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Bundesgerichtshof
Urt. v. 30.04.2014, Az.: I ZR 245/12
„Abwerbeverbot“
Einordnung von Vereinbarungen zwischen Unternehmern als gerichtlich nicht durchsetzbare Sperrabreden
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 30.04.2014
Referenz: JurionRS 2014, 21739
Aktenzeichen: I ZR 245/12
Entscheidungsname: Abwerbeverbot

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hamburg - 29.06.2010 - AZ: 307 O 365/09

OLG Hamburg - 31.10.2012 - AZ: 5 U 143/10

Rechtsgrundlage:

§ 75f HGB

Fundstellen:

ArbR 2014, 518

AuA 2014, 672

AuA 2016, 698

BB 2014, 2369

BB 2014, 2897-2899

DB 2014, 2223-2226

DB 2014, 6-7

DStR 2014, 12

EBE/BGH 2014, 325-328

EWiR 2015, 47

FA 2014, 337

GRUR 2014, 1122-1125 "Abwerbeverbot"

GRUR-Prax 2014, 465

GWR 2014, 506

JZ 2014, 696

MDR 2014, 1275-1277

NJ 2014, 3

NJW 2014, 3442-3445

NJW 2014, 6

NZA 2015, 111-114

NZA-RR 2014, 6

NZG 2014, 1342-1345

VersR 2015, 237

WM 2014, 2018-2022

WRP 2014, 1311-1314 "Zivilrecht / Wettbewerbsrecht; Abwerbeverbot"

WuB 2015, 78-80

ZIP 2014, 75

ZIP 2014, 1934-1937

BGH, 30.04.2014 - I ZR 245/12

Amtlicher Leitsatz:

HGB § 75f; BGB § 339

  1. a)

    Grundsätzlich stellen nicht nur Einstellungsverbote, sondern auch Vereinbarungen zwischen Unternehmern, sich nicht gegenseitig Arbeitskräfte abzuwerben, gerichtlich nicht durchsetzbare Sperrabreden im Sinne von § 75f HGB dar.

  2. b)

    Derartige Abwerbeverbote fallen allerdings nicht in den Anwendungsbereich des § 75f HGB, wenn sie nur Nebenbestimmungen der Vereinbarung sind und einem besonderen Vertrauensverhältnis der Parteien oder einer besonderen Schutzbedürftigkeit einer der beiden Seiten Rechnung tragen.

  3. c)

    Ein zwischen zwei Unternehmen im Hinblick auf einen gemeinsamen Vertrieb vereinbartes Abwerbeverbot darf grundsätzlich einen Zeitraum von zwei Jahren nach Beendigung der Zusammenarbeit nicht überschreiten.

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 30. April 2014 durch die Richter Prof. Dr. Büscher, Pokrant, Dr. Koch, Dr. Löffler und die Richterin Dr. Schwonke

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg - 5. Zivilsenat - vom 31. Oktober 2012 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als zum Nachteil der Beklagten erkannt worden ist.

Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg, Zivilkammer 7, vom 29. Juni 2010 wird insgesamt zurückgewiesen.

Die Klägerin hat die Kosten der Rechtsmittelverfahren zu tragen.

Von Rechts wegen