Nexquant - Vorsicht, Betrug!

01.03.2026 65 Mal gelesen
Nexquant – BaFin ermittelt wegen unerlaubter Finanz- und Kryptodienstleistungen über WhatsApp-Gruppen

Nexquant tritt im Internet als Handelsplattform für Kryptowährungen und Finanzinstrumente auf und wird gezielt über WhatsApp-Gruppen an deutsche Anlegerinnen und Anleger herangetragen. Der Zugang zur Plattform erfolgt über wechselnde Domains wie nexquantexs(.)com und nexquantex(.)com sowie über die Apps „Nexquant“ und „Nexquant Pro“, die in gängigen App-Stores angeboten werden. Nach außen vermittelt Nexquant den Eindruck einer professionellen Kryptobörse, teilweise auch unter der Bezeichnung „Nexquant Exchange Ltd.“.

Nach den der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorliegenden Erkenntnissen besteht jedoch ein erhebliches Risiko für Verbraucher. Die BaFin ermittelt gegen Nexquant sowie gegen die damit verbundene Gruppierung Fides Ventures. Beide Anbieter werden nicht von der BaFin beaufsichtigt. Es besteht der Verdacht, dass ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten werden.

Diese Ermittlungen stellen ein deutliches Warnsignal dar und richten sich ausdrücklich an Anlegerinnen und Anleger in Deutschland.

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Nexquant – Verbindung zu WhatsApp-Gruppen und Fides Ventures

Die Anbahnung der Geschäfte erfolgt nach Erkenntnissen der BaFin nicht primär über klassische Werbung, sondern über soziale Medien und Messenger-Dienste. Zentral ist hierbei das Auftreten von Fides Ventures bzw. „Fides Ventures Business School“, die sich als angeblich amerikanisches Unternehmen ausgibt und gezielt WhatsApp-Gruppen betreibt.

In diesen Gruppen werden Inhalte zu Finanzthemen, Kryptowährungen und angeblich exklusiven Investmentstrategien geteilt. Nexquant fungiert dabei als die Handelsplattform, über welche die empfohlenen Finanzinstrumente und Kryptowerte gehandelt werden sollen. Die enge Verzahnung zwischen WhatsApp-Gruppen, Token-Marketing und Handelsplattform ist aus anwaltlicher Sicht besonders problematisch.

Nexquant – Bewerbung des FIVS-Tokens und angeblicher Exklusivität

Im Mittelpunkt der Werbung steht häufig ein sogenannter „FIVS-Token“. Dieser Token wird als innovatives, vorbörsliches Investment dargestellt, das nur einem begrenzten Kreis von Anlegern zugänglich sei. Die Verfügbarkeit über Nexquant soll dem Projekt zusätzliche Glaubwürdigkeit verleihen.

Solche Konstruktionen sind aus vergleichbaren Fällen bekannt. Sie dienen dazu, zeitlichen Druck aufzubauen und Anleger zu schnellen Entscheidungen zu bewegen. Der Eindruck von Knappheit und Exklusivität ist ein typisches Mittel, um kritische Nachfragen zu unterdrücken.

Nexquant – Typisches Ablaufmuster der Geschäftsanbahnung

Das im Zusammenhang mit Nexquant erkennbare Vorgehen entspricht einem wiederkehrenden und gezielt aufgebauten Schema, das in zahlreichen vergleichbaren Fällen beobachtet werden kann. Ausgangspunkt sind meist professionell gestaltete Werbeanzeigen auf sozialen Medien. In diesen Anzeigen wird nicht unmittelbar für eine konkrete Handelsplattform oder ein Investmentprodukt geworben, sondern zunächst für scheinbar harmlose Inhalte wie kostenlose Aktienempfehlungen, Schulungen zum Börsenhandel oder exklusive Einblicke in angeblich erfolgreiche Handelsstrategien. Ziel dieser ersten Phase ist es, die Hemmschwelle für eine Kontaktaufnahme möglichst niedrig zu halten.

Häufig wird dabei mit bekannten Wirtschaftsexperten, prominenten Investoren oder sogar lizenzierten Finanzinstituten geworben. Diese Referenzen sind für Außenstehende kaum überprüfbar und dienen primär der Vertrauensbildung. Der Eindruck fachlicher Kompetenz und Seriosität soll entstehen, noch bevor ein konkretes Investment überhaupt thematisiert wird. Kritische Nachfragen bleiben in dieser frühen Phase selten, da der Einstieg bewusst unverbindlich gestaltet ist.

Interessierte werden im nächsten Schritt aufgefordert, den direkten Kontakt über den Messengerdienst WhatsApp aufzunehmen. Dort sollen sie einer Gruppe beitreten, die als exklusiver Kreis von Anlegerinnen und Anlegern dargestellt wird. Diese Gruppen sind zentraler Bestandteil des Systems. Innerhalb der Gruppe tritt ein vermeintlicher Experte auf, der regelmäßig Beiträge zu Finanz- und Kryptothemen veröffentlicht. Diese Inhalte wirken auf den ersten Blick sachlich, strukturiert und fachlich fundiert, auch wenn sie häufig allgemein gehalten sind.

Unterstützt wird dieser angebliche Experte durch eine Assistenz oder mehrere Moderatoren. Diese übernehmen eine Schlüsselrolle. Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Chat, beantworten Fragen einzelner Mitglieder und treten gezielt in den privaten Kontakt. Durch diese persönliche Ansprache entsteht für viele Teilnehmer der Eindruck individueller Betreuung, was das Vertrauen weiter verstärkt.

