Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 28.04.2005, Az.: 1 BvR 629/03
Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde gegen eine Auswahlentscheidung im Falle einer bereits erfolgten Bestellung des ausgewählten Bewerbers ; Ermöglichung der Weiterverfolgung eines Bewerbungsverfahrensanspruchs im Wege der Verfassungsbeschwerde ; Auswahlentscheidungen zugunsten landesangehöriger Notarassessoren bei der Besetzung von Notarstellen in den alten Bundesländern; Reihenfolge bei der Auswahl unter mehreren geeigneten Bewerbern um das Amt des Notars ; Zulässigkeit einer Beschränkung des Bewerberkreises auf sich im Anwärterdienst des jeweiligen Landes befindlichen Personen; Grundätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung von Fragen im Zusammenhang mit dem Grundrechtsschutz von Notaren; Rechtfertigung eines Eingriffs in die Berufsfreiheit durch das öffentliche Interesse an einer geordneten Rechtspflege; Notwendigkeit der Berücksichtigung der Vorsorge für ein in jeder Hinsicht ausreichendes Angebot notarieller Leistungen; Rechtmäßigkeit einer schematischen Berufung auf den Regelvorrang für "Landeskinder"; Auswirkungen des Abbruchs eines Ausschreibungsverfahrens auf die Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde ; Möglichkeit einer Verfassungsbeschwerde bei der Versagung vorläufigen Rechtsschutzes
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 28.04.2005
- Aktenzeichen
- 1 BvR 629/03
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 2005, 14318
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- OLG Hamburg - 05.03.2003 - AZ: VA (Not) 1/03
- OLG Hamburg - 05.03.2003 - AZ: VA (Not) 2/03
- OLG Hamburg - 05.03.2003 - AZ: VA (Not) 4/03
- BGH - 02.12.2002 - AZ: NotZ 13/02
- OLG Köln - 03.04.2002 - AZ: 2 VA (Not) 10/01
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- NotBZ 2005, 253-255 (Volltext mit amtl. LS)
- ZNotP 2005, 316-320 (Volltext mit amtl. LS)
Verfahrensgegenstand
Verfassungsbeschwerden gegen
a) den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 2. Dezember 2002 - NotZ 13/02 -,
b) den Beschluss des Oberlandesgerichts Köln vom 3. April 2002 - 2 VA (Not) 10/01 -,
c) den Bescheid des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen über die Besetzung der Notarstelle in Grevenbroich vom 5. Juni 2001 - 3830 - I B. 10 Grevenbroich -
- 1 BvR 2231/02 -,
gegen den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 5. März 2003 - VA (Not) 4/03 -,
- 1 BvR 572/03 -,
gegen den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 5. März 2003 - VA (Not) 1/03 -,
- 1 BvR 586/03 -,
gegen den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 5. März 2003 - VA (Not) 2/03 -
- 1 BvR 629/03 -
Die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat
durch
den Präsidenten Papier und
die Richter Steiner, Gaier
gemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG
in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)
am 28. April 2005
einstimmig beschlossen:
Tenor:
- I.
Die Verfassungsbeschwerdeverfahren werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.
- II.
- 1.
Der Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 2. Dezember 2002 - NotZ 13/02 -, der Beschluss des Oberlandesgerichts Köln vom 3. April 2002 - 2 VA (Not) 10/01 - und der Bescheid des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen vom 5. Juni 2001 - 3820 - I B. 10 Grevenbroich - verletzen den Beschwerdeführer zu 1) in seinem Grundrecht aus Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes; die Beschlüsse werden aufgehoben.
Die Sache wird an das Oberlandesgericht zurückverwiesen.
- 2.
Die Bundesrepublik Deutschland hat dem Beschwerdeführer zu 1) die notwendigen Auslagen zu erstatten.
- III.
Im Übrigen werden die Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen.
Hinweis: Verbundenes Verfahren
Volltext siehe unter:
BVerfG - 28.04.2005 - AZ: 1 BvR 2231/02Weitere Verbundverfahren:
BVerfG - 28.04.2005 - AZ: 1 BvR 572/03
BVerfG - 28.04.2005 - AZ: 1 BvR 586/03