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Bundesgerichtshof
Beschl. v. 13.12.1988, Az.: VI ZR 179/88

Aufklärungspflicht des Arztes hinsichtlich eines medizinisch nicht indizierten Kaiserschnitts

Bibliographie

Gericht
BGH
Datum
13.12.1988
Aktenzeichen
VI ZR 179/88
Entscheidungsform
Beschluss
Referenz
WKRS 1988, 15007
Entscheidungsname
[keine Angabe]
ECLI
[keine Angabe]

Verfahrensgang

vorgehend
OLG Stuttgart - 19.05.1988

Prozessführer

Jochen A.,
vertreten durch die Eltern Jutta A. und Heinz A., H. straße ..., G.,

Prozessgegner

1. Landkreis R.,
vertreten durch den Landrat, B. straße ..., R.,

2. Dr. med. Ulrich Z., Ba.straße ..., P.,

3. Dr. med. Dieter K., Ka.passage ..., R.,

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs
hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Steffen
und die Richter Dr. Kullmann, Dr. Ankermann, Bischoff und Dr. Birkmann
am 13. Dezember 1988
gemäß § 554 b Abs. 1 ZPO
in der Auslegung durch das Bundesverfassungsgericht (Beschluß vom 11. Juni 1980 - 1 PBvU 1/79 - NJW 1981, 39)
beschlossen:

Tenor:

Die Revision des Klägers gegen das Urteil des 14. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 19. Mai 1988 wird nicht angenommen.

Der Kläger trägt die Kosten des Revisionsverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 100.000,- DM.

Gründe

1

Zwar ist die Entscheidung des die Geburt leitenden Arztes darüber, ob sie vaginal oder mittels Kaiserschnitt durchgeführt werden soll, eine ärztliche Maßnahme, die u.U. der Einwilligung der Schwangeren bedarf, die dann vorher auch über die Alternativen aufzuklären ist (sog. Eingriffsaufklärung, nicht Sicherungsaufklärung, wie das Berufungsgericht meint; vgl. dazu das zur Veröffentlichung bestimmte Senatsurteil vom 6. Dezember 1988 - VI ZR 132/88 -). Indessen bedurfte es im Streitfall deswegen keiner Aufklärung der Mutter des Klägers über die Möglichkeit der Beendigung der Geburt mittels Kaiserschnitts und die jeweils unterschiedlichen Risiken für Mutter und Kind, weil ein Kaiserschnitt, wie das Berufungsgericht fehlerfrei festgestellt hat, medizinisch nicht indiziert und deshalb keine echte Alternative zur vaginalen Geburt war.

Streitwertbeschluss:

Streitwert: 100.000,- DM.

Dr. Steffen
Dr. Kullmann
Dr. Ankermann
Bischoff
Dr. Birkmann