Bundessozialgericht
Urt. v. 11.04.1985, Az.: 4b/9a RV 5/84
Sozialleistung; Rücknahme eines Verwaltungsakts; Zugunstenantrag; Rechtswidrigkeit eines Bescheids; Richterrecht; Institut des Herstellungsanspruchs; Verschulden
Bibliographie
- Gericht
- BSG
- Datum
- 11.04.1985
- Aktenzeichen
- 4b/9a RV 5/84
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1985, 11056
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- SG Karlsruhe 16.05.1983 - S 5 V 3205/82
- LSG Stuttgart 12.12.1983 - L 11 V 1021/83
Rechtsgrundlagen
Fundstelle
- SozR 1300 § 44 Nr 17
Amtlicher Leitsatz
1. Sozialleistungen sind nach Rücknahme eines entgegenstehenden nicht begünstigenden Verwaltungsakts für die Vergangenheit nach § 44 Abs 1 S 1 SGB X auch dann nur gemäß Abs 4 S 1 aaO für einen Zeitraum bis längstens 4 Jahre vor der Rücknahme/Stellung des Zugunstenantrags zu erbringen, wenn den Sozialleistungsträger an der Rechtswidrigkeit des zurückgenommenen Bescheids ein Verschulden getroffen hat.
2. Zum "Recht", das nach § 44 Abs 1 S 1 SGB X unrichtig angewendet werden kann, gehört auch das Richterrecht (hier: zum Institut des Herstellungsanspruchs).