Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 12.03.2007, Az.: 2 BvR 796/02
Festsetzung des Wertes des Gegenstandes der anwaltlichen Tätigkeit für das Verfassungsbeschwerdeverfahren
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 12.03.2007
- Aktenzeichen
- 2 BvR 796/02
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 2007, 32034
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- LG Koblenz - 29.01.2002 - AZ: 7 StVK 583/98
- LG Düsseldorf - 20.02.2002 - AZ: StVK 202/00 K (72)
- OLG Koblenz - 22.04.2002 - AZ: 2 Ws 308/02
- OLG Hamm - 23.04.2002 - AZ: 1 Ws (L) 5/02
- OLG Koblenz - 08.07.2002 - AZ: 2 Ws 308/02
- OLG Koblenz - 22.07.2002 - AZ: 2 Ws 308/02
- LG Aachen - 01.08.2005 - AZ: 33 StVK 306/04 K
- OLG Hamm - 27.07.2006 - AZ: 1 Ws (L) 5/05
- BVerfG - 08.11.2006 - AZ: 2 BvR 578/02
Rechtsgrundlagen
- § 10 Abs. 1 BRAGO a.F.
- § 61 Abs. 1 S. 1 RVG
Verfahrensgegenstand
Verfassungsbeschwerde gegen
a) den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 22. Juli 2002 - 2 Ws 308/02 -,
b) den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 8. Juli 2002 - 2 Ws 308/02 -,
c) den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 22. April 2002 - 2 Ws 308/02 -,
d) den Beschluss des Landgerichts Koblenz vom 29. Januar 2002 - 7 StVK 583/98 -,
e) mittelbar gegen § 57 a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 57 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 StGB
hier: Festsetzung des Gegenstandswertes
In dem Verfahren
über die Verfassungsbeschwerde
...
hat das Bundesverfassungsgericht - Zweiter Senat -
unter Mitwirkung
der Richterinnen und Richter Vizepräsident Hassemer, Broß, Osterloh, Di Fabio, Mellinghoff, Lübbe-Wolff, Gerhardt, Landau
am 12. März 2007
beschlossen:
Tenor:
Der Wert des Gegenstandes der anwaltlichen Tätigkeit wird für das Verfassungsbeschwerde-Verfahren auf 60.000 EUR (sechzigtausend Euro) festgesetzt.
Gründe
Die Wertfestsetzung erfolgt gemäß § 10 Abs. 1 BRAGO a.F. in Verbindung mit § 61 Abs. 1 Satz 1 RVG.
Der nach billigem Ermessen festzusetzende Gegenstandswert beträgt im Verfahren über eine Verfassungsbeschwerde mindestens 4.000 EUR (§ 113 Abs. 2 Satz 3 BRAGO a.F. in Verbindung mit § 61 Abs. 1 Satz 1 RVG). Maßgebliche Kriterien bei der Ausübung des Festsetzungsermessens sind vorrangig die Bedeutung der Angelegenheit für den Beschwerdeführer selbst und für die Auslegung und Fortbildung des objektiven Verfassungsrechts (vgl. BVerfGE 79, 365 <366 ff.>[BVerfG 28.02.1989 - 1 BvR 1291/85]). Allein dieser Gesichtspunkt rechtfertigt hier - neben dem Umfang und der Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit (vgl. a.a.O., S. 369 f.) - ein ganz erhebliches Überschreiten des Mindestwertes. Die Verfassungsbeschwerde hat Grundrechte des Beschwerdeführers von hohem Rang betroffen und zudem die Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit einer Norm veranlasst. Die Verfassungsbeschwerde war daher über die individuelle Betroffenheit des Beschwerdeführers hinaus von besonderer Bedeutung.
Broß
Osterloh
Di Fabio
Mellinghoff
Lübbe-Wolff
Gerhardt
Landau