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§ 46 SGB II
Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II) - Grundsicherung für Arbeitsuchende -
Bundesrecht

Kapitel 5 – Finanzierung und Aufsicht

Titel: Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II) - Grundsicherung für Arbeitsuchende -
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: SGB II
Gliederungs-Nr.: 860-2
Normtyp: Gesetz

§ 46 SGB II – Finanzierung aus Bundesmitteln

(1) 1Der Bund trägt die Aufwendungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende einschließlich der Verwaltungskosten, soweit die Leistungen von der Bundesagentur erbracht werden. 2Der Bundesrechnungshof prüft die Leistungsgewährung. 3Dies gilt auch, soweit die Aufgaben von gemeinsamen Einrichtungen nach § 44b wahrgenommen werden. 4Eine Pauschalierung von Eingliederungsleistungen und Verwaltungskosten ist zulässig. 5Die Mittel für die Erbringung von Eingliederungsleistungen und Verwaltungskosten werden in einem Gesamtbudget veranschlagt. (1)

(2) 1Der Bund kann festlegen, nach welchen Maßstäben die Mittel nach Absatz 1 Satz 4 auf die Agenturen für Arbeit zu verteilen sind. 2Bei der Zuweisung wird die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach diesem Buch zugrunde gelegt. 3Für Leistungen nach den §§ 16e, 16f und 16h kann die Agentur für Arbeit insgesamt bis zu 20 Prozent der auf sie entfallenden Eingliederungsmittel einsetzen. 4Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales kann im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates andere oder ergänzende Maßstäbe für die Verteilung der Mittel nach Absatz 1 Satz 4 festlegen.

Absatz 2 Satz 3 neugefasst durch G vom 20. 12. 2011 (BGBl I S. 2854), geändert durch G vom 5. 12. 2012 (BGBl I S. 2467) und 26. 7. 2016 (BGBl I S. 1824).

(3) 1Der Anteil des Bundes an den Gesamtverwaltungskosten der gemeinsamen Einrichtungen beträgt 84,8 Prozent. 2Durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates kann das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen festlegen, nach welchen Maßstäben

  1. 1.

    kommunale Träger die Aufwendungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bei der Bundesagentur abrechnen, soweit sie Aufgaben nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 wahrnehmen,

  2. 2.

    die Gesamtverwaltungskosten, die der Berechnung des Finanzierungsanteils nach Satz 1 zugrunde liegen, zu bestimmen sind.

(4) (weggefallen)

Absätze 5 bis 7 neugefasst, Absatz 7a gestrichen und Absätze 8 bis 10 angefügt durch G vom 1. 12. 2016 (BGBl I S. 2755) (7. 12. 2016); der bisherige Absatz 8 wurde (geändert) Absatz 11.

(5) 1Der Bund beteiligt sich zweckgebunden an den Ausgaben für die Leistungen für Unterkunft und Heizung nach § 22 Absatz 1. 2Der Bund beteiligt sich höchstens mit 49 Prozent an den bundesweiten Ausgaben für die Leistungen nach § 22 Absatz 1. 3Es gelten landesspezifische Beteiligungsquoten, deren Höhe sich nach den Absätzen 6 bis 10 bestimmt. (2)

(6) Der Bund beteiligt sich an den Ausgaben für die Leistungen nach § 22 Absatz 1 ab dem Jahr 2016

  1. 1.

    im Land Baden-Württemberg mit 31,6 Prozent,

  2. 2.

    im Land Rheinland-Pfalz mit 37,6 Prozent sowie

  3. 3.

    in den übrigen Ländern mit 27,6 Prozent.

(7) 1Die in Absatz 6 genannten Prozentsätze erhöhen sich jeweils

  1. 1.

    in den Jahren 2016 und 2017 um 3,7 Prozentpunkte,

  2. 2.

    im Jahr 2018 um 7,9 Prozentpunkte sowie

  3. 3.

    ab dem Jahr 2019 um 10,2 Prozentpunkte.

2Darüber hinaus erhöhen sich die in Absatz 6 genannten Prozentsätze im Jahr 2017 jeweils um weitere 3,7 Prozentpunkte.

