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Bundesgerichtshof
Beschl. v. 30.07.2025, Az.: 2 StR 193/25

Zulässigkeit des Anschlusses eines Verletzten als Nebenkläger im Revisionsverfahren

Bibliographie

Gericht
BGH
Datum
30.07.2025
Aktenzeichen
2 StR 193/25
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 2025, 20044
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
ECLI:DE:BGH:2025:300725B2STR193.25.0

Verfahrensgang

vorgehend
LG Aachen - 23.10.2024 - AZ: 65 KLs 17/24 (201 Js 1099/23)

Verfahrensgegenstand

Vergewaltigung u.a.

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts am 30. Juli 2025 gemäß § 396 Abs. 2 StPO beschlossen:

Tenor:

Es wird festgestellt, dass sich die Verletzte S. F. dem Verfahren wirksam als Nebenklägerin angeschlossen hat.

Gründe

1

Das Landgericht hat den Angeklagten am 23. Oktober 2024 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in elf Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit versuchtem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern sowie Vergewaltigung in sieben Fällen, wobei es bei einem Fall beim Versuch blieb, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Verletzte S. F., gesetzlich vertreten durch ihre alleinsorgeberechtigte Mutter, hatte mit Schriftsatz vom 16. April 2024 ihre Zulassung als Nebenklägerin beantragt. Diese Anschlusserklärung entsprach nicht der Form des § 32d Satz 2 StPO. Im Revisionsverfahren ist wirksam eine erneute Anschlusserklärung am 23. Juni 2025 elektronisch übermittelt worden. Die Verletzte gehört zu dem zum Anschluss befugten Personenkreis (§ 395 Abs. 1 Nr. 1 StPO). Der Anschluss kann, da er in jeder Lage des Verfahrens zulässig ist (§ 395 Abs. 4 Satz 1 StPO), auch noch im Revisionsverfahren erfolgen. Er ist unabhängig davon, ob noch eine Rechtsmittelbefugnis des Nebenklägers besteht (BGH, Beschluss vom 15. Mai 1998 - 2 StR 76/98).

Menges
Grube
Schmidt
Lutz
Zimmermann