Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 14.03.1972, Az.: 2 BvR 41/71
„Strafgefangenen-Entscheidung“
Grundrechte von Strafgefangenen; Keine gesetzliche Grundlage; Übergangsfrist ; Einschränkung; Gemeinschaftsbezogener Zweck; Strafvollzugsgesetz; Meinungsfreiheit des Gefangenen; Geordneter und sinnvoller Strafvollzug
Bibliographie
- Gericht
- BVerfG
- Datum
- 14.03.1972
- Aktenzeichen
- 2 BvR 41/71
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1972, 11367
- Entscheidungsname
- Strafgefangenen-Entscheidung
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- OLG Celle 08.03.1968 - 5 VAs 12/68
Rechtsgrundlagen
Fundstellen
- BVerfGE 33, 1 - 18
- DRiZ 1972, 208
- DVBl 1972, 385-388 (Volltext mit amtl. LS)
- DVP 2019, 401
- DÖV 1972, 561-563 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
- JA 2003, 937-940 (Volltext mit amtl. LS)
- JZ 1972, 357-360 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)
- MDR 1972, 582-584 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1972, 1345,-1348 (Urteilsbesprechung von OKrimDir. Reinhold Rupprecht)
- NJW 1972, 811-814 (Volltext mit amtl. LS)
- NJW 1972, 1161-1167 (Urteilsbesprechung von Prof. Dr. Heinz Müller-Dietz)
- NJW 1972, 1345-1348 (Urteilsbesprechung von OKrimDir. Reinhold Rupprecht)
Redaktioneller Leitsatz
1. Nur durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes können die Grundrechte von Strafgefangenen eingeschränkt werden.
2. Für eine gewisse Übergangsfrist hingenommen werden, müssen Eingriffe in die Grundrechte von Strafgefangenen, die keine gesetzliche Grundlage haben.
3. Wenn sie zur Erreichung eines von der Wertordnung des Grundgesetzes gedeckten gemeinschaftsbezogenen Zweckes unerläßlich ist, nur dann kommt eine Einschränkung der Grundrechte eines Strafgefangenen in Betracht.
4. Eine Grenze zu ziehen, die sowohl der Meinungsfreiheit des Gefangenen wie den unabdingbaren Erfordernissen eines geordneten und sinnvollen Strafvollzuges angemessen Rechnung trägt, wird Aufgabe eines Strafvollzugsgesetzes sein.