Bundesverfassungsgericht
Urt. v. 20.12.2001, Az.: 2 BvR 483/01
Verfassungsmäßige Anforderungen an die richterliche Anordnung der Entnahme von Körperzellen und deren molekulargenetischer Untersuchung zur Identitätsfeststellung in künftigen Strafverfahren; Voraussetzungen der Entnahme von Körperzellen und deren molekulargenetischer Untersuchung zur Identitätsfeststellung in künftigen Strafverfahren gemäß § 2 DNA-Identitätsfeststellungsgesetz (DNA-IfG) i.V.m. § 81g Abs. 1 Strafprozessordnung (StPO)
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 20.12.2001
- Aktenzeichen
- 2 BvR 483/01
- Entscheidungsform
- Urteil
- Referenz
- WKRS 2001, 30648
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- LG Landau - 01.02.2001 - AZ: 1 Qs 206/00
- LG Essen - 22.01.2001 - AZ: 27 Qs-1/01
- AG Kandel - 17.08.2000 - AZ: Gs 228/00
- AG Hattingen - 21.07.2000 - AZ: 19 Gs 115/00
Rechtsgrundlagen
Fundstelle
- StV 2003, 1-2
Verfahrensgegenstand
Verfassungsbeschwerden gegen
a) den Beschluss des Landgerichts Essen vom 22. Januar 2001 - 27 Qs-1/01 -,
b) den Beschluss des Amtsgerichts Hattingen vom 21. Juli 2000 - 19 Gs 115/00 -
und
Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
- 2 BvR 429/01 -,
Verfassungsbeschwerden gegen
a) den Beschluss des Landgerichts Landau in der Pfalz vom 1. Februar 2001 - 1 Qs 206/00 -,
b) den Beschluss des Amtsgerichts Kandel vom 17. August 2000 - Gs 228/00 -
- 2 BvR 483/01 -
Hinweis
Hinweis: Verbundenes Verfahren
Volltext siehe unter: BVerfG - 20.12.2001 - AZ: 2 BvR 429/01
In den Verfahren über die Verfassungsbeschwerden
...
hat die 3. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts
durch
die Richterin Präsidentin Limbach und
die Richter Hassemer, Mellinghoff
gemäß § 93c in Verbindung mit § 93a Absatz 2 Buchstabe b BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl. I S. 1473)
am 20. Dezember 2001
einstimmig beschlossen:
Tenor:
- 1.
Die Verfassungsbeschwerde-Verfahren werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.
- 2.
Die Verfassungsbeschwerde des Beschwerdeführers zu 1. wird nicht zur Entscheidung angenommen.
Damit erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.
- 3.
Die Beschlüsse des Amtsgerichts Kandel vom 17. August 2000 - Gs 228/00 - und des Landgerichts Landau in der Pfalz vom 1. Februar 2001 - 1 Qs 206/00 - verletzen den Beschwerdeführer zu 2. in seinem Grundrecht aus Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes. Sie werden aufgehoben. Die Sache wird an das Amtsgericht Kandel zurückverwiesen.
Das Land Rheinland-Pfalz hat dem Beschwerdeführer zu 2. die notwendigen Auslagen zu erstatten.