Suche

Nutzen Sie die Schnellsuche, um nach den neuesten Urteilen in unserer Datenbank zu suchen!

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 19.09.2006, Az.: 2 BvR 2132/01

Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren; Verfassungsbeschwerde gegen Feststellungen in einem Urteil; Universelle Geltung des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen (WÜK); Rechte und Pflichten eines Konsularbeamten; Völkerrechtliche Verpflichtung zur Unterrichtung; Schriftverkehr zwischen einem inhaftierten Ausländer und der für ihn zuständigen diplomatischen oder konsularischen ausländischen Vertretung ; Überwachung und Beschränkung nach den allgemeinen Vorschriften; Klage der Bundesrepublik Deutschland (BRD) vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) gegen die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) wegen Verletzung von Art. 36 WÜK ; Verstoß gegen die Belehrungspflicht; Verstoß gegen das Willkürverbot; Berufung auf das Beweisverwertungsverbot

Bibliographie

Gericht
BVerfG
Datum
19.09.2006
Aktenzeichen
2 BvR 2132/01
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 2006, 24820
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
BGH - 29.01.2003 - AZ: 5 StR 475/02
LG Hamburg - 05.04.2002 - AZ: 622 Ks 26/01
BGH - 07.11.2001 - AZ: 5 StR 116/01
LG Braunschweig - 05.06.2000 - AZ: 31 Ks 800 Js 33011/98

Fundstellen

  • JR 2007, 117-122 (Volltext mit red. LS u. Anm.)
  • JuS 2006, XVIII Heft 12 (Pressemitteilung)
  • NJW 2007, 499-504 (Volltext mit red. LS)
  • NJW-Spezial 2007, 89 (Kurzinformation)
  • NStZ 2007, 159-161 (Volltext mit red. LS)
  • NStZ 2007, VII Heft 2 (Kurzinformation)
  • StV 2008, 1-5 (Volltext mit red. LS)

Hinweis

Hinweis: Verbundenes Verfahren

Volltext siehe unter:
BVerfG - 19.09.2006 - AZ: 2 BvR 2115/01

Weitere Verbundverfahren:
BVerfG - 19.09.2006 - AZ: 2 BvR 348/03

In dem Verfahren
hat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts
durch
den Vizepräsidenten Hassemer,
die Richter Di Fabio und Landau
gemäß § 93c Abs. 1 in Verbindung mit § 93a Abs. 2 Buchstabe b BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl. I S. 1473)
am 19. September 2006
einstimmig beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Die Verfahren werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.

  2. 2.

    Die Beschlüsse des Bundesgerichtshofs vom 7. November 2001 - 5 StR 116/01 - und vom 29. Januar 2003 - 5 StR 475/02 - verletzen die Beschwerdeführer in ihrem Recht auf ein faires Verfahren (Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip). Sie werden aufgehoben. Die Sachen werden an den Bundesgerichtshof zurückverwiesen.

  3. 3.

    Soweit sich die Verfassungsbeschwerde des Beschwerdeführers zu III. gegen die Feststellungen des Urteils des Landsgerichts Hamburg vom 5. April 2002 - 622 Ks 26/01 - sowie die Besetzung der Schwurgerichtskammer richtet, wird sie nicht zur Entscheidung angenommen.

  4. 4.

    Die Bundesrepublik Deutschland hat den Beschwerdeführern zu I. und II. drei Viertel ihrer notwendigen Auslagen, dem Beschwerdeführer zu III. die Hälfte seiner notwendigen Auslagen zu erstatten.

Hassemer
Di Fabio
Landau