(8) 1Die in Absatz 6 genannten Prozentsätze erhöhen sich jeweils um einen landesspezifischen Wert in Prozentpunkten. (3)2Dieser entspricht den Gesamtausgaben des jeweiligen Landes für die Leistungen nach § 28 dieses Gesetzes sowie nach § 6b des Bundeskindergeldgesetzes des abgeschlossenen Vorjahres geteilt durch die Gesamtausgaben des jeweiligen Landes für die Leistungen nach § 22 Absatz 1 des abgeschlossenen Vorjahres multipliziert mit 100.

(9) 1Die in Absatz 6 genannten Prozentsätze erhöhen sich in den Jahren 2016 bis 2018 jeweils um einen landesspezifischen Wert in Prozentpunkten. (4)2In den Jahren 2016 und 2017 beträgt dieser Wert

5,0 Prozentpunkte für Baden-Württemberg,
6,0 Prozentpunkte für den Freistaat Bayern,
1,4 Prozentpunkte für Berlin,
2,6 Prozentpunkte für Brandenburg,
1,6 Prozentpunkte für die Freie Hansestadt Bremen,
2,1 Prozentpunkte für die Freie und Hansestadt Hamburg,
2,9 Prozentpunkte für Hessen,
2,3 Prozentpunkte für Mecklenburg-Vorpommern,
2,9 Prozentpunkte für Niedersachsen,
2,2 Prozentpunkte für Nordrhein-Westfalen,
4,1 Prozentpunkte für Rheinland-Pfalz,
2,5 Prozentpunkte für das Saarland,
2,9 Prozentpunkte für den Freistaat Sachsen,
2,3 Prozentpunkte für Sachsen-Anhalt,
2,7 Prozentpunkte für Schleswig-Holstein sowie
3,5 Prozentpunkte für den Freistaat Thüringen.

(10) 1Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates

  1. 1.

    die landesspezifischen Werte nach Absatz 8 Satz 1 jährlich für das Folgejahr festzulegen und für das laufende Jahr rückwirkend anzupassen,

  2. 2.

    die landesspezifischen Werte nach Absatz 9 Satz 1

    1. a)

      im Jahr 2017 für das Jahr 2018 festzulegen und für das laufende Jahr 2017 rückwirkend anzupassen,

    2. b)

      im Jahr 2018 für das laufende Jahr 2018 und für das Vorjahr 2017 rückwirkend anzupassen,

    3. c)

      im Jahr 2019 für das Vorjahr 2018 rückwirkend anzupassen sowie

  3. 3.

    die landesspezifischen Beteiligungsquoten jährlich für das Folgejahr festzulegen und für das laufende Jahr rückwirkend anzupassen sowie in den Jahren 2018 und 2019 für das jeweilige Vorjahr rückwirkend anzupassen.

2Die Festlegung und Anpassung der Werte nach Satz 1 Nummer 1 erfolgen in Höhe des jeweiligen Wertes nach Absatz 8 Satz 2 des abgeschlossenen Vorjahres. 3Für die Festlegung und Anpassung der Werte nach Satz 1 Nummer 2 werden auf der Grundlage statistischer Daten die Vorjahresausgaben eines Landes für Leistungen nach § 22 Absatz 1 für solche Bedarfsgemeinschaften ermittelt, in denen mindestens eine erwerbsfähige leistungsberechtigte Person, die nicht vor Oktober 2015 erstmals leistungsberechtigt war, über eine Aufenthaltsgestattung, eine Duldung oder eine Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen nach den §§ 22 bis 26 des Aufenthaltsgesetzes verfügt. 4Bei der Ermittlung der Vorjahresausgaben nach Satz 3 ist nur der Teil zu berücksichtigen, der nicht vom Bund auf Basis der geltenden landesspezifischen Werte nach den Absätzen 6 und 9 Satz 1 erstattet wurde. 5Für die Festlegung und Anpassung der Werte nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a wird ein Betrag von 900 Millionen Euro in dem Verhältnis auf die Länder verteilt, in dem die nach den Sätzen 3 und 4 abgegrenzten Ausgaben des jeweiligen Landes zu den nach den Sätzen 3 und 4 abgegrenzten bundesweiten Ausgaben stehen. 6Die Festlegung und Anpassung der Werte nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a erfolgen in Höhe des prozentualen Verhältnisses des jeweiligen Betrages nach Satz 5 zu den Vorjahresausgaben eines Landes für die Leistungen nach § 22 Absatz 1. 7Die Festlegung und Anpassung der Werte nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe b und c erfolgen in Höhe des prozentualen Verhältnisses der nach den Sätzen 3 und 4 abgegrenzten Ausgaben zu den Vorjahresausgaben eines Landes für die Leistungen nach § 22 Absatz 1. 8Soweit die Festlegungen nach Satz 1 Nummer 1 und 2 zu landesspezifischen Beteiligungsquoten führen, auf Grund derer sich der Bund mit mehr als 49 Prozent an den bundesweiten Gesamtausgaben für die Leistungen nach § 22 Absatz 1 beteiligt, sind die Werte nach Absatz 7 Satz 1 proportional in dem Umfang zu mindern, dass die Beteiligung an den bundesweiten Gesamtausgaben für die Leistungen nach § 22 Absatz 1 nicht mehr als 49 Prozent beträgt. 9Soweit eine vollständige Minderung nach Satz 8 nicht ausreichend ist, sind anschließend die Werte nach Absatz 6 proportional in dem Umfang zu mindern, dass die Beteiligung an den bundesweiten Gesamtausgaben für die Leistungen nach § 22 Absatz 1 nicht mehr als 49 Prozent beträgt.

