Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 16.07.1985, Az.: 1 BvL 5/80
Krankenversicherung; Rentner-Versicherungsbeitrag; Sozialversicherung; Eigentumsgarantie; Sozialversicherungsrecht; Rentner; Zuschüsse zur Krankenversicherung; Ausschließlichkeitsregelung
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 16.07.1985
- Aktenzeichen
- 1 BvL 5/80
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1985, 12122
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BVerfGE 69, 272 - 315
- DVBl 1985, 1015-1020 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1986, 39-43 (Volltext mit amtl. LS)
- NVwZ 1986, 117 (amtl. Leitsatz)
- NZA 1985, 590-591 (Pressemitteilung)
Amtlicher Leitsatz
Weitere Entscheidungen: 1 BvR 1023/83, 1052/83, 1227/84
1. Die krankenversicherungsrechtliche Position der Rentner aus § 165 I Nr. 3 RVO a. F., die eine Aussicht auf beitragslosen Krankenversicherungsschutz im Rentenfall eröffnete, war nicht durch Art. 14 I GG geschützt.
2. Die rentenversicherungsrechtliche Position des Versicherten aus § 1235 Nr. 5, nach welcher der Rentenversicherungsträger Beiträge oder Zuschüsse für die Krankenversicherung der Rentner zu zahlen hat, ist Gegenstand der Eigentumsgarantie. Sie wird jedoch durch die Neufassung des § 165 I Nr. 3 lit. a durch das Krankenversicherungs-Kostendämpfungsgesetz nicht berührt.
3. Voraussetzung für einen Eigentumsschutz sozialversicherungsrechtlicher Positionen ist eine vermögenswerte Rechtsposition, die nach Art eines Ausschließlichkeitsrecht dem Rechtsträger als privatnützig zugeordnet ist; diese genießt den Schutz der Eigentumsgarantie dann, wenn sie auf nicht unerhebliche Eigenleistungen des Versicherten beruht und zudem der Sicherung seiner Existenz dient.