Homeoffice – was Arbeitgeber u. Arbeitnehmer arbeitsrechtlich beachten

Homeoffice
10.01.202123 Mal gelesen
Bei Homeoffice sind neben den Vor- und Nachteilen auch die arbeitsrechtlichen Vorgaben zu beachten.

Homeoffice - was Arbeitgeber u. Arbeitnehmer arbeitsrechtlich beachten müssen

Seit Corona arbeiten viele Arbeitnehmer ganz oder zeitweise in Homeoffice. Dies hat sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber Vorteile. Arbeitnehmer sparen sich die Zeiten fürs Pendeln zum Arbeitsplatz und haben dadurch mehr Zeit für die Familie, sie sind bei der Gestaltung des Tagesablaufs flexibler, Pausen für Kinderbetreuung, Einkauf und Haushalt lassen sich bequem einbauen. Arbeitgeber vermeiden das Risiko, dass sich die Mitarbeiter gegenseitig mit Corona anstecken und dann ausfallen. Außerdem können sie so ihren Betrieb im Regelfall einigermaßen normal aufrecht erhalten. Aber Homeoffice hat auch Nachteile bzw. Risiken. Für Arbeitnehmer ist Arbeit und Freizeit nicht mehr klar voneinander getrennt und es besteht die Gefahr, dass sie rund um die Uhr erreichbar sein müssen. Arbeitgeber können ihre Arbeitnehmer bzw. deren Arbeit nicht mehr direkt kontrollieren. Homeoffice ist zudem kein rechtsfreier Raum. Es müssen auch hier die "normalen" arbeitsrechtlichen Vorgaben beachtet werden. Da für die meisten Arbeitnehmer und Arbeitgeber derzeit offenbar die Vorteile überwiegen und sie daher auch in der Nach-Corona-Zeit Homeoffice beibehalten möchten, lohnt sich ein Blick darauf, was rechtlich zu beachten ist.

Gibt es einen Rechtsanspruch auf Homeoffice?

Aktuell haben Arbeitnehmer in Deutschland keinen Anspruch, ganz oder zeitweise in Homeoffice zu arbeiten. Das Bundesarbeitsministerium plant hier aber Änderungen.

Aber auch Arbeitgeber können nicht einseitig Homeoffice anordnen.

Etwas anderes gilt in beiden Fällen, wenn Homeoffice im Arbeitsvertrag oder einem Tarifvertrag bzw. einer Betriebsvereinbarung geregelt ist.

Sinnvolle Regelungen zu Homeoffice:

Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer Homeoffice ermöglichen wollen, sollten vor allem folgende Aspekte geregelt werden:

- in welchem Umfang soll Homeoffice möglich sein (einzelne Tage, bestimmte Stundenzahl pro Woche, fest oder flexibel)

- welche Arbeitszeiten sollen in Homeoffice  gelten (feste Zeiten, Gleitzeit mit oder ohne feste Kernarbeitszeit, Vertrauensarbeitszeit)

- wie soll die Arbeitszeit dokumentiert werden (elektronische Arbeitszeiterfassung z.B. durch Einloggen ins Firmennetzwerk, Aufschrieb durch Arbeitnehmer und Gegenzeichnung durch Vorgesetzten)

- wie soll das Thema Überstunden gehandhabt werden

- zu welchen Zeiten muss der Arbeitnehmer erreichbar sein

- wer bestimmt die Lage der Pausen

- wer stellt die benötigten Arbeitsmittel (Laptop bzw. PC, Drucker, Papier, Toner, etc.) zur Verfügung (Arbeitnehmer oder Arbeitgeber)

- wer richtet den Arbeitsplatz zu Hause ein (Schreibtisch, Bürostuhl, Beleuchtung, etc.)

- wer trägt die entstehenden Kosten (Strom, Heizung, Internet/Telefon) u. wie werden diese abgerechnet (Pauschale, genaue Abrechnung)

Welche gesetzlichen Vorgaben gelten im Homeoffice?

Wie bei der Arbeit im Betrieb vor Ort gelten auch im Homeoffice die "normalen" arbeitsrechtlichen Vorgaben, etwa zum Arbeitsschutz (Ausstattung Arbeitsplatz, Beleuchtung, etc.), zu den Arbeitszeiten (Höchstarbeitszeit pro Tag u. pro Woche, Pausenzeiten, Ruhezeiten, grds. Verbot von Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit) und zum Datenschutz (sichere Datenübertragung, sichere Verwahrung von Unterlagen im Homeoffice).

Empfehlung:

Um Unklarheiten und Streitigkeiten zu vermeiden, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglichst genaue Regelungen zum Homeoffice treffen. Dabei sollten sowohl die bereits bestehenden rechtlichen Vorgaben als auch die Planungen der Bundesregierung beachtet werden.

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