Suche

Nutzen Sie die Schnellsuche, um nach den neuesten Urteilen in unserer Datenbank zu suchen!

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 03.02.1999, Az.: 5 StR 705/98

Aufhebung des Strafausspruchs wegen einer auf einem Rechenfehler beruhenden Bewertung des Wirkstoffanteils bei Betäubungsmitteldelikten; Auswirkungen der Aufhebung des Strafausspruchs auf Strafrahmen und Strafzumessung

Bibliographie

Gericht
BGH
Datum
03.02.1999
Aktenzeichen
5 StR 705/98
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 1999, 13966
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Fundstelle

  • StV 1999, 436

Gründe

1

Das Landgericht hat den Angeklagten V wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit deren Einfuhr zu fünf Jahren Freiheitsstrafe, die Angeklagte C wegen Beihilfe hierzu zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt; es hat ferner einen zur Tatbegehung verwendeten PKW der Angeklagten C eingezogen. Die Revisionen beider Angeklagter führen mit der Sachrüge zur Aufhebung des jeweiligen Strafausspruchs. Im übrigen sind sie unbegründet.

2

Dem Antrag des Generalbundesanwalts entsprechend kann der Strafausspruch gegen den Angeklagten V wegen der unzutreffenden Annahme einer harten Drogen vergleichbaren Gefährlichkeit der gehandelten Ecstasy-Tabletten, zudem wegen einer auf einem Rechenfehler beruhenden zu hohen Bewertung des Wirkstoffanteils, keinen Bestand haben.

3

Der Senat vermag nicht auszuschließen, daß sich der gleiche Fehler auch auf Strafrahmenwahl und Strafzumessung zum Nachteil der Angeklagten C ausgewirkt hat, deren spontan und unter gewissem Druck geleistete Beihilfe zudem über eine bloße Anwesenheit bei der Tatbegehung, die allein noch nicht strafbar gewesen wäre, nur wenig hinausgegangen ist.

4

Bei dieser Angeklagten wird der neue Tatrichter bei der Strafzumessung ferner eine zusätzliche Belastung infolge der Einziehung ihres PKW zu bedenken haben (vgl. BGH StV 1996, 206 m.w.N.). Bei dem Angeklagten V wird zu beachten sein, daß ausreichend konkrete Feststellungen über ausländische Vorstrafen, die strafschärfend berücksichtigt werden dürften, bislang nicht getroffen worden sind.