LIRUNEX: Trading-Betrug erkennen und Geld zurückfordern

20.03.2026 71 Mal gelesen
LIRUNEX steht unter BaFin-Beobachtung. Erfahren Sie, wie Anleger getäuscht werden und wie Sie Ihr investiertes Geld rechtlich zurückfordern können.

Wer über die Plattform LIRUNEX investiert oder dort angeblich mit Finanzprodukten gehandelt hat, könnte Opfer eines Anlagebetrugs geworden sein. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnte bereits vor Aktivitäten im Zusammenhang mit LIRUNEX. Besonders betroffen sind die Domains lirunex.online, lirunex.com und lirunex.network sowie die Subdomain client.lirunex.online. Auch die Seite lxcampaign.com steht offenbar im Umfeld dieser Struktur. Zahlreiche Anleger berichten von vergleichbaren Erfahrungen mit der Plattform sowie mit der App „Lirunex Trading“. Wer über eine der genannten Seiten investiert hat, sollte schnell reagieren und verstehen, wie das System funktioniert und welche Möglichkeiten bestehen, investiertes Kapital zurückzufordern.

 

Wie läuft der mutmaßliche Betrug rund um LIRUNEX ab?

Bei Anlagebetrug wird Vertrauen gezielt aufgebaut, um Anleger zu Geldüberweisungen zu bewegen. Häufig geschieht dies durch falsche oder irreführende Angaben zu Renditechancen. Genau dieses Vorgehen schildern viele Nutzer im Zusammenhang mit der Plattform LIRUNEX. Zu Beginn treten angebliche Broker meist sehr überzeugend auf und präsentieren sich als erfahrene Experten im Handel mit Forex, Kryptowährungen oder anderen Finanzinstrumenten. In Gesprächen werden außergewöhnlich hohe Gewinne in Aussicht gestellt.

Ein besonders auffälliges Merkmal ist der angepriesene Hebel von bis zu 1:2000. Auf regulierten europäischen Märkten wären derart hohe Hebel praktisch nicht zulässig. Solche Angaben dienen häufig lediglich dazu, Anleger zu höheren Einzahlungen zu bewegen.

Auf der Trading-Oberfläche erscheinen anschließend scheinbar erfolgreiche Handelsverläufe. Die dargestellten Gewinne wirken realistisch und steigern das Vertrauen der Nutzer. Tatsächlich handelt es sich nach Berichten Betroffener jedoch lediglich um eine grafische Simulation innerhalb der Plattform. Ziel dieser Darstellung ist es, weitere Einzahlungen zu provozieren.

 

Warum Auszahlungen bei LIRUNEX häufig scheitern

Sobald Investoren versuchen, ihr angebliches Guthaben auszahlen zu lassen, treten häufig Schwierigkeiten auf. Viele Betroffene berichten, dass plötzlich zusätzliche Zahlungen verlangt werden. Begründet werden diese Forderungen etwa mit angeblichen Steuern, Bearbeitungsgebühren oder einem sogenannten Liquiditätsnachweis. Jede weitere Zahlung wird als Voraussetzung dargestellt, damit eine Auszahlung erfolgen könne.

Dieses Vorgehen entspricht einem typischen Muster des Kapitalanlagebetrugs im Sinne des § 264a StGB. Die in der Plattform angezeigten Gewinne existieren in Wirklichkeit oft nicht. Auch positive Bewertungen im Internet können Teil der Inszenierung sein und dienen möglicherweise dazu, neue Anleger anzulocken.

Selbst wenn einzelne Auszahlungen erfolgen, ist Vorsicht geboten. Solche Rückzahlungen können aus einem Geldwäschenetzwerk stammen. Wer Gelder aus entsprechenden Quellen erhält, kann unter Umständen selbst mit dem Straftatbestand der Geldwäsche nach § 261 StGB in Berührung kommen. Daher empfiehlt sich stets eine juristische Prüfung des Einzelfalls.

