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Bundesgerichtshof
Urt. v. 23.11.1998, Az.: 5 StR 433/98

Abgrenzung der Zuständigkeiten der Strafsenate; Verkehrsstrafsache

Bibliographie

Gericht
BGH
Datum
23.11.1998
Aktenzeichen
5 StR 433/98
Entscheidungsform
Urteil
Referenz
WKRS 1998, 13425
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Tenor:

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Zwickau vom 28. April 1998 wird verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Gründe

1

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Diebstahls, schwerer Körperverletzung, vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Diebstahls, Raubes, räuberischen Diebstahls und Nötigung in Tateinheit mit vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt und eine Sperrfrist nach § 69a StGB angeordnet.

2

1.

Der 5. Strafsenat - und nicht der 4. Strafsenat - des Bundesgerichtshofs ist zur Entscheidung berufen. Anders wäre es nur, wenn - was der Generalbundesanwalt annimmt - der Fall der Nötigung als Verkehrsstrafsache im Sinne des Geschäftsverteilungsplans des Bundesgerichtshofs anzusehen wäre. Der Begriff der Verkehrsstrafsache ist hinreichend bestimmt. Nach der Auslegung des Geschäftsverteilungsplans, wie es der ständigen willkürfreien Spruchpraxis der Strafsenate des Bundesgerichtshofs entspricht, unterfallen Nötigungen, die im öffentlichen Verkehr mit Kraftfahrzeugen begangen werden, nicht der speziellen Zuständigkeit des für Verkehrsstrafsachen zuständigen 4. Strafsenats des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHSt 41, 182 [BGH 20.07.1995 - 1 StR 126/95]; BGH NStZ 1995, 592; BGH NStZ-RR 1997, 196), es sei denn, daß spezifische Verkehrsdelikte verletzt sind (vgl. etwa BGHSt 40, 341 [BGH 17.11.1994 - 4 StR 441/94];  42, 235 [BGH 22.08.1996 - 4 StR 217/96];  BGH NZV 1993, 197; BGH NStZ 1994, 336;  1995, 183;  BGH NStZ-RR 1997, 18). Die Zuständigkeit ändert sich auch nicht, wenn ein nicht für Verkehrsstrafsachen zuständiger Senat des Bundesgerichtshofs in einer aufhebenden Entscheidung darauf hinzuweisen hat, daß der neu entscheidende Tatrichter ein spezifisches Verkehrsdelikt zu prüfen haben wird (vgl. BGH, Beschluß vom 1. Juni 1994 - 5 StR 205/94 -). Entsprechend wird der Geschäftsverteilungsplan im übrigen in Fällen ausgelegt, in denen der Angeklagte einen Kraftwagen zur Begehung von Straftaten, etwa Freiheitsberaubungen, Geiselnahmen und Vergewaltigungen, eingesetzt hat (BGHSt 39, 330 [BGH 05.10.1993 - 1 StR 376/93]; BGHR StGB § 239b Entführen 3, 4; § 242 Abs. 1 Wegnahme 10; BGH NJW 1996, 2171; BGH NStZ 1993, 539;  1996, 276;  1997, 137;  BGH, Beschluß vom 15. Dezember 1993 - 2 StR 578/93 -; BGH, Beschluß vom 18. Juni 1997 - 5 StR 220/97 -).

3

2.

Die Revision des Angeklagten läßt Rechtsfehler zu seinem Nachteil nicht erkennen.