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Bundesgerichtshof
Beschl. v. 26.11.2007, Az.: II ZA 14/06

Beginn der Verjährung der Unterbilanzhaftung eines GmbH-Gesellschafters in "Altfällen"

Bibliographie

Gericht
BGH
Datum
26.11.2007
Aktenzeichen
II ZA 14/06
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 2007, 44799
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
LG Lübeck - 17.01.2006 - AZ: 11 O 105/05
OLG Schleswig - 07.09.2006 - AZ: 5 U 26/06

Fundstellen

  • BGHR 2008, 295-296
  • BGHReport 2008, 295-296
  • DB 2008, VII Heft 4 (amtl. Leitsatz)
  • DStR 2008, XIV Heft 19 (red. Leitsatz)
  • DStR 2008, 933-934 (Volltext mit red. LS u. Anm.)
  • EWiR 2008, 535 (Volltext mit red. LS u. Anm.)
  • GmbH-Report 2008, R53 (Kurzinformation)
  • GmbHR 2008, 208 (Volltext mit amtl. LS)
  • JZ Information 2008, 121 (amtl. Leitsatz)
  • MDR 2008, 271 (Volltext mit amtl. LS)
  • NJW-RR 2008, 483-484 (Volltext mit amtl. LS)
  • NZG 2008, 147-148 (Volltext mit amtl. LS)
  • NZI 2008, 40
  • NZI 2008, 199 (Volltext mit amtl. LS)
  • Status:Recht 2008, 57
  • WM 2008, 254-255 (Volltext mit amtl. LS)
  • WPg 2008, 183
  • ZIP 2008, 217-218 (Volltext mit red. LS)

Amtlicher Leitsatz

Zum Beginn der fünfjährigen Verjährungsfrist analog § 9 Abs. 2 GmbHG a.F. für die Unterbilanzhaftung des Gesellschafters in "Altfällen" (vor BGHZ 155, 318) der Verwendung eines "alten" GmbH-Mantels.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
am 26. November 2007
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Dr. Kurzwelly, Kraemer, Caliebe und Dr. Drescher
beschlossen:

Tenor:

Der Antrag des Klägers auf Gewährung von Prozesskostenhilfe für das Revisionsverfahren wird zurückgewiesen.

Gründe

1

Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg.

2

Die Revision ist zwar vom Berufungsgericht zugelassen worden. Jedoch müsste der Senat sie im Falle der - vom Kläger beabsichtigten - Einlegung durch Beschluss gemäß § 552 a ZPO zurückweisen, weil die Voraussetzungen für ihre Zulassung nicht vorliegen und sie auch keine Aussicht auf Erfolg hätte (BGH, Beschl. v. 27. September 2007 - V ZR 113/07, Tz. 1, bei [...]; vgl. BGH, Beschl. v. 24. Juni 2003 - VI ZR 130/03, Tz. 2, bei [...]).

3

Die vom Berufungsgericht in seiner Zulassungsentscheidung genannten Fragen zur Passivlegitimation des Geschäftsanteilserwerbers bei der Unterbilanzhaftung und zur Frage der Verjährung derartiger Ansprüche unter Berücksichtigung der Neuregelung des Verjährungsrechts sind im konkreten Fall nicht entscheidungserheblich.

4

Das Berufungsgericht hat die Sache auch zutreffend entschieden, indem es die zu Recht auf Unterbilanzhaftung - und nicht etwa auf Einlagezahlung -gestützte Klage im Zusammenhang mit der Verwendung des "alten" GmbH-Mantels wegen Ablaufs der seinerzeit einschlägigen fünfjährigen Verjährungsfrist analog § 9 Abs. 2 GmbHG a.F. (BGHZ 105, 300, 304 ff.) [BGH 24.10.1988 - II ZR 176/88] abgewiesen hat. Dabei ist die Anknüpfung des Beginns des Laufes der Verjährung an die Neuaufnahme der unternehmerischen Tätigkeit im Jahre 1989 - nach außen spätestens dokumentiert durch die im Handelsregister des Amtsgerichts R. am 3. November 1989 eingetragene Verlegung des Gesellschaftssitzes nach R. - zutreffend, weil aus Gründen des Vertrauensschutzes an die vom Senat in BGHZ 155, 318, 326 f. [BGH 07.07.2003 - II ZB 4/02] im Wege der Rechtsfortbildung entwickelte Pflicht zur Offenlegung der wirtschaftlichen Neugründung als Stichtag für die (bis dahin andauernde) Unterbilanzhaftung für Altfälle nicht angeknüpft werden kann.

Goette
Kurzwelly
Kraemer
Caliebe
Drescher