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Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 28.04.2005, Az.: 1 BvR 586/03

Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde gegen eine Auswahlentscheidung im Falle einer bereits erfolgten Bestellung des ausgewählten Bewerbers ; Ermöglichung der Weiterverfolgung eines Bewerbungsverfahrensanspruchs im Wege der Verfassungsbeschwerde ; Auswahlentscheidungen zugunsten landesangehöriger Notarassessoren bei der Besetzung von Notarstellen in den alten Bundesländern; Reihenfolge bei der Auswahl unter mehreren geeigneten Bewerbern um das Amt des Notars ; Zulässigkeit einer Beschränkung des Bewerberkreises auf sich im Anwärterdienst des jeweiligen Landes befindlichen Personen; Grundätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung von Fragen im Zusammenhang mit dem Grundrechtsschutz von Notaren; Rechtfertigung eines Eingriffs in die Berufsfreiheit durch das öffentliche Interesse an einer geordneten Rechtspflege; Notwendigkeit der Berücksichtigung der Vorsorge für ein in jeder Hinsicht ausreichendes Angebot notarieller Leistungen; Rechtmäßigkeit einer schematischen Berufung auf den Regelvorrang für "Landeskinder"; Auswirkungen des Abbruchs eines Ausschreibungsverfahrens auf die Zulässigkeit einer Verfassungsbeschwerde ; Möglichkeit einer Verfassungsbeschwerde bei der Versagung vorläufigen Rechtsschutzes

Bibliographie

Gericht
BVerfG
Datum
28.04.2005
Aktenzeichen
1 BvR 586/03
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 2005, 14317
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
OLG Hamburg - 05.03.2003 - AZ: VA (Not) 1/03
OLG Hamburg - 05.03.2003 - AZ: VA (Not) 2/03
OLG Hamburg - 05.03.2003 - AZ: VA (Not) 4/03
BGH - 02.12.2002 - AZ: NotZ 13/02
OLG Köln - 03.04.2002 - AZ: 2 VA (Not) 10/01

Fundstellen

  • DNotZ 2005, 473-479 (Volltext mit red. LS)
  • NotBZ 2005, 253-255 (Volltext mit amtl. LS)
  • ZNotP 2005, 316-320 (Volltext mit amtl. LS)

Verfahrensgegenstand

Verfassungsbeschwerden gegen

a) den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 2. Dezember 2002 - NotZ 13/02 -,
b) den Beschluss des Oberlandesgerichts Köln vom 3. April 2002 - 2 VA (Not) 10/01 -,
c) den Bescheid des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen über die Besetzung der Notarstelle in Grevenbroich vom 5. Juni 2001 - 3830 - I B. 10 Grevenbroich -
- 1 BvR 2231/02 -,

gegen den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 5. März 2003 - VA (Not) 4/03 -,
- 1 BvR 572/03 -,
gegen den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 5. März 2003 - VA (Not) 1/03 -,
- 1 BvR 586/03 -,
gegen den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 5. März 2003 - VA (Not) 2/03 -
- 1 BvR 629/03 -

Die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat
durch
den Präsidenten Papier und
die Richter Steiner, Gaier
gemäß § 93 b in Verbindung mit § 93 a BVerfGG
in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)
am 28. April 2005
einstimmig beschlossen:

Tenor:

  1. I.

    Die Verfassungsbeschwerdeverfahren werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.

  2. II.
    1. 1.

      Der Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 2. Dezember 2002 - NotZ 13/02 -, der Beschluss des Oberlandesgerichts Köln vom 3. April 2002 - 2 VA (Not) 10/01 - und der Bescheid des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen vom 5. Juni 2001 - 3820 - I B. 10 Grevenbroich - verletzen den Beschwerdeführer zu 1) in seinem Grundrecht aus Artikel 12 Absatz 1 des Grundgesetzes; die Beschlüsse werden aufgehoben.

      Die Sache wird an das Oberlandesgericht zurückverwiesen.

    2. 2.

      Die Bundesrepublik Deutschland hat dem Beschwerdeführer zu 1) die notwendigen Auslagen zu erstatten.

  3. III.

    Im Übrigen werden die Verfassungsbeschwerden nicht zur Entscheidung angenommen.

Hinweis: Verbundenes Verfahren

Volltext siehe unter:
BVerfG - 28.04.2005 - AZ: 1 BvR 2231/02

Weitere Verbundverfahren:
BVerfG - 28.04.2005 - AZ: 1 BvR 572/03
BVerfG - 28.04.2005 - AZ: 1 BvR 629/03