(11) 1Die Anteile des Bundes an den in Absatz 5 Satz 1 genannten Leistungen werden den Ländern erstattet. 2Der Abruf der Erstattungen ist zur Monatsmitte und zum Monatsende zulässig. 3Soweit eine Bundesbeteiligung für Zahlungen geltend gemacht wird, die wegen des fristgerechten Eingangs beim Empfänger bereits am Ende eines Haushaltsjahres geleistet wurden, aber erst im folgenden Haushaltsjahr fällig werden, ist die für das folgende Haushaltsjahr geltende Bundesbeteiligung maßgeblich. 4Im Rahmen der rückwirkenden Anpassung nach Absatz 10 Satz 1 wird die Differenz, die sich aus der Anwendung der bis zur Anpassung geltenden landesspezifischen Beteiligungsquoten und der durch die Verordnung rückwirkend geltenden landesspezifischen Beteiligungsquoten ergibt, zeitnah im Erstattungsverfahren ausgeglichen. 5Die Gesamtausgaben für die Leistungen nach § 28 sowie nach § 6b des Bundeskindergeldgesetzes sind durch die Länder bis zum 31. März des Folgejahres zu ermitteln und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales mitzuteilen. 6Die Länder gewährleisten, dass geprüft wird, dass die Ausgaben der kommunalen Träger begründet und belegt sind und den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprechen.

Absatz 11 Satz 1 geändert und Satz 4 eingefügt durch G vom 1. 12. 2016 (BGBl I S. 2755) (7. 12. 2016); die bisherigen Sätze 4 und 5 wurden Sätze 5 und 6.

(1) Red. Anm.:

Vgl. Eingliederungsmittel-Verordnung 2017 vom 13. Dezember 2016 (BAnz AT 23.12.2016 V2).

(2) Red. Anm.:

Nach § 3 der Bundesbeteiligungs-Festlegungsverordnung 2017 vom 7. Juli 2017 (BGBl. I S. 2295) beträgt die Beteiligung des Bundes an den Ausgaben für die Leistungen nach § 22 Absatz 1 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch

  • im Jahr 2017:

    51,7 Prozentpunkte für Baden-Württemberg,
    48,8 Prozentpunkte für den Freistaat Bayern,
    43,3 Prozentpunkte für Berlin,
    43,9 Prozentpunkte für Brandenburg,
    47,9 Prozentpunkte für die Hansestadt Bremen,
    47,7 Prozentpunkte für die Freie und Hansestadt Hamburg,
    43,4 Prozentpunkte für Hessen,
    44,6 Prozentpunkte für Mecklenburg-Vorpommern,
    47,3 Prozentpunkte für Niedersachsen,
    44,7 Prozentpunkte für Nordrhein-Westfalen,
    57,2 Prozentpunkte für Rheinland-Pfalz,
    56,2 Prozentpunkte für das Saarland,
    45,0 Prozentpunkte für den Freistaat Sachsen,
    45,2 Prozentpunkte für Sachsen-Anhalt,
    47,1 Prozentpunkte für Schleswig-Holstein und
    45,9 Prozentpunkte für den Freistaat Thüringen;

