Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 23.11.1988, Az.: BVerwG 7 B 145/88
Atomrecht; Atomrechtliche Genehmigung; Risikoermittlung; Risikobewertung; Beweiserhebung; Beweislastumkehr
Bibliographie
- Gericht
- BVerwG
- Datum
- 23.11.1988
- Aktenzeichen
- BVerwG 7 B 145/88
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1988, 18013
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- OVG Lüneburg 18.02.1988 - 7 A 134/81
- OVG Lüneburg 18.02.1988 - 7 A 144/81
- VG Schleswig 01.09.1981 - 12 A 148/81
- VG Schleswig 04.09.1981 - 12 A 126/81
Fundstellen
- DVBl 1989, 526 (amtl. Leitsatz)
- NVwZ 1989, 670 (Volltext mit amtl. LS)
- NVwZ-RR 1989, 409 (amtl. Leitsatz)
Amtlicher Leitsatz
Auf die Klage eines Drittbetroffenen gegen eine atomrechtliche Genehmigung hat das Gericht die der Genehmigungsbehörde obliegende Risikoermittlung und -bewertung am Maßstab des § 7 Abs. 2 Nr. 3 AtG darauf zu überprüfen und bei Zweifeln sich durch Beweiserhebung darüber Gewißheit zu verschaffen, ob sie auf einer ausreichenden Datenbasis beruht und dem im Zeitpunkt der Behördenentscheidung gegebenen Stand von Wissenschaft und Technik Rechnung trägt (im Anschluß an das Senatsurteil vom 22. Oktober 1987 - BVerwG 7 C 4.85 - BVerwGE 78, 177). Eine Beweislastumkehr in dem Sinne, daß der Kläger nachweisen müßte, die behördlichen Annahmen und Bewertungen entsprächen nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik, gibt es nicht (entgegen OVG Lüneburg, Urteile 7 OVG A 134/81 und 7 OVG A 144/81, ergangen auf die mündliche Verhandlung vom 15. bis 18. Februar 1988).