Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 11.02.1977, Az.: BVerwG 4 C 9/75
Immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren; Änderungsgenehmigung; Gemeinde; Notwendige Beiladung; Emissionen; Belästigungen
Bibliographie
- Gericht
- BVerwG
- Datum
- 11.02.1977
- Aktenzeichen
- BVerwG 4 C 9/75
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1977, 11095
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- VG Oldenburg (Oldenburg) 02.07.1973 - II A 484/72
- VG Oldenburg - 20.07.1973 - AZ: II A 484/72
- OVG Lüneburg 03.10.1974 - VII A 100/73
- nachfolgend
- BVerwG - 11.02.1977 - AZ: BVerwG IV C 9.75
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- DÖV 1977, 834
- NJW 1978, 64
Amtlicher Leitsatz
1. BBauG § 36 Abs. 1 S. 1 ist in immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren nicht entsprechend anzuwenden.
2. Die Gemeinde braucht in einem Verfahren, in dem auf die Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung geklagt wird, nicht notwendig beigeladen zu werden.
3. Die Änderung einer nach BImSchG § 4 genehmigungsbedürftigen Anlage ist - in dem nach BImSchG § 15 das Erfordernis einer Änderungsgenehmigung auslösenden Sinne - wesentlich, wenn durch sie die Schutzgüter der BImSchG §§ 5f in rechtserheblicher Weise berührt sein können.
4. Bei der Entscheidung über die Erteilung einer Änderungsgenehmigung ist - als unmittelbarer Prüfungsgegenstand - auf alle die Emissionen abzustellen, die mit der Änderung ursächlich verbunden sind.
5. Belästigungen sind im Sinne von BImSchG § 5 Nr. 1 erheblich, wenn sie den davon Betroffenen nicht zuzumuten sind. (Anschluß BVerwG, 21.05.1976 - BVerwG IV C 80/74 - Bucholz 407.4 FStrG § 17 Nr. 20)