Haben Sie über atri-cons(.)com oder atri-lim(.)com Gelder investiert?

14.04.2026 25 Mal gelesen
Colibri Anlage täuscht mit Festgeldangeboten, die FINMA warnt. Erfahren Sie, wie Anleger betrogen werden und wie Sie Ihr Geld zurückfordern können.

Wenn Sie Kapital über die Website colibri-anlage(.)com angelegt haben, besteht dringender Handlungsbedarf. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA warnt ausdrücklich vor dieser Plattform und betont, dass keinerlei Verbindung zur real existierenden, fast gleich klingenden Colibri Anlage Partner AG besteht. Es handelt sich um einen Fall von Identitätsmissbrauch im Kontext eines Festgeldbetrugs. Im Folgenden wird erläutert, wie dieses System funktioniert und welche Schritte Betroffene ergreifen können.

Täuschung durch Nutzung fremder Identität

Die hinter der Plattform stehenden Akteure erwecken gezielt den Eindruck einer seriösen Vermögensverwaltung mit Bezug zur Schweiz. Tatsächlich greifen sie auf den Namen eines echten Unternehmens zurück, um Vertrauen aufzubauen. Laut FINMA existiert jedoch keinerlei Verbindung zwischen der Website colibri-anlage(.)com und der legitimen Colibri Anlage Partner AG aus Schlierbach (CH). Solche Vorgehensweisen sind typisch für organisierte Anlagebetrugsmodelle. Auch die angegebene Adresse sowie die Telefonnummer +41 61 912 45 25 dienen lediglich dazu, eine glaubwürdige Fassade zu schaffen und aufrecht zu erhalten.

Erfahrungsberichte: Attraktive Zinsen als Lockmittel

Betroffene schildern wiederkehrende Abläufe. Angeboten werden vermeintlich sichere Anlagen wie Festgeld oder Tagesgeld mit auffällig hohen Zinssätzen, beispielsweise 4,25 % oder 3,51 % jährlich. Diese Werte erscheinen verlockend, sind jedoch wirtschaftlich nicht wirklich plausibel. In einem dokumentierten Fall wurden 40.000 EUR auf Konten mit französischer IBAN transferiert, angeblich im Zusammenhang mit einer Bank in Paris. Solche Konstruktionen sollen Seriosität suggerieren, dienen aber ausschließlich dazu, Einzahlungen zu lenken. Eine reale Investition erfolgt nicht.

Auszahlungen bleiben aus – es riecht nach Anlagebetrug

Sobald Anleger ihr Geld zurückfordern, verändert sich die Situation. Berichten zufolge werden Auszahlungen verweigert oder an zusätzliche Bedingungen geknüpft. Häufig werden plötzlich Gebühren, Steuern oder Sicherheitsleistungen verlangt, die in Wirklichkeit nicht existieren. Ziel ist es, weitere Zahlungen zu provozieren. Die bisherigen Fälle zeigen eindeutig: Rückzahlungen finden nicht statt. Und final ist die Website dann plötzlich nicht mehr erreichbar.

Bedeutung der Bankkonten im Betrugssystem

Das Modell funktioniert nur durch die Nutzung realer Bankverbindungen, etwa mit französischen IBANs. Diese Konten stehen im Besitz der Täter oder ihnen nahestehender Personen. Genau hier setzt die rechtliche Aufarbeitung an: Es werden die Empfänger der Gelder identifiziert, um zivilrechtliche Ansprüche geltend zu machen. Ohne diese Kontostrukturen wäre die Durchführung des Betrugs nicht möglich.

Wer steht hinter den Zahlungsempfängern?

Die organisatorischen Strukturen solcher Plattformen sind häufig verschachtelt. Oft werden bestehende Firmen oder sogenannte Strohleute eingesetzt, um Geldflüsse zu verschleiern. Dennoch gilt: Wer unrechtmäßig erlangte Zahlungen erhält, kann nach § 812 BGB zur Rückgabe verpflichtet sein. Darüber hinaus kommen Schadensersatzansprüche gemäß § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB in Betracht.

Rechtliche Bewertung des Vorgehens

Das bewusste Vorspiegeln falscher Tatsachen, um an fremdes Vermögen zu gelangen, erfüllt den Tatbestand des Betrugs. Zusätzlich kann ein Kapitalanlagebetrug nach § 264a StGB vorliegen. Auch Geldwäsche gemäß § 261 StGB spielt eine Rolle, da die Gelder über verschiedene Konten weitergeleitet werden. Wichtig ist zudem, dass auch Empfänger solcher Zahlungen unter Umständen strafrechtliche Risiken tragen. Eine sorgfältige juristische Prüfung ist daher unerlässlich.

Gesamtbewertung der betrügerischen Festgeldplattform

Die Analyse führt zu einem klaren Ergebnis: Es handelt sich nicht um ein seriöses Anlageangebot, sondern um ein systematisch aufgebautes Betrugskonstrukt. Die Kombination aus missbräuchlich genutzter Identität, unrealistischen Renditeversprechen und verweigerten Auszahlungen lässt keinen anderen Schluss zu. Die Erfahrungen Betroffener bestätigen dieses Bild durchgehend.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  • Keine weiteren Überweisungen tätigen 
  • Zahlungsnachweise sichern 
  • Sämtliche Kommunikationen dokumentieren 
  • Strafanzeige erstatten 
  • Einen spezialisierten Anwalt für Anlagebetrug kontaktieren 

Wege zur Rückforderung

RESCH Rechtsanwälte ist auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Anlagebetrug und Geldwäsche. Betroffene können Kontakt aufnehmen, um ihren Fall prüfen zu lassen und konkrete Möglichkeiten zur Rückholung ihres investierten Kapitals zu besprechen. Eine Kontaktaufnahme ist telefonisch unter +49 30 / 88 59 77 0 oder über das Online-Formular der Kanzlei möglich.

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