Über einen längeren Zeitraum – häufig mehrere Wochen – wird bewusst kein direkter Verkaufsdruck aufgebaut. Stattdessen wird Kontinuität suggeriert. Regelmäßige Beiträge, feste Zeiten für „Unterrichtseinheiten“ oder Seminare und positive Rückmeldungen aus der Gruppe sollen Stabilität vermitteln. In dieser Phase entsteht eine Gruppendynamik, die kritisches Denken zunehmend verdrängt. Wer Zweifel äußert, wird entweder beschwichtigt oder indirekt als unerfahren dargestellt.

Erst nachdem ausreichend Vertrauen aufgebaut wurde, folgt der Übergang zur eigentlichen Investition. Nun werden konkrete Anlageempfehlungen ausgesprochen. Diese werden als logische Konsequenz aus den zuvor vermittelten Inhalten dargestellt. In diesem Zusammenhang werden die Gruppenmitglieder aufgefordert, sich bei der Handelsplattform Nexquant anzumelden. Der Zugang wird dabei häufig als begrenzt oder exklusiv dargestellt. Es wird suggeriert, dass nur ein bestimmter Kreis von Personen Zugang zu diesen Möglichkeiten habe oder dass zeitlicher Druck bestehe.

Diese künstlich erzeugte Verknappung dient dazu, schnelle Entscheidungen zu erzwingen. Anleger sollen handeln, bevor sie die Möglichkeit haben, das Angebot kritisch zu hinterfragen oder extern prüfen zu lassen. Die Kombination aus zuvor aufgebautem Vertrauen, sozialem Druck innerhalb der Gruppe und dem Eindruck einer einmaligen Gelegenheit führt dazu, dass viele Betroffene diesen Schritt gehen, ohne sich der damit verbundenen Risiken bewusst zu sein.

Nexquant – Testphasen, Einzahlungen und Vertrauensbildung

In manchen Fällen wird mit einer testweisen Nutzung der Handelsplattform oder App geworben. Teilweise werden kleine Beträge zur Verfügung gestellt oder geringe Testauszahlungen ermöglicht. Diese dienen ausschließlich der Vertrauensbildung.

Einzahlungen erfolgen häufig über ausländische Konten oder in Form von Kryptowerten. Diese Zahlungswege erschweren eine Rückverfolgung erheblich. Sobald größere Beträge investiert werden, verändert sich die Situation spürbar.

Nexquant – Auszahlungsprobleme und Eskalation

Im weiteren Verlauf steigt der Druck auf Anlegerinnen und Anleger, weitere Einzahlungen zu leisten. Begründet wird dies mit angeblich besseren Handelschancen oder besonderen Marktphasen. Sobald Auszahlungen beantragt werden, treten regelmäßig Probleme auf. Auszahlungen werden verzögert, an zusätzliche Bedingungen geknüpft oder vollständig verweigert.

Häufig werden neue Gebühren, angebliche Steuern oder technische Prüfungen genannt. Gleichzeitig verschlechtert sich die Kommunikation. Ansprechpartner reagieren verzögert oder gar nicht mehr. In vielen Fällen wechseln zudem die erreichbaren Domains der Plattform, was ein weiteres typisches Warnsignal darstellt.

Nexquant – Fehlende Erlaubnis und rechtliche Einordnung

Wer in Deutschland Finanz-, Wertpapier- oder Kryptowerte-Dienstleistungen anbietet, benötigt eine behördliche Erlaubnis. Diese Erlaubnispflicht dient dem Schutz der Anleger. Nach den Erkenntnissen der BaFin verfügen weder Nexquant noch Fides Ventures über eine solche Zulassung.

Die BaFin-Information basiert unter anderem auf § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz sowie § 10 Absatz 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz. Fehlt die Erlaubnis, greifen keine aufsichtsrechtlichen Kontroll- und Schutzmechanismen. Anleger sind solchen Anbietern weitgehend schutzlos ausgeliefert.

Nexquant – Risiken über den Kapitalverlust hinaus

Das Risiko beschränkt sich nicht auf den Verlust investierter Gelder. Zusätzlich besteht eine erhebliche Gefahr des Datenmissbrauchs. Bei der Registrierung und im Rahmen der Kommunikation werden häufig sensible personenbezogene Daten erhoben. Ohne regulierten Anbieter ist unklar, wie diese Daten gespeichert, genutzt oder weitergegeben werden.

Darüber hinaus besteht das Risiko, in weitere Betrugsmodelle verwickelt zu werden, etwa durch Folgeangebote oder angebliche Rückhol- oder Recovery-Dienste.

Nexquant – Handlungsempfehlungen für Betroffene

Anlegerinnen und Anleger, die mit Nexquant, Fides Ventures oder den genannten WhatsApp-Gruppen in Kontakt stehen oder bereits investiert haben, sollten dringend:

– keine weiteren Zahlungen leisten
– keine zusätzlichen Daten übermitteln
– sämtliche Chatverläufe, Screenshots und Zahlungsnachweise sichern
– keine Fernzugriffssoftware installieren
– eine rechtliche Ersteinschätzung einholen

Erfahrungsgemäß führen weitere Einzahlungen nicht zu einer Auszahlung, sondern lediglich zu einer Ausweitung des Schadens.

Nexquant – Zusammenfassende Bewertung aus anwaltlicher Sicht

Die Ermittlungen der BaFin gegen Nexquant und Fides Ventures sind ein klares Warnsignal. Das Zusammenspiel aus WhatsApp-Gruppen, Token-Marketing und einer nicht zugelassenen Handelsplattform entspricht bekannten Mustern unerlaubter und potenziell betrügerischer Online-Investments. Anlegerinnen und Anleger sollten höchste Vorsicht walten lassen und keine Gelder investieren.

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