Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 09.09.1997, Az.: BVerwG 9 C 43/96
Regionale Gruppenverfolgung; Örtlich begrenzte Gruppenverfolgung; Nachfluchtgrund; Inländische Fluchtalternative; Asylsuchender; Wirtschaftliches Existenzminimum; Notlage
Bibliographie
- Gericht
- BVerwG
- Datum
- 09.09.1997
- Aktenzeichen
- BVerwG 9 C 43/96
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1997, 12294
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- VG Hannover 30.09.1992 - 10 A 151/91
- OVG Niedersachsen - 18.06.1996 - AZ: 11 L 7675/95
- nachfolgend
- OVG Niedersachsen - 29.06.1998 - AZ: 11 L 5510/97
Rechtsgrundlagen
- Art. 16a Abs. 1 GG
- § 51 Abs. 1 AuslG 1990
Fundstellen
- BVerwGE 105, 204 - 214
- DVBl 1998, 274-278 (Volltext mit amtl. LS)
- DÖV 1998, 608
- NVwZ 1999, 308-311 (Volltext mit amtl. LS)
- ZAR 1998, 136
Amtlicher Leitsatz
1. Zum Unterschied zwischen "regionaler" und "örtlich begrenzter" Gruppenverfolgung (Bestätigung und Fortführung des Urteils vom 30. April 1996 - BVerwG 9 C 171.95 - BVerwGE 101, 134).
2. Eine regionale Verfolgung, die nach der Ausreise des Ausländers einsetzt, kommt diesem nicht als Nachfluchtgrund zugute, wenn ihm bei Beginn der Verfolgung eine inländische Fluchtalternative eröffnet war.
3. Fehlt dem Asylsuchenden am Ort einer inländischen Fluchtalternative das wirtschaftliche Existenzminimum, so ist dies nur asylerheblich, wenn seine Notlage verfolgungsbedingt ist.