Die Internetseite ganzgroup.com tritt unter den Bezeichnungen Ganz Capital Partners Limited beziehungsweise GCP Group als Anbieter von Finanz- und Investmentdienstleistungen auf. Nach einer aktuellen Warnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) besteht jedoch der Verdacht, dass die Betreiber ohne die gesetzlich erforderliche Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen anbieten. Darüber hinaus weist die BaFin darauf hin, dass der Betreiber fälschlicherweise angibt, in Großbritannien und Luxemburg reguliert zu sein. Anleger sollten daher äußerste Vorsicht walten lassen und vor einer Investition sämtliche Angaben kritisch überprüfen.
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Ganz Capital Partners Limited – BaFin veröffentlicht Warnung
Die BaFin warnt ausdrücklich vor Angeboten auf der Internetseite ganzgroup.com. Nach den Erkenntnissen der Finanzaufsicht werden dort ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen angeboten.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass die Betreiber gegenüber Anlegern behaupten, sowohl im Vereinigten Königreich als auch in Luxemburg einer staatlichen Finanzaufsicht zu unterliegen. Nach den Feststellungen der BaFin trifft diese Behauptung jedoch nicht zu.
Gerade vermeintliche Hinweise auf eine Regulierung durch internationale Finanzaufsichtsbehörden sollen bei Anlegern besonderes Vertrauen schaffen. Wer davon ausgeht, dass ein Anbieter staatlich überwacht wird, ist oftmals eher bereit, größere Geldbeträge zu investieren. Werden entsprechende Angaben jedoch unzutreffend verwendet, kann dies Anleger über die tatsächliche Seriosität des Anbieters täuschen.
Welche Finanzprodukte werden beworben?
Plattformen dieser Art werben regelmäßig mit einer Vielzahl unterschiedlicher Anlageprodukte und professioneller Vermögensverwaltung.
Typischerweise werden unter anderem angeboten:
- Aktien,
- Wertpapierhandel,
- Anleihen,
- Investmentfonds,
- Kryptowährungen,
- Devisenhandel (Forex),
- CFDs,
- Rohstoffe,
- Vermögensverwaltung,
- individuelle Investmentlösungen.
Häufig wird der Eindruck vermittelt, erfahrene Analysten oder Vermögensverwalter würden sämtliche Handelsentscheidungen übernehmen und besonders attraktive Renditen erzielen.
Professionelle Außendarstellung ersetzt keine Zulassung
Internetseiten im Bereich des Online-Anlagebetrugs sind oftmals professionell gestaltet und wirken auf den ersten Blick seriös.
Nicht selten verfügen sie über:
- moderne Handelsplattformen,
- persönliche Kundenbereiche,
- Live-Kurse,
- Depotübersichten,
- Gewinnstatistiken,
- professionelle Unternehmenspräsentationen,
- internationale Standorte,
- hochwertige Broschüren und Vertragsunterlagen.
Allein eine professionelle Gestaltung sagt jedoch nichts über die tatsächliche Zulassung oder Seriosität eines Finanzdienstleisters aus.
Entscheidend ist vielmehr, ob für die angebotenen Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen tatsächlich eine behördliche Erlaubnis besteht.
Falsche Angaben zur Regulierung als Warnsignal
Ein besonders kritischer Punkt im vorliegenden Fall ist die nach Angaben der BaFin unzutreffende Behauptung einer Regulierung im Vereinigten Königreich und in Luxemburg.
Gerade Hinweise auf internationale Finanzaufsichtsbehörden werden von Anlegern häufig als Qualitätsmerkmal verstanden. Tatsächlich prüfen viele Interessenten vor einer Investition lediglich, ob auf der Internetseite Angaben zu einer Lizenz oder einer Aufsichtsbehörde vorhanden sind.
Kriminelle Betreiber nutzen dieses Vertrauen gezielt aus. Sie nennen angebliche Registrierungsnummern, verwenden Logos von Aufsichtsbehörden oder behaupten, über internationale Zulassungen zu verfügen. Für Anleger entsteht dadurch der Eindruck, dass sämtliche gesetzlichen Anforderungen erfüllt seien.
Stellt sich später heraus, dass diese Angaben unzutreffend sind, kann dies ein erhebliches Warnsignal für die fehlende Seriosität des Angebots darstellen.
Typischer Ablauf bei Online-Anlagebetrug
Aus zahlreichen Fällen des Online-Anlagebetrugs ist ein ähnliches Vorgehen bekannt.
Nach der Registrierung werden Interessenten häufig telefonisch kontaktiert und zu einer ersten Einzahlung bewegt.
Anschließend erscheinen auf dem Benutzerkonto oftmals steigende Guthaben oder angebliche Handelsgewinne. Dadurch soll Vertrauen aufgebaut werden.
Im weiteren Verlauf empfehlen persönliche Ansprechpartner regelmäßig höhere Investitionen. Begründet wird dies beispielsweise mit:
- außergewöhnlichen Marktchancen,
- exklusiven Investmentmöglichkeiten,
- professionellen Handelsstrategien,
- zeitlich begrenzten Angeboten,
- besonders erfolgreichen Analysten.
Die dargestellten Gewinne lassen sich von Anlegern regelmäßig nicht unabhängig überprüfen.
Schwierigkeiten bei Auszahlungen
Probleme treten häufig erst auf, wenn Anleger ihr Guthaben zurückfordern.
Nicht selten werden Auszahlungen verzögert oder vollständig verweigert. Zuvor verlangen die Betreiber oftmals weitere Zahlungen, beispielsweise für:
- Steuern,
- Provisionen,
- Sicherheitsleistungen,
- AML-Prüfungen,
- Compliance-Gebühren,
- Liquiditätsnachweise,
- internationale Überweisungskosten,
- Freischaltungsgebühren.
Nach den Erfahrungen aus zahlreichen Betrugsfällen erfolgen selbst nach Zahlung dieser Beträge häufig keine Auszahlungen.
Blockchain-Analyse bei Kryptoinvestitionen
Erfolgten Einzahlungen in Kryptowährungen, können Blockchain-Transaktionen regelmäßig nachvollzogen werden.
Die Auswertung von Wallet-Adressen, Hash-Werten und Transaktionsketten ermöglicht häufig wichtige Erkenntnisse über den weiteren Verlauf der Vermögenswerte. Wurden Kryptowährungen auf bekannte Handelsplattformen transferiert, können sich daraus wertvolle Ermittlungsansätze ergeben.
Handlungsempfehlungen für Betroffene
Wer bereits Geld an Ganz Capital Partners Limited oder GCP Group überwiesen oder Kryptowährungen transferiert hat, sollte möglichst frühzeitig handeln.
Empfehlenswert ist insbesondere:
- sämtliche Zahlungsbelege aufzubewahren,
- Kontoauszüge und Wallet-Daten zu sichern,
- Hash-Werte und Wallet-Adressen zu dokumentieren,
- E-Mail-Verkehr und Chatprotokolle zu speichern,
- Ansprechpartner und Telefonnummern festzuhalten,
- keine weiteren Zahlungen zu leisten,
- den Sachverhalt rechtlich überprüfen zu lassen.
Je früher sämtliche Zahlungswege dokumentiert werden können, desto größer sind regelmäßig die Möglichkeiten einer späteren Sachverhaltsaufklärung.
Vorsicht vor Recovery-Scams
Nach verweigerten Auszahlungen erhalten viele Geschädigte erneut Kontaktaufnahmen.
Dabei geben sich unbekannte Personen beispielsweise als internationale Anwaltskanzleien, Ermittlungsbehörden, Blockchain-Spezialisten oder Recovery-Unternehmen aus und behaupten, verlorene Gelder zurückholen zu können.
Vor einer angeblichen Rückgewinnung werden jedoch regelmäßig weitere Gebühren verlangt. Häufig handelt es sich hierbei um einen sogenannten Recovery Scam, dessen Ziel ausschließlich darin besteht, bereits geschädigte Anleger erneut finanziell zu schädigen.
Fazit zu Ganz Capital Partners Limited / GCP Group
Bei Angeboten über ganzgroup.com ist nach der aktuellen Warnung der BaFin besondere Vorsicht geboten. Nach den Erkenntnissen der Finanzaufsicht werden dort ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen angeboten. Darüber hinaus soll der Betreiber wahrheitswidrig behaupten, in Großbritannien und Luxemburg reguliert zu sein.
Anleger sollten sich nicht allein auf Angaben zur angeblichen Regulierung verlassen, sondern die Zulassung eines Finanzdienstleisters stets eigenständig überprüfen. Wer bereits investiert hat oder Probleme bei der Auszahlung seines Guthabens hat, sollte keine weiteren Zahlungen leisten und den Sachverhalt frühzeitig rechtlich prüfen lassen.
FAQ
Warum warnt die BaFin vor ganzgroup.com?
Nach den Erkenntnissen der BaFin werden über die Website ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen angeboten. Außerdem soll der Betreiber unzutreffend behaupten, in Großbritannien und Luxemburg reguliert zu sein.
Warum sind falsche Angaben zur Regulierung problematisch?
Hinweise auf eine behördliche Zulassung schaffen Vertrauen. Werden solche Angaben wahrheitswidrig verwendet, können Anleger über die tatsächliche Seriosität eines Anbieters getäuscht werden.
Was tun bei Auszahlungsproblemen?
Weitere Gebühren oder angebliche Steuern sollten nicht ungeprüft bezahlt werden. Stattdessen sollten sämtliche Unterlagen gesichert und rechtlich überprüft werden.
Können Kryptozahlungen nachverfolgt werden?
Ja. Blockchain-Transaktionen sind dauerhaft dokumentiert. Eine professionelle Blockchain-Analyse kann wichtige Ermittlungsansätze liefern.
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