Josef Seibel Investments: Jetzt investiertes Geld zurückholen!

Kapitalanlagerecht
09.04.2026 8 Mal gelesen
Josef Seibel Investments steht unter Betrugsverdacht. Die FINMA warnt. Betroffene sollten keine Zahlungen mehr leisten, Beweise sichern und Ansprüche prüfen.

Wer über die Plattform jsinvestments(.)ch Kapital angelegt hat, ist sehr wahrscheinlich auf einen professionell inszenierten Betrug gestoßen. Die Betreiber geben sich als langjährig erfahrene Finanzspezialisten aus und arbeiten mit glaubwürdig wirkenden Details. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA hat bereits am 31.03.2026 eine offizielle Warnung ausgesprochen. Betroffene sollten nicht zögern, sondern aktiv werden, um ihre Verluste zu begrenzen und Rückforderungen einzuleiten.

 

Existiert Josef Seibel Investments tatsächlich?

Auf den ersten Blick wirkt das Angebot wie das eines etablierten Brokers: eine Adresse in Genf, konkrete Kontaktdaten und der Verweis auf angeblich jahrzehntelange Expertise. Doch genau diese Elemente sind Teil einer gezielten Täuschung. Die angegebene Anschrift in der Rue du Prieuré 6 sowie Telefonnummer und E-Mail-Adresse dienen lediglich dazu, Vertrauen aufzubauen. Ein entscheidender Hinweis auf die fehlende Seriosität ist die erst am 27.10.2025 registrierte Domain jsinvestments(.)ch. Damit ist die behauptete Erfahrung von über 20 Jahren offensichtlich frei erfunden. Die Warnung der FINMA bestätigt diese Einschätzung zusätzlich.

 

Warum Auszahlungen ausbleiben

Ein typisches Kennzeichen solcher Modelle zeigt sich auch hier: Anleger erhalten ihr Geld nicht zurück. Stattdessen werden immer neue Forderungen gestellt, etwa angebliche Steuerabgaben, Provisionen oder Sicherheitsleistungen. Betroffene berichten, dass sie wiederholt zur Zahlung gedrängt werden. Ziel dieser Strategie ist es ausschließlich, weitere Gelder zu generieren – eine tatsächliche Auszahlung erfolgt in der Regel nicht.

 

Die Rolle von Bankverbindungen im Betrugssystem

Damit Geld überhaupt transferiert werden kann, greifen die Täter auf reale Konten zurück. Diese laufen entweder auf die Hinterleute selbst oder auf sogenannte Finanzagenten. Die Nachverfolgung dieser Zahlungsströme ist ein zentraler Ansatzpunkt: Ohne diese Konten wäre das gesamte Konstrukt nicht funktionsfähig. Genau hier setzen rechtliche Maßnahmen an, um Verantwortliche zu identifizieren und Ansprüche durchzusetzen.

 

Wer steckt hinter der Plattform?

Hinter solchen Angeboten stehen meist arbeitsteilig organisierte Gruppen mit internationaler Ausrichtung. Technik, Kommunikation und Zahlungsabwicklung greifen ineinander und wirken professionell abgestimmt. In vielen Fällen erfüllen diese Strukturen die Voraussetzungen einer kriminellen Vereinigung im Sinne des § 129 StGB. Auch Personen, die in die Geldwäsche eingebunden sind, können für entstandene Schäden haftbar gemacht werden.

 

Rechtliche Bewertung

Wer durch falsche Angaben dazu gebracht wird, Geld zu überweisen, ist Opfer eines Betrugs. Im vorliegenden Fall kommen insbesondere Betrug (§ 263 StGB) und Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB) in Betracht. Hinzu kommt das unerlaubte Erbringen von Finanzdienstleistungen nach § 32 KWG. Häufig liegt zudem Geldwäsche gemäß § 261 StGB vor.

Auch zivilrechtlich bestehen Möglichkeiten: Rückforderungen können sich aus § 812 BGB ergeben, Schadensersatzansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB. Diese Ansprüche richten sich insbesondere gegen die Inhaber der verwendeten Konten.

 

Vorsicht bei vermeintlichen Rückzahlungen

Gelegentlich werden kleinere Beträge ausgezahlt, um Vertrauen zu schaffen und weitere Einzahlungen zu provozieren. Solche Zahlungen sollten kritisch betrachtet werden, da sie rechtliche Risiken bergen können. Eine juristische Prüfung ist in solchen Fällen dringend zu empfehlen.

 

Was Betroffene jetzt tun sollten

- Keine weiteren Überweisungen tätigen

- Sämtliche Unterlagen und Kommunikationsverläufe sichern

- Den Kontakt zu den Verantwortlichen abbrechen

- Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden erstatten

- Rechtlichen Beistand durch spezialisierte Anwälte einholen

 

Die geschilderten Erfahrungen zeigen ein klares und wiederkehrendes Muster. Es ist wichtig, sich nicht weiter beeinflussen zu lassen und strukturiert vorzugehen.

RESCH Rechtsanwälte unterstützt Mandanten im Bank- und Kapitalmarktrecht, insbesondere bei Fällen von Anlagebetrug und Geldwäsche. Ziel ist es, Zahlungsströme nachzuvollziehen, Beteiligte zu identifizieren und Rückforderungen durchzusetzen.

Wenn Sie Zahlungen an Josef Seibel Investments geleistet haben, sollten Sie zeitnah handeln. Eine rechtliche Prüfung kann klären, welche Schritte sinnvoll sind und wie Sie Ihre Ansprüche geltend machen können.

 

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