  • im Jahr 2018:

    52,2 Prozentpunkte für Baden-Württemberg,
    49,3 Prozentpunkte für den Freistaat Bayern,
    43,8 Prozentpunkte für Berlin,
    44,4 Prozentpunkte für Brandenburg,
    48,4 Prozentpunkte für die Hansestadt Bremen,
    48,2 Prozentpunkte für die Freie und Hansestadt Hamburg,
    43,9 Prozentpunkte für Hessen,
    45,1 Prozentpunkte für Mecklenburg-Vorpommern,
    47,8 Prozentpunkte für Niedersachsen,
    45,2 Prozentpunkte für Nordrhein-Westfalen,
    57,7 Prozentpunkte für Rheinland-Pfalz,
    56,7 Prozentpunkte für das Saarland,
    45,5 Prozentpunkte für den Freistaat Sachsen,
    45,7 Prozentpunkte für Sachsen-Anhalt,
    47,6 Prozentpunkte für Schleswig-Holstein und
    46,4 Prozentpunkte für den Freistaat Thüringen.

(3) Red. Anm.:

Nach § 1 der Bundesbeteiligungs-Festlegungsverordnung 2017 vom 7. Juli 2017 (BGBl. I S. 2295) beträgt der landesspezifische Wert nach § 46 Absatz 8 Satz 1 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch, der für das Jahr 2018 festgelegt und für das Jahr 2017 rückwirkend zum 1. Januar 2017 angepasst wird:

4,5 Prozentpunkte für Baden-Württemberg,
3,7 Prozentpunkte für den Freistaat Bayern,
3,1 Prozentpunkte für Berlin,
3,3 Prozentpunkte für Brandenburg,
5,9 Prozentpunkte für die Hansestadt Bremen,
8,1 Prozentpunkte für die Freie und Hansestadt Hamburg,
3,8 Prozentpunkte für Hessen,
4,7 Prozentpunkte für Mecklenburg-Vorpommern,
5,2 Prozentpunkte für Niedersachsen,
4,4 Prozentpunkte für Nordrhein-Westfalen,
3,3 Prozentpunkte für Rheinland-Pfalz,
4,6 Prozentpunkte für das Saarland,
4,3 Prozentpunkte für den Freistaat Sachsen,
3,4 Prozentpunkte für Sachsen-Anhalt,
4,1 Prozentpunkte für Schleswig-Holstein und
4,9 Prozentpunkte für den Freistaat Thüringen.

(4) Red. Anm.:

Nach § 2 der Bundesbeteiligungs-Festlegungsverordnung 2017 vom 7. Juli 2017 (BGBl. I S. 2295) beträgt der landesspezifische Wert nach § 46 Absatz 9 Satz 1 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch, der für das Jahr 2018 festgelegt und für das Jahr 2017 rückwirkend zum 1. Januar 2017 angepasst wird:

8,2 Prozentpunkte für Baden-Württemberg,
10,1 Prozentpunkte für den Freistaat Bayern,
5,2 Prozentpunkte für Berlin,
5,6 Prozentpunkte für Brandenburg,
7,0 Prozentpunkte für die Hansestadt Bremen,
4,6 Prozentpunkte für die Freie und Hansestadt Hamburg,
4,6 Prozentpunkte für Hessen,
4,9 Prozentpunkte für Mecklenburg-Vorpommern,
7,1 Prozentpunkte für Niedersachsen,
5,3 Prozentpunkte für Nordrhein-Westfalen,
8,9 Prozentpunkte für Rheinland-Pfalz,
16,6 Prozentpunkte für das Saarland,
5,7 Prozentpunkte für den Freistaat Sachsen,
6,8 Prozentpunkte für Sachsen-Anhalt,
8,0 Prozentpunkte für Schleswig-Holstein und
6,0 Prozentpunkte für den Freistaat Thüringen.