Bundesgerichtshof
Beschl. v. 17.04.2007, Az.: XI ZR 343/05
Zurückweisung einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision bei fehlender grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache
Bibliographie
- Gericht
- BGH
- Datum
- 17.04.2007
- Aktenzeichen
- XI ZR 343/05
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 2007, 16320
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- LG München II - 09.08.2002 - AZ: 14 O 5452/00
- OLG München - 26.04.2005 - AZ: 5 U 4726/02
- nachfolgend
- BVerfG - 10.04.2008 - AZ: 1 BvR 1440/07
Rechtsgrundlage
Fundstellen
- EWiR 2007, 543 (Volltext mit red. LS u. Anm.)
- MDR 2007, 1242 (Kurzinformation)
- ZBB 2007, 389 (red. Leitsatz)
- ZIP 2007, 1780 (red. Leitsatz)
- ZIP 2009, 292 (Kurzinformation)
Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 17. April 2007
durch
den Vorsitzenden Richter Nobbe,
den Richter Dr. Joeres,
die Richterin Mayen und
die Richter Dr. Ellenberger und Dr. Grüneberg
beschlossen:
Tenor:
Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 26. April 2005 wird zurückgewiesen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern ( § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Eine Divergenz zur Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs lag im maßgeblichen Zeitpunkt der Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde nicht vor. Soweit das Berufungsurteil mit seinen Ausführungen zur Frage, ob die vom Beklagten unterzeichneten Zeichnungsscheine jeweils eine Vollmacht enthalten und daher bei ihrer Vorlage eine Anwendung der §§ 171, 172 BGB rechtfertigen, in Widerspruch zu den nach Erlass des Berufungsurteils ergangenen Urteilen des erkennenden Senats vom 25. April 2006 (XI ZR 29/05, WM 2006, 1008, 1010 [BGH 25.04.2006 - XI ZR 29/05] Tz. 17 und XI ZR 219/04, WM 2006, 1060, 1062 [BGH 25.04.2006 - XI ZR 219/04] Tz. 22) steht, ist es nach der nunmehr geltenden Rechtsprechung zwar fehlerhaft. Insoweit fehlt es aber an einer Wiederholungsgefahr. Das Berufungsurteil entspricht der damaligen - mittlerweile aufgegebenen -Rechtsprechung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (BGHZ 159, 294, 303) [BGH 14.06.2004 - II ZR 393/02]. Es spricht nichts dafür, das Berufungsgericht, das seinem Urteil erklärtermaßen die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hatte zugrunde legen wollen, werde die nach Erlass des Berufungsurteils geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu dieser Frage künftig nicht beachten (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 25. Juli 2005 - 1 BvR 938/03, Umdruck S. 5, 8 und vom 26. Juli 2005 - 1 BvR 85/04, NJW 2005, 3345 [BVerfG 26.07.2005 - 1 BvR 85/04]; Senatsbeschluss vom 8. April 2003 - XI ZR 193/02, WM 2003, 1346, 1347 [BGH 08.04.2003 - XI ZR 193/02] f.). Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen.
Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens ( § 97 Abs. 1 ZPO).
Streitwertbeschluss:
Der Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren beträgt 174.157,34 EUR.
Joeres
Mayen
Ellenberger
Grüneberg