 

Existiert die Trading-Plattform LIRUNEX tatsächlich?

Nach außen präsentiert sich LIRUNEX wie ein international tätiger Broker mit professioneller Infrastruktur. Auf der Website werden moderne Handelsoberflächen gezeigt, außerdem wird eine eigene App mit der Bezeichnung „Lirunex Trading“ beworben. Darüber hinaus erscheinen angebliche Geschäftsanschriften, unter anderem Suite 201, 2nd Floor, The Catalyst, 40 Silicon Avenue, Ebene Cybercity, Mauritius.

In vielen Fällen entpuppt sich diese Darstellung jedoch als reine Fassade. Die technische Umgebung erzeugt lediglich den Eindruck realer Handelsaktivitäten. Während die Charts scheinbare Gewinne anzeigen, findet im Hintergrund möglicherweise gar kein tatsächlicher Handel statt. Auch die angeblichen Broker können Teil dieser Inszenierung sein. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte die BaFin am 12.03.2026 eine Warnmeldung zu Aktivitäten im Umfeld von LIRUNEX.

Recherchen weisen zudem auf mögliche Verbindungen zu weiteren Plattformen hin, darunter VYNEX. Auch Domains wie vynextrade.com, globalft.world oder svype.app tauchen im Zusammenhang mit ähnlichen Strukturen auf. Solche Netzwerke sind typisch für international organisierte Anlagebetrugssysteme.

 

Warum Bankkonten eine zentrale Rolle im LIRUNEX-System spielen

Damit Anleger überhaupt Geld einzahlen können, benötigen die Betreiber funktionierende Zahlungswege und reale Bankkonten. Über diese Konten werden die eingehenden Gelder weitergeleitet. Häufig sind sie Bestandteil komplexer internationaler Geldwäschestrukturen.

Genau an diesem Punkt setzt die juristische Aufarbeitung an. Nach deutschem Recht können sich zivilrechtliche Ansprüche ergeben. In Betracht kommen unter anderem Ansprüche aus § 823 Absatz 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie Rückforderungsansprüche aus § 812 BGB. Wer Gelder erhält, die aus betrügerischen Handlungen stammen, darf diese rechtlich nicht dauerhaft behalten.

Ermittlungen konzentrieren sich daher häufig auf die Identifizierung der beteiligten Kontoinhaber. Ohne diese Konten könnten die Betreiber ihre Strukturen nicht aufrechterhalten. Sobald Verantwortliche festgestellt werden, können Rückzahlungsansprüche geprüft und geltend gemacht werden.

 

Welche Schritte Betroffene jetzt ergreifen sollten

Viele Geschädigte berichten über ähnliche Abläufe. Entscheidend ist, die Situation strukturiert anzugehen und weitere Schäden zu vermeiden.

Wichtige Maßnahmen können sein:

  • Keine weiteren Zahlungen an die Plattform leisten
  • Überweisungsbelege und Zahlungsnachweise sichern
  • E-Mails, Chats und sonstige Kommunikation mit LIRUNEX dokumentieren
  • Strafanzeige bei der Polizei stellen
  • Einen auf Anlagebetrug spezialisierten Rechtsanwalt kontaktieren

 

RESCH Rechtsanwälte ist eine Großkanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht mit 40 Jahren Erfahrung in Fällen von Anlagebetrug und Geldwäsche. Seit Jahrzehnten unterstützen wir Betroffene dabei, verlorene Gelder zurückzufordern.

Wenn Sie Geld über die Plattform LIRUNEX investiert haben, sollten Sie zeitnah handeln. Sie erreichen RESCH Rechtsanwälte telefonisch unter +49 30 / 88 59 77 0 oder über das Kontaktformular auf unserer Website. Unsere Anwälte prüfen Ihren Fall und erläutern, welche rechtlichen Schritte im konkreten Fall möglich sind.

 

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