Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige

Berufsunfähigkeit zahlt nicht
16.01.2018274 Mal gelesen
Statistisch wird ca. jeder Dritte noch vor dem 60. Lebensjahr berufsunfähig. Dies gilt für Angestellte genauso wie für selbstständige Unternehmer. Für Unternehmer besteht in Teilen sogar ein höheres Risiko, berufsunfähig zu werden.

Aufgrund der hohen körperlichen und psychischen Belastung in Führungspositionen steigt das Risiko einer körperlichen oder psychischen Erkrankung. Hierbei spielen insbesondere Arbeitsunfälle sowie Erkrankungen wie Burn-Out oder Depressionen eine Rolle. Aus diesem Grund schließen viele Selbständige eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Diese soll einen finanziellen und sozialen Abstieg, infolge einer Berufsunfähigkeit verhindern. Kommt es tatsächlich zum Schadensfall und der selbständige Unternehmer wird berufsunfähig, sehen sich die Unternehmer oft mit dem Problem konfrontiert, das die Versicherung die Leistung verweigern.

Feststellung der Berufsunfähigkeit.

Bevor die Versicherung die Leistung erbringt, ist zunächst festzustellen ob der Selbständige berufsunfähig ist. Die Feststellung erfolgt, ebenso wie bei einem Angestellten, gemäß § 172 Versicherungsvertragsgesetz. Danach ist berufsunfähig, "wer seien zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersbedingtem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann." Die meisten Versicherungen zahlen, in den Fällen der Berufsunfähigkeit, wenn der Betroffene seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mehr als der Hälfte, mindestens für die Dauer von sechs Monaten, nicht mehr ausüben kann. Bei Selbständigen besteht die Problematik, das "der zuletzt ausgeübte Beruf" ein hoch komplexes Zusammenspiel von administrativen und operativen Tätigkeiten darstellt. Insoweit gestaltet es sich oft schwierig den Beruf überhaupt konkret zu benennen. Dies ist aber notwendig um eine Berufsunfähigkeit feststellen zu können. Hier ist der Selbständige oft gehalten detailliert nachzuweisen, welche berufliche Tätigkeit im Einzelnen vorliegt.

Betriebliche Umstrukturierung

Auch der Selbständige muss für das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit, seinen Beruf zu mindestens der Hälfte nicht mehr ausüben können. Um sich der Leistungspflicht zu entziehen, enthalten viele Versicherungsverträge sogenannte Kompensationspflichten. Dies bedeutet, dass der Betreffende zunächst alle zumutbaren Möglichkeiten auszuschöpfen hat, um seine Berufsfähigkeit wiederherzustellen. Bei Selbstständigen können neben technischen Veränderungen des Arbeitsplatzes auch betriebliche Umstrukturierungen von den Kompensationspflichten erfasst sein. Ist beispielsweise ein mitarbeitender Landwirt infolge einer Krankheit oder Verletzung nicht mehr in der Lage eine Landmaschine zu besteigen, kann er verpflichtet sein, Haltegriffe und Trittstufen anzubringen. Ist ein mitarbeitender Unternehmer, infolge Krankheit oder Verletzung nicht mehr in der Lage den operativen Teil seiner Tätigkeit auszuüben, kann eine Verpflichtung dahingehend bestehen, für die operativen Tätigkeiten einen neuen Mitarbeiter einzustellen. Welche Pflichten im Einzelnen bestehen ist abhängig von der jeweiligen Tätigkeit und den Vertragsbedingungen.

Zumutbarkeit der Kompensationspflicht

Gleich welche Pflichten im Einzelnen bestehen, müssen diese auch zumutbar sein. Die Frage der Zumutbarkeit lässt sich nur anhand des Einzelfalls beantworten. Einige Punkte lassen sich jedoch verallgemeinern. Die Umsetzung der Kompensationspflichten muss rein tatsächlich zumutbar sein. Dies bedeutet, dass technische Veränderungen des Arbeitsplatzes nicht außer Verhältnis zu einem regulären Arbeitsplatz stehen dürfen. Insbesondere dürfen die technischen Veränderungen nicht so weit gehen, dass der Arbeitsplatz nur noch für den Betroffenen nutzbar ist. Die Kompensationspflichten müssen auch wirtschaftlich zumutbar sein. Dies bedeutet, dass jegliche Kompensation keine unverhältnismäßig hohen Kosten verursachen darf. Beispielsweise kann ein mitarbeitender Unternehmer mit einem Nettoverdienst von 2.000,00 EUR nicht dazu verpflichtet werden eine Neuanstellung für operative Tätigkeiten vorzunehmen. Bereits die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns würde den Verdienst des Unternehmers aufzehren. Die wirtschaftliche Zumutbarkeit richtet sich stark nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Unternehmens.

Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlt.

Erleiden Selbständige eine Verletzung oder Krankheit und können daraufhin ihren Beruf nicht mehr ausüben, hoffen viele auf die Leistung der Berufsunfähigkeit. Tatsächlich zahlt die Versicherung in gut einem Drittel nicht die vereinbarte Leistung. Zur Begründung wird oft vorgetragen, das eine Berufsunfähigkeit, im Sinne von § 172 Versicherungsvertragsgesetz, nicht vorliege, oder das Kompensationsmöglichkeiten grundsätzlich zumutbar sind. Die oft pauschalen Argumente der Versicherungen, genügen den strengen Anforderungen die Einzelfallprüfung jedoch nicht. Die Folge für die Betroffenen ist, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können und erhebliche finanzielle Verluste bis hin zum Verlust der gesamten Existenz befürchten müssen. Die Fülle an Vertragsklausen, unverständlichen Bedingungen und die Menge an Zumutbarkeitserwägungen, gebieten es, sich im Falle das die Versicherung die Leistung verweigert, schnellstmöglich professionelle Hilfe zu suchen. Erfahrungsgemäß resignieren viele Betroffene vor der Übermacht der Versicherungen, wenn sie allein ihre Ansprüche durchsetzen wollen. Die Kosten für eine anwaltliche Vertretung werden in der Regel von der Rechtschutzversicherung übernommen. Somit entstehen den Betroffenen keine unüberschaubaren Kosten.

Weitere Informationen zur Leistungspflicht der Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten Sie unter: www.wvr-law.de/berufsunfaehigkeitsversicherung-zahlt-nicht

 

Unterstützung erhalten Sie hier.

Haben auch Sie Unstimmigkeiten mit Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung, stehen Ihnen die Rechtsanwälte von Werdermann / von Rüden mit schneller und unkomplizierter Hilfe zur Seite.

Die bundesweit vertretende Rechtsanwaltskanzlei Werdermann / von Rüden vertritt eine Vielzahl von Mandanten, denen die Berufsunfähigkeitsversicherungen die versprochene Leistung nicht gewähren. Gerne unterstützen die Versicherungsexperten auch Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche. Im Rahmen einer kostenlosen und völlig unverbindlichen Erstberatung erhalten Sie Informationen zu den Erfolgsaussichten Ihrer Ansprüche. Vereinbaren Sie deshalb noch heute einen Termin für eine Erstberatung. Das Team der Kanzlei Werdermann / von Rüden steht Ihnen unter 030 / 200 590 770 sowie unter info@wvr-law.de zur Verfügung