Centinary: Trading-Betrug erkennen und Geld zurückfordern

20.03.2026 21 Mal gelesen
Centinary wirkt seriös, doch vieles spricht für Betrug. Erfahren Sie, wie Anleger getäuscht werden und wie Sie Ihr investiertes Geld zurückfordern können.

Wer über die Webseite centinary.com oder den Zugang client.centinary.com investiert hat, sollte aufmerksam werden. Die Plattform vermittelt den Eindruck eines professionellen Online-Brokers mit Support rund um die Uhr, angeblicher Trader-Community und aktuellen Marktanalysen. Nach den vorliegenden Erfahrungen deutet jedoch vieles darauf hin, dass diese Darstellung lediglich dazu dient, Anleger zu Einzahlungen zu bewegen. Wenn Sie Geld an Centinary überwiesen haben, ist es wichtig, schnell zu reagieren und die Hintergründe zu kennen.

Wie das Betrugssystem hinter Centinary aufgebaut ist?

Beim sogenannten Anlagebetrug werden Menschen durch falsche oder manipulierte Angaben dazu gebracht, Geld zu investieren. Genau ein solches Muster lässt sich auch bei Centinary beobachten. Die Plattform präsentiert sich als moderner Anbieter für Online-Trading und wirbt mit professionellen Analysen, persönlicher Betreuung sowie einem angeblich aktiven Austausch unter Tradern.

Diese Darstellung hat vor allem eine Funktion: Vertrauen erzeugen. Sobald Anleger überzeugt sind, sollen sie Einzahlungen vornehmen. Mehrere Betroffene berichten, dass ihnen innerhalb ihres Kontos steigende Gewinne angezeigt wurden. Solche Zahlen wirken überzeugend, stellen jedoch lediglich eine simulierte Oberfläche dar. Echte Handelsgeschäfte finden nach diesen Berichten nicht statt. Stattdessen besteht das Ziel offenbar darin, Nutzer zu weiteren Überweisungen zu bewegen. Juristisch kann ein solches Vorgehen sowohl als Betrug nach § 263 StGB als auch als Kapitalanlagebetrug gemäß § 264a StGB bewertet werden.

Warum Anleger bei Centinary keine Auszahlung erhalten?

Ein charakteristisches Merkmal vieler Trading-Betrugsmodelle zeigt sich nach der ersten Einzahlung. Sobald Investoren versuchen, ihr Guthaben oder angebliche Gewinne auszahlen zu lassen, tauchen plötzlich zusätzliche Anforderungen auf. Häufig wird behauptet, vor einer Auszahlung müssten zunächst Steuern, Provisionen oder Sicherheitsleistungen beglichen werden.

Solche Forderungen sind in der Regel frei erfunden. Viele Erfahrungsberichte zu Centinary zeigen, dass nach solchen Zahlungen entweder weitere Kosten verlangt werden oder der Kontakt zu den angeblichen Beratern immer schwieriger wird. In zahlreichen Fällen bricht die Kommunikation schließlich vollständig ab. Das investierte Geld bleibt verschwunden, während zusätzliche Einzahlungen den Verlust nur vergrößern.

Existiert die Trading-Plattform Centinary tatsächlich?

Auf den ersten Blick wirkt Centinary wie ein seriöser Broker im Internet. Die Website zeigt scheinbar funktionierende Handelskonten, angebliche Kursentwicklungen und eine professionelle Trading-Umgebung. Diese Elemente können jedoch Teil einer gezielten Inszenierung sein, die Vertrauen erzeugen soll.

Als Betreiber wird auf der Website eine Gesellschaft mit dem Namen Frexco Global LLC genannt. Diese soll in St. Vincent und den Grenadinen registriert sein und ihren Sitz im Griffith Corporate Centre in Kingstown haben, mit der Firmennummer 3373 LLC 2024. Ein entsprechender Eintrag ist zwar im Register auffindbar, wird dort jedoch als „cancelled“ geführt. Das deutet darauf hin, dass von dieser Gesellschaft keine aktiven Geschäfte mehr ausgehen.

Zusätzlich erscheinen die weiteren Angaben widersprüchlich. Neben der Karibik-Adresse wird eine Anschrift in London genannt: 20 Balderton Street, London, England W1K 6TL. Außerdem nennt die Website eine Telefonnummer mit britischer Vorwahl (+44 1379 77 8425) sowie die E-Mail-Adresse info@centinary.com. Gleichzeitig wird erklärt, dass zypriotisches Recht Anwendung finden soll. Diese Mischung verschiedener Standorte und Rechtsordnungen lässt erhebliche Zweifel an der Seriosität entstehen.

Auch ein Blick auf die Internetdomain liefert Hinweise. Die Adresse centinary.com wurde erst am 23.02.2024 über den Registrar Cloudflare, Inc. registriert. Für eine angeblich etablierte Handelsplattform wirkt eine derart junge Domain ungewöhnlich.

Verstöße gegen Finanzaufsichtsrecht

Unternehmen, die Trading- oder Investmentdienstleistungen anbieten, benötigen normalerweise eine behördliche Zulassung. Ohne eine solche Genehmigung dürfen entsprechende Finanzgeschäfte nicht betrieben werden. Fehlt diese Erlaubnis, kann dies einen Verstoß gegen § 32 des Kreditwesengesetzes darstellen, da unerlaubt Finanzdienstleistungen erbracht werden.

Darüber hinaus kommen für geschädigte Anleger auch zivilrechtliche Ansprüche in Betracht. Häufig lassen sich Rückforderungen wegen ungerechtfertigter Bereicherung nach § 812 BGB prüfen. Ebenso können Schadensersatzansprüche aus § 823 Absatz 2 BGB in Verbindung mit dem Betrugstatbestand des § 263 StGB relevant sein.

Eine wichtige Rolle spielen zudem die Bankkonten, über die Einzahlungen abgewickelt wurden. Ohne solche Konten könnten Betreiber eines Anlagebetrugs keine Gelder von Investoren annehmen. In vielen Fällen stehen hinter diesen Konten komplexe Strukturen, die häufig im Zusammenhang mit Geldwäsche genutzt werden. Personen, die solche Konten bereitstellen oder darüber Gelder weiterleiten, können unter Umständen selbst strafrechtlich relevant handeln, etwa nach § 261 StGB.

Wie geschädigte Anleger ihr Geld zurückfordern können

Der entscheidende Ansatzpunkt bei der Aufklärung solcher Fälle liegt häufig in den Zahlungswegen. Auch wenn die Betreiber anonym auftreten, werden reale Bankkonten oder Zahlungsdienstleister verwendet. Über diese Spuren lässt sich oft nachvollziehen, wohin das Geld geflossen ist.

Auf solche Ermittlungen spezialisieren sich Anwälte im Bank- und Kapitalmarktrecht. RESCH Rechtsanwälte verfügt über rund vier Jahrzehnte Erfahrung in der Aufarbeitung von Anlagebetrug und Geldwäschefällen. Ziel ist es, die Empfänger der Gelder innerhalb der Zahlungsstrukturen zu identifizieren und diese gegebenenfalls zivilrechtlich haftbar zu machen.

Wichtige Schritte für Anleger mit Centinary-Erfahrungen:

a. Keine weiteren Überweisungen oder Zahlungen vornehmen
b. Alle Nachweise zu Transfers und Wallet-Bewegungen sichern
c. Nachrichten, E-Mails und Chatverläufe mit der Plattform dokumentieren
d. Schnell rechtlichen Rat einholen

Wenn Sie prüfen lassen möchten, ob sich Ihr investiertes Geld von Centinary zurückholen lässt, sollten Sie zeitnah handeln. RESCH Rechtsanwälte sind unter +49 30 / 88 59 77 0 erreichbar. Alternativ kann eine Anfrage über das Kontaktformular auf der Website gestellt werden. In einer ersten Prüfung erläutern die Anwälte, welche nächsten Schritte möglich sind.

 

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