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§ 80 SchulG M-V - Schülervertretungen und ihre Aufgaben

Bibliographie

Titel
Schulgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern (Schulgesetz - SchulG M-V)
Amtliche Abkürzung
SchulG M-V
Normtyp
Gesetz
Normgeber
Mecklenburg-Vorpommern
Gliederungs-Nr.
223-6

(1) Die Schülerinnen und Schüler wirken bei der Gestaltung und Organisation der schulischen Bildung und Erziehung auf schulischer und überschulischer Ebene mit durch

  1. 1.

    die Schülerversammlung und die Klassensprecherin oder den Klassensprecher,

  2. 2.

    den Schülerrat und die Schülersprecherin oder den Schülersprecher sowie die Schülervollversammlung,

  3. 3.

    den Kreis- oder Stadtschülerrat,

  4. 4.

    den Landesschülerrat,

  5. 5.

    den Vertreter der Schülerinnen und Schüler in den Konferenzen.

(2) Im Rahmen der Schülermitwirkung soll allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, Leben und Unterricht in ihrer Schule, ihrem Alter und ihrer Verantwortungsfähigkeit entsprechend, mitzugestalten. Die Mitwirkung dient der Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrages. In diesem Sinne können die Schülerinnen und Schüler Aufgaben in eigener Verantwortung durchführen. Die Schülerinnen und Schüler sind in die Arbeit der Schülervertretungen einzuführen. Die Schulleiterin oder der Schulleiter, die Lehrerinnen und Lehrer und die Erziehungsberechtigten beraten und unterstützen die Schülerinnen und Schüler in den Schülervertretungen. Zu ihrer Unterstützung bei der Erfüllung aller Aufgaben und ihrer Förderung wählen die Schülerinnen und Schüler eine Vertrauenslehrerin oder einen Vertrauenslehrer und eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter.

(3) Zu den Aufgaben der Schülermitwirkung gehören insbesondere

  1. 1.

    die Wahrnehmung der Interessen der Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit (Informations-, Anhörungs- und Vorschlagsrecht) in der Schule, gegenüber den Schulbehörden und der Öffentlichkeit,

  2. 2.

    die Förderung der fachlichen und gemeinschaftsbezogenen Interessen der Schülerinnen und Schüler,

  3. 3.

    die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen,

  4. 4.

    die Mithilfe bei der Lösung von Konfliktfällen.

(4) Veranstaltungen der Schülervertretungen, die regelmäßig schulischen Zwecken dienen und auf dem Schulgrundstück oder in anderen Einrichtungen stattfinden, sind Schulveranstaltungen.

(5) Die Schülervertreterinnen und Schülervertreter sind für die Vorbereitung und die Teilnahme an Gremiensitzungen in angemessenem Umfang vom Unterricht freizustellen. Den Klassen oder Kursen und den gewählten Schülervertreterinnen oder den gewählten Schülervertretern in den Gremien gemäß Absatz 1 Nummer 2 bis 5 ist innerhalb des Unterrichts in angemessenem Umfang unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Unterrichtsgestaltung die Beratung von Angelegenheiten der Schülervertretungen zu ermöglichen.

(6) Die Schülervertreterinnen und Schülervertreter dürfen wegen ihres Amtes von der Schulleiterin oder dem Schulleiter und den Lehrerinnen und Lehrern weder bevorzugt noch benachteiligt werden.

(7) Die Schulleiterin oder der Schulleiter darf in die Arbeit der Schülervertretungen nur eingreifen, soweit es zur Einhaltung von Rechts- und Verwaltungsvorschriften und Beschlüssen der Schulkonferenz erforderlich ist.

(8) Die Schülervertreterinnen und Schülervertreter scheiden aus ihrem Amt und den damit verbundenen Funktionen aus, wenn sie die Wählbarkeit für ihr Amt verlieren, von ihrem Amt zurücktreten oder eine andere Schülerin oder ein anderer Schüler in das Amt gewählt wird. Scheidet ein Mitglied des Vorstandes des Kreis- oder Stadtschülerrats oder des Vorstandes des Landesschülerrats zum Schuljahresende aus, führt dieses Mitglied die Geschäfte im Vorstand bis zur Neu- oder Nachwahl fort, längstens jedoch bis zwölf Wochen nach Unterrichtsbeginn.

(9) Den Schülervertretungen der Schule sind vom Schulträger die zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Einrichtungen und der notwendige Geschäftsbedarf zur Verfügung zu stellen.