Bundesfinanzhof
Urt. v. 23.11.2021, Az.: VIII R 8/18
Ausschluss des Abgeltungsteuersatzes nach § 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a EStG bei Darlehensgewährung zwischen Personengesellschaften
Bibliographie
- Gericht
- BFH
- Datum
- 23.11.2021
- Aktenzeichen
- VIII R 8/18
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 2021, 59374
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- ECLI:DE:BFH:2021:U.231121.VIIIR8.18.0
Verfahrensgang
- vorgehend
- FG Baden-Württemberg - 23.10.2017 - AZ: 8 K 3000/13
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BFH/NV 2022, 497
- DStRE 2022, 370
- GmbHR 2022, 648
- NWB 2022, 738
- NZG 2022, 525
- RdW 2022, 784
- StX 2022, 136-137
- StuB 2022, 237-238
Amtlicher Leitsatz
- 1.
Ist Gläubigerin der Kapitalerträge eine vermögensverwaltende Personengesellschaft, ist diese als Einkünfteerzielungssubjekt selbst eine "Person" i.S. des § 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a EStG.
- 2.
Die Feststellung, dass auf der Ebene der Personengesellschaft gemeinschaftlich vereinnahmte Kapitalerträge gemäß § 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a EStG nicht dem gesonderten Steuersatz gemäß § 32d Abs. 1 EStG unterliegen, kann im Rahmen einer gesonderten und einheitlichen Feststellung der Einkünfte gemäß § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO getroffen werden. Es handelt sich um eine verfahrensrechtlich eigenständige Feststellung.
- 3.
Ein Näheverhältnis i.S. des § 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a EStG des Gläubigers der Kapitalerträge zu einer Personengesellschaft ist zu bejahen, wenn der Gläubiger eine Beteiligung innehat, die es ihm ermöglicht, seinen Willen in der Gesellschafterversammlung der Personengesellschaft durchzusetzen.