Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 08.03.1983, Az.: 1 BvR 1078/80
Zulassung zur Rechtsanwaltschaft; Bewerber ; Unwürdiges Verhalten; Verweigerung der Zulassung; Zulassungsregel; Freiheitliche demokratische Grundordnung
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 08.03.1983
- Aktenzeichen
- 1 BvR 1078/80
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1983, 11440
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- BGH 30.06.1980 - AnwZ(B) 6/80
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BVerfGE 63, 266 - 312
- DVBl 1983, 697-705 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
- JZ 1983, 599
- MDR 1983, 726-727 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1983, 1539-1541
- NJW 1984, 1151-1155 (Urteilsbesprechung von Professor Dr. Udo Reifner)
- NJW 1983, 1535-1539 (Volltext mit amtl. LS) "verfassungsfeindliche Partei"
- NVwZ 1983, 468 (amtl. Leitsatz)
- StV 1983, 420-424
Redaktioneller Leitsatz
1. Wenn der Bewerber sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, das ihn unwürdig erscheinen läßt, den Beruf eines Rechtsanwalts auszuüben (§ 7 Nr. 5 BRAO), so ist die Vereinbarkeit mit Art. 12 GG insofern gegeben, als daß die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft verneint werden kann.
2. Wenn der Bewerber die freiheitliche demokratische Grundordnung nicht in strafbarer Weise im Sinne des § 7 Nr. 6 BRAO bekämpft, schließt es die geltende gesetzliche Zulassungsregel aus, daß ein aktives Eintreten für eine als verfassungsfeindlich angesehene Partei nachteilig bewertet wird.