Bundessozialgericht
Urt. v. 15.12.1977, Az.: 11 RA 74/77
Eigentum; Zu Unrecht entrichtete Beiträge; Anspruch auf Rückzahlung; Inhaltsbestimmung; Ausschluß der Rückforderung; Regelleistung; Konkrete Auswirkung
Bibliographie
- Gericht
- BSG
- Datum
- 15.12.1977
- Aktenzeichen
- 11 RA 74/77
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1977, 10763
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- SG Hamburg 01.07.1974 - 13 AN 218/73
- LSG Hamburg 21.11.1975 - IV ANBf 79/74
Rechtsgrundlagen
- § 146 Abs. 3 AVG
- § 1424 Abs. 3 RVO
Fundstellen
- BSGE 45, 251 - 254
- SozR 2200 § 1424 Nr 7
Amtlicher Leitsatz
1. Der Anspruch auf Rückzahlung zu Unrecht entrichteter Beiträge (hier: nach AVG § 146 = RVO § 1424 - Fassung: 23.02.1957 -) ist Eigentum iS des GG Art 14.
2. Der Ausschluß der Rückforderung nach AVG § 146 Abs 3 aF für den Fall, daß "aus den Beiträgen" bereits eine Regelleistung bewilligt war, verletzt nicht die dem Gesetzgeber bei der Bestimmung von Inhalt und Schranken des Eigentums (GG Art 14 Abs 1 S 2) gezogenen Grenzen.
3. GG Art 14 wird nicht verletzt durch die Auslegung von AVG § 146 Abs 3 aF, die es für unerheblich hält, ob sich der einzelne Beitrag auf die rechtliche Grundlage der Regelleistung (hier: eines Heilverfahrens) auch "konkret ausgewirkt" hat (vgl BSG 05.02.1976 11 RA 20/75 = SozR 2200 § 1424 Nr 2).
4. Der Versicherungsträger muß sich zwar vor Bewilligung eines Heilverfahrens vergewissern, ob die versicherungsmäßigen Voraussetzungen der Leistung vorliegen; diese Pflicht besteht aber nicht dem Versicherten gegenüber.