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Bundesgerichtshof
Beschl. v. 22.10.2025, Az.: V ZR 230/24

Nichtzulassungsbeschwerde eines vermeintlichen Verwalters als unstatthaft

Bibliographie

Gericht
BGH
Datum
22.10.2025
Aktenzeichen
V ZR 230/24
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 2025, 25936
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
ECLI:DE:BGH:2025:221025BVZR230.24.0

Verfahrensgang

vorgehend
AG Essen - 17.04.2024 - AZ: 196 C 157/23

Fundstellen

  • NJW-Spezial 2026, 99 "Kostenlast droht!"
  • WuM 2026, 117-118

Tenor:

Die Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin gegen den Beschluss der 1. Zivilkammer des Landgerichts Dortmund vom 28. November 2024 wird zurückgewiesen.

Die Nichtzulassungsbeschwerde des vermeintlichen Verwalters H. L. gegen den genannten Beschluss wird als unzulässig verworfen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens trägt der vermeintliche Verwalter H. L. .

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens beträgt 21.441,07 €.

Gründe

1

1. Die Nichtzulassungsbeschwerde der Klägerin ist zulässig; insoweit ist zu unterstellen, dass die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (GdWE) wirksam durch den vermeintlichen, im Rubrum genannten Verwalter vertreten wird (vgl. Senat, Urteil vom 8. Juli 2022 - V ZR 202/21, NJW 2022, 3003 [BGH 02.06.2022 - I ZR 135/18] Rn. 7). Sie ist jedoch unbegründet. Die Rechtssache wirft keine entscheidungserheblichen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung auf. Eine Entscheidung ist auch nicht zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich (§ 543 Abs. 2 ZPO).

2

2. Die Nichtzulassungsbeschwerde des vermeintlichen Verwalters ist dagegen nicht statthaft und daher unzulässig. Zur Einlegung eines Rechtsmittels ist nur derjenige befugt, gegen den sich die angefochtene Entscheidung richtet (näher Stein/Jonas/Althammer, ZPO, 23. Aufl., § 511 Rn. 15 mwN), hier also die GdWE. Der Umstand, dass ein Vertreter (hier: der vermeintliche Verwalter der GdWE) ein zulässiges Rechtsmittel für den Vertretenen einlegen kann, damit die Vertretungsbefugnis in der Sache geklärt wird, führt nicht dazu, dass der Vertreter selbst Partei des Zivilprozesses wird.

3

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind gemäß § 97 Abs. 1 ZPO dem vermeintlichen Verwalter aufzuerlegen, der den nutzlosen Verfahrensaufwand veranlasst hat (sog. Veranlasserprinzip; vgl. Senat, Beschluss vom 4. März 1993 - V ZB 5/93, BGHZ 121, 397, 400; BGH, Beschluss vom 23. Februar 2017 - III ZB 60/16, NJW 2017, 2683 Rn. 10 mwN).

4

4. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Brückner
Göbel
Haberkamp
Laube
Grau