Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 08.07.1997, Az.: 1 BvR 2111/94
Kündigung; Öffentlicher Dienst; Wiedervereinigung; Stasimitarbeit; Allgemeines Persönlichkeitsrecht
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 08.07.1997
- Aktenzeichen
- 1 BvR 2111/94
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 1997, 12202
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Rechtsgrundlagen
- Art. 1 Abs. 1 GG
- Art. 2 Abs. 1 GG
- Art. 12 Abs. 1 GG
- Art. 33 Abs. 2 GG
- Art. 20 Abs. 1 Einigungsvertrag
- Anlage I Kapitel XIX Sachgebiet A Abschnitt III Nr. 1 Abs. 4 Nrn.1, 2 zum Einigungsvertrag
Fundstellen
- BVerfGE 96, 171 - 189
- AuR 1997, 405 (amtl. Leitsatz)
- FA 1997, 29 (amtl. Leitsatz)
- MDR 1997, 947 (amtl. Leitsatz)
- NJ 1997, 480-482 (Volltext mit amtl. LS)
- NJ 1997, 411-412 (Pressemitteilung)
- NJW 1997, 2307-2310 (Volltext mit amtl. LS)
- NVwZ 1997, 989 (amtl. Leitsatz)
- NZA 1997, 992-996 (Volltext mit amtl. LS)
- ZTR 1997, 424-425 (Volltext mit amtl. LS)
Amtlicher Leitsatz
1. Es war mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art. 2 I i.V. mit Art. 1 I GG) der aus dem öffentlichen Dienst der DDR übernommenen Arbeitnehmer grundsätzlich vereinbar, daß die Arbeitgeber von ihnen vor der Entscheidung über eine Kündigung nach den Vorschriften des Einigungsvertrags verlangten, Fragen über frühere Parteifunktionen in der SED und Tätigkeiten für das Ministerium für Staatssicherheit zu beantworten.
2. Fragen nach Vorgängen, die vor dem Jahre 1970 abgeschlossen waren, verletzen jedoch das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Beschäftigten. Wurden sie unzutreffend beantwortet, dürfen daraus keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen gezogen werden.