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Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 17.01.2006, Az.: 1 BvR 1465/05

Zulässigkeit der Wiederholung einer einstweiligen Anordnung; Erneuter Erlass einer einstweiligen Anordnung bei Fortbestehen der Voraussetzungen für den erstmaligen Erlass derselben; Fortbestehen der Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung bei Veränderung der tatsächlichen Umstände

Bibliographie

Gericht
BVerfG
Datum
17.01.2006
Aktenzeichen
1 BvR 1465/05
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 2006, 10972
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
AG Koblenz - 01.12.2004 - AZ: 20 F 414/04
OLG Koblenz - 04.01.2005 - AZ: 13 UF 962/04
AG Koblenz - 11.02.2005 - AZ: 20 F 414/04
OLG Koblenz - 11.03.2005 - AZ: 13 WF 216/05
AG Koblenz - 24.03.2005 - AZ: 20 F 414/04
OLG Koblenz - 28.04.2005 - AZ: 13 WF 368/05
AG Koblenz - 04.05.2005 - AZ: 20 F 414/04
AG Koblenz - 20.05.2005 - AZ: 20 F 414/04
OLG Koblenz - 30.05.2005 - AZ: 13 WF 455/05
OLG Koblenz - 30.05.2005 - AZ: 13 WF 501/05
OLG Koblenz - 08.06.2005 - AZ: 13 WF 501/05
AG Koblenz - 22.06.2005 - AZ: 20 F 414/04
BVerfG - 22.07.2005 - AZ: 1 BvR 1465/05
nachfolgend
BVerfG - 18.07.2006 - AZ: 1 BvR 1465/05

Verfahrensgegenstand

Verfassungsbeschwerde des Herrn P..., handelnd im Namen und im Interesse seines minderjährigen Kindes N., gegen

1.
den Beschluss des Amtsgerichts Koblenz vom 22. Juni 2005 - 20 F 414/04 -,

2.
a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 8. Juni 2005 - 13 WF 501/05 -,
b) den Beschluss des Amtsgerichts Koblenz vom 20. Mai 2005 - 20 F 414/04 -,

3.
a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 30. Mai 2005 - 13 WF 455/05 -,
b) den Beschluss des Amtsgerichts Koblenz vom 4. Mai 2005 - 20 F 414/04 -,

4.
a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 28. April 2005 - 13 WF 368/05 -,
b) den Beschluss des Amtsgerichts Koblenz vom 24. März 2005 - 20 F 414/04 -,

5.
a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 11. März 2005 - 13 WF 216/05 -,
b) den Beschluss des Amtsgerichts Koblenz vom 11. Februar 2005 - 20 F 414/04 -,

6.
a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 4. Januar 2005 - 13 UF 962/04 -,
b) den Beschluss des Amtsgerichts Koblenz vom 1. Dezember 2004 - 20 F 414/04 -

hier: Wiederholung der einstweiligen Anordnung vom 22. Juli 2005

In dem Verfahren
hat die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts
durch
den Präsidenten Papier,
die Richterin Hohmann-Dennhardt und
den Richter Hoffmann-Riem
gemäß § 32 Abs. 6 Satz 2 in Verbindung mit § 93 d Abs. 2 BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)
am 17. Januar 2006
einstimmig beschlossen:

Tenor:

Die einstweilige Anordnung vom 22. Juli 2005 wird für die Dauer von sechs Monaten, längstens jedoch bis zur Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde, wiederholt.

Gründe

1

Das Bundesverfassungsgericht kann eine einstweilige Anordnung dann wiederholen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für den erstmaligen Erlass einer solchen Anordnung noch gegeben sind (vgl. BVerfGE 21, 50 [BVerfG 20.12.1966 - 1 BvR 665/62]). Dies ist vorliegend der Fall.

2

Zur Begründung wird zunächst auf die Begründung des Beschlusses vom 22. Juli 2005 verwiesen. Die inzwischen eingetretenen Veränderungen geben im Ergebnis keinen Anlass zu einer anderen Bewertung. Der für das Kind N. bestellte Ergänzungspfleger, der nunmehr die Interessen des Kindes im Verfahren der Verfassungsbeschwerde wahrnimmt, hat die Erhebung der Verfassungsbeschwerde genehmigt.

3

Auch angesichts der Umstände, dass N. inzwischen nicht mehr wegen akuter Selbstgefährdung einstweilig untergebracht ist, und er nach Mitteilung des Ergänzungspflegers diesem gegenüber äußerte, zu keiner Zeit vorgehabt zu haben, sich etwas anzutun, ändert sich am Ergebnis der Folgenabwägung, wie sie im Beschluss vom 22. Juli 2005 dargelegt ist, nichts.

Papier
Hohmann-Dennhardt
Hoffmann-Riem