Bundesfinanzhof
Urt. v. 23.04.1996, Az.: VIII R 30/93
Kapitalertragsteuer; Steuerschuldner
Bibliographie
- Gericht
- BFH
- Datum
- 23.04.1996
- Aktenzeichen
- VIII R 30/93
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1996, 11290
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlage
Fundstellen
- BFHE 181, 7 - 12
- BB 1997, 133-134 (Volltext mit amtl. LS)
- BB 1996, 2134 (amtl. Leitsatz)
- BFH/NV 1996, 364-365
- DB 1996, 2061-2062 (Volltext mit amtl. LS)
- DStR 1996, 1526-1527 (Volltext mit amtl. LS)
- DStZ 1997, 122-123 (Volltext mit amtl. LS)
- HFR 1997, 10 (Volltext mit amtl. LS)
- KÖSDI 1996, 10843 (Kurzinformation)
- NJW 1997, 680 (amtl. Leitsatz)
Amtlicher Leitsatz
Mit der ordnungsgemäßen Einbehaltung durch den Schuldner der Kapitalerträge ist die Kapitalertragsteuer auch dann i. S. von § 36 II Nr. 2 EStG erhoben, wenn sie nicht an das Finanzamt abgeführt wird. Liegen auch die übrigen Voraussetzungen des § 36 II Nr. 2 EStG vor, so erlangt der Gläubiger der Kapitalerträge (Steuerschuldner) im Zeitpunkt der Einbehaltung der Kapitalertragsteuer durch den Schuldner der Kapitalerträge einen Steueranrechnungsanspruch, der zu einer Einnahme aus Kapitalvermögen i. S. von § 8 I EStG i. V. mit § 11 I EStG führt. Dem steht nicht entgegen, daß die Voraussetzungen für eine Inanspruchnahme des Steuerschuldners für die nicht abgeführte Kapitalertragsteuer nach § 44 V 2 Nr. 2 EStG vorliegen und das Finanzamt in einem späteren Veranlagungszeitraum dementsprechend handelt.