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Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 15.05.1995, Az.: 2 BvL 19/91

Völkerrecht als Bestandteil des Bundesrechts; Strafrechtliche Ahndung nachrichtendienstlicher Tätigkeiten; Ausgespähter Staat; Strafbarkeit und Verfolgbarkeit; Mitarbeiter und Agenten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS); Militärischer Nachrichtendienst der Deutschen Demokratischen Republik (DDR); Vereinigung Deutschlands; Nato-Partner; Spionagetätigkeit

Bibliographie

Gericht
BVerfG
Datum
15.05.1995
Aktenzeichen
2 BvL 19/91
Entscheidungsform
Urteil
Referenz
WKRS 1995, 13246
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Fundstellen

  • BVerfGE 92, 277 - 365
  • JZ 1995, 885-897 (Volltext mit amtl. LS)
  • JuS 1996, 66
  • MDR 1995, 1047-1050 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJ 1995, 363-372 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJ 1995, 345-347 (Urteilsbesprechung von RA Dr. Gunter Widmaier)
  • NJW 1995, 1811-1823 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJW 1995, 1803-1804 (Urteilsbesprechung von Prof. Dr. Claus Arndt)
  • NStZ 1995, 383-390 (Volltext mit amtl. LS)
  • StV 1995, 357-361

Amtlicher Leitsatz

1. Eine allgemeine Regel des Völkerrechts als Bestandteil des Bundesrechts (Art. 25 GG), nach der die strafrechtliche Ahndung nachrichtendienstlicher Tätigkeiten ausgeschlossen ist, die im Auftrag und vom Territorium eines Staates aus begangen wurden, der danach dem ausgespähten Staat friedlich und einvernehmlich beigetreten ist, kann nicht festgestellt werden.

2. Zur Frage der Strafbarkeit und Verfolgbarkeit früherer Mitarbeiter und Agenten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und des militärischen Nachrichtendienstes der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nach der Vereinigung Deutschlands wegen ihrer zuvor gegen die Bundesrepublik Deutschland oder deren Nato-Partner gerichteten Spionagetätigkeit.