleiern. Häufig sind die Kontoinhaber Unternehmen, die bewusst oder fahrlässig in entsprechende Vorgänge eingebunden sind. Daraus können sich Haftungsansprüche ergeben, unter anderem nach § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie nach § 812 BGB.
Rechtliche Bewertung des Vorgehens
Das bewusste Vorspiegeln falscher Tatsachen mit dem Ziel, Anleger zu Zahlungen zu bewegen, erfüllt regelmäßig den Tatbestand des Betrugs gemäß § 263 StGB. Werden zusätzlich irreführende Angaben zu Kapitalanlagen gemacht, kann auch § 264a StGB relevant sein. Da echte Konten zur Abwicklung genutzt werden, kommt häufig auch Geldwäsche nach § 261 StGB in Betracht. Zudem liegt ein Verstoß gegen § 32 KWG nahe, da Finanzdienstleistungen ohne entsprechende Erlaubnis angeboten werden.
Wichtig ist dabei: Strafverfahren führen nur selten direkt zur Rückzahlung. Entscheidend ist vielmehr die zivilrechtliche Nachverfolgung der Geldströme – ein Ansatz, auf den spezialisierte Kanzleien fokussiert sind.
Ein weiterer Aspekt: In manchen Fällen erhalten Betroffene kleinere Teilbeträge zurück. Die Annahme solcher Zahlungen kann unter Umständen rechtliche Risiken bergen, etwa im Zusammenhang mit Geldwäschevorwürfen. Eine vorherige juristische Einschätzung ist daher ratsam.
Empfohlene Schritte für Betroffene
Wer betroffen ist, sollte keine weiteren Zahlungen leisten und sämtliche Unterlagen sichern, einschließlich Kommunikationsverläufen und Zahlungsnachweisen. Zusätzlich empfiehlt sich eine Strafanzeige sowie die Einschaltung eines spezialisierten Rechtsanwalts im Bank- und Kapitalmarktrecht.
Bedeutung individueller Erfahrungen
Zahlreiche Betroffene berichten von ähnlichen Abläufen. Diese Übereinstimmungen deuten auf ein systematisches Vorgehen hin. Individuelle Erfahrungsberichte können dazu beitragen, Strukturen offenzulegen und rechtliche Ansprüche durchzusetzen.
RESCH Rechtsanwälte ist seit vier Jahrzehnten im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht tätig und unterstützt Mandanten bei Fällen von Anlagebetrug und Geldwäsche. Wer eine Rückforderung prüfen lassen möchte, kann telefonisch unter +49 30 / 88 59 77 0 oder über die Website Kontakt aufnehmen. Eine rechtliche Prüfung zeigt auf, welche Schritte im konkreten Fall sinnvoll sind.
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