Bundesfinanzhof
Beschl. v. 04.04.1995, Az.: VIII B 52/94
Abzugsfähigkeit der für die Beteiligung an einem Berlin-Darlehen-Fonds zu entrichtenden Gebühr als Werbungskosten
Bibliographie
- Gericht
- BFH
- Datum
- 04.04.1995
- Aktenzeichen
- VIII B 52/94
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1995, 18452
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Fundstelle
- BFH/NV 1995, 882
Entscheidungsgründe
Die möglicherweise unzulässige Nichtzulassungsbeschwerde ist jedenfalls unbegründet (vgl. Beschluß des Bundesfinanzhofs -- BFH -- vom 11. Februar 1987 II B 140/86, BFHE 148, 494, BStBl II 1987, 344).
In der Beschwerde sind Entscheidungen des BFH, von denen das Urteil des Finanzgerichts (FG) abweiche, nicht i. S. des § 115 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) "bezeichnet". Denn eine Abweichung muß in ein und derselben Rechts frage vorliegen (vgl. Tipke/Kruse, Ab gabenordnung -- Finanzgerichtsordnung, 15. Aufl., § 115 FGO Tz. 58, m. w. N.). Es ist jedoch schon nicht dargelegt, daß die in der Beschwerde genannten BFH-Entscheidungen vom 19. August 1986 IX S 5/83 (BFHE 147, 453, BStBl II 1987, 212), vom 14. November 1989 IX R 197/84 (BFHE 158, 546, BStBl II 1990, 299), vom 30. November 1988 I R 114/84 (BFHE 155, 337, BStBl II 1990, 117) und vom 10. Dezember 1992 XI R 45/88 (BFHE 170, 487 [BFH 10.12.1992 - XI R 45/88], BStBl II 1993, 538) entscheidungserhebliche Ausführungen zur im vorliegenden Verfahren streitigen Rechtsfrage enthielten, ob die von den Klägern für die "Beteiligung" an einem Berlin-Darlehen-Fonds zu entrichtende Gebühr als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abziehbar ist.
Grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache ist zwar geltend gemacht, aber nicht gegeben. Nach dem BFH-Urteil vom 28. November 1990 X R 109/89 (BFHE 163, 264, BStBl II 1991, 327, Ziff. III. 3. der Gründe) ist davon auszugehen, daß Berlin-Darlehen, die im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gewährt werden, nicht der Gesellschaft, sondern den einzelnen Gesellschaftern zuzurechnen sind. Es ist ferner durch die BFH-Rechtsprechung geklärt, daß beim Erwerb von Kapitalanlagen zu leistende Provisionen, Maklergebühren und dergleichen keine als Werbungskosten abziehbaren Finanzierungsaufwendungen, sondern Nebenkosten der Anschaffung bilden (vgl. Senatsurteil vom 27. Juni 1989 VIII R 30/88, BFHE 157, 541, BStBl II 1989, 934, m. w. N.). Zur Abgrenzung zwischen Anschaffungs- und Finanzierungskosten wird außerdem auf das zur Einkunftsart Vermietung und Verpachtung ergangene Urteil in BFHE 158, 546, BStBl II 1990, 299, Ziff. V. 2. Buchst. b der Gründe hingewiesen.
Außerdem entfällt grundsätzliche Bedeutung nach ständiger Rechtsprechung, weil mit § 17 des Berlinförderungsgesetzes gemäß Art. 4 Nr. 20 des Steueränderungs gesetzes 1991 vom 24. Juni 1991 (BGBl I, 1322, BStBl I 665) auslaufendes Recht betroffen ist (vgl. BFH-Beschluß vom 30. Januar 1989 V B 123/86, BFH/NV 1989, 706).
Soweit als Verfahrensmangel gerügt wird, daß es für die Zahlung der Gebühr über den Treuhänder entgegen dem FG-Urteil eine Rechtsgrundlage "kraft Auftragsrechts" gegeben habe, kommt kein Verstoß gegen Vorschriften der FGO, sondern allein Verletzung materiellen Rechts in Betracht. Damit wird jedoch kein Zulassungsgrund i. S. des § 115 Abs. 2 FGO bezeichnet (Senatsbeschluß vom 19. September 1994 VIII B 110/93, BFH/NV 1995, 243).
Im übrigen ergeht die Entscheidung gemäß Art. 1 Nr. 6 des Gesetzes zur Entlastung des Bundesfinanzhofs ohne weitere